Wohnumbau: KfW fördert Gewerbe-zu-Wohnen ab Juli mit 30.000 Euro
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 13:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Menschen setzen auf gemeinschaftliche Wohnformen, soziale Mietstaffeln oder die Umnutzung alter Bausubstanz. Stadtplaner und Genossenschaften treiben diesen Wandel voran.
Weniger ist mehr: Minimalismus als Trend
Eine vierköpfige Familie zeigt, wie radikale FlĂ€chenreduzierung aussehen kann. Sie tauschte ihre Dreizimmerwohnung gegen eine Einzimmerwohnung. Julia Clarke analysiert fĂŒr Business Insider die Vor- und Nachteile dieses Lebensstils. Organisationstalent und Verzicht auf Besitz sind zentral â die PrivatsphĂ€re leidet jedoch.
Der Staat unterstĂŒtzt solche Entwicklungen finanziell. Seit dem 1. Juli 2026 fördert die KfW mit dem Programm 266 den Umbau von Gewerbe- zu Wohnraum. Pro Wohneinheit gibt es bis zu 30.000 Euro Zuschuss. Voraussetzung: ein energetisches Niveau von mindestens EH 85 EE. Die Förderung deckt 30 Prozent der Kosten ab, maximal 100.000 Euro je Einheit.
Gemeinschaft gegen Einsamkeit
Projektentwickler setzen verstĂ€rkt auf gemeinschaftliche Wohnformen. In Wiesbaden-Bierstadt entstehen 37 Wohnungen in Holzhybridbauweise. Das Projekt âGemeinschaftlich Wohnen Bierstadt-Nordâ kostet rund 13 Millionen Euro und soll im Dezember 2026 bezugsfertig sein. Neben privaten RĂ€umen gibt es 200 Quadratmeter GemeinschaftsflĂ€che. Die Kaltmiete liegt bei zwölf Euro pro Quadratmeter, zuzĂŒglich einer Umlage fĂŒr die Gemeinschaftsbereiche.
In Elmshorn wurde im FrĂŒhsommer ein Wohnkomplex vorgestellt, in dem verschiedene Generationen mit und ohne Behinderung zusammenleben. In MĂŒnchen und anderen UniversitĂ€tsstĂ€dten hat sich das Modell âWohnen fĂŒr Hilfeâ etabliert. Studierende zahlen keine Kaltmiete, sondern leisten pro Quadratmeter eine Stunde Hilfsarbeit im Monat. Nur die Nebenkosten tragen sie selbst.
Soziale Mietmodelle gewinnen an Boden
Seit Juli 2026 fördert die KfW den Umbau von Gewerbe- zu Wohnraum mit bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit. Unser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie den Zuschuss beantragen und Ihr Projekt auf EH 85 bringen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Eine Luzerner Wohnbaugenossenschaft geht neue Wege. Im Projekt Libellenhof sinkt die Miete pro zusĂ€tzlicher Person um 200 CHF. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung kostet fĂŒr eine Einzelperson 3.140 CHF, fĂŒr eine vierköpfige Familie nur 2.540 CHF. Ziel ist es, gröĂere Wohnungen gezielt an Familien zu vergeben.
Auch die Wiederbelebung historischer Areale prĂ€gt den Markt. FĂŒr das seit Ende 2017 verlassene Kloster Himmerod in der Eifel gibt es konkrete PlĂ€ne. Eine Genossenschaft will bis zu 35 Millionen Euro investieren, um dort verschiedene Wohnformen zu etablieren. Interessenten können Genossenschaftsanteile fĂŒr 1.500 Euro erwerben. Bischof Ackermann hat bereits Anteile gekauft.
In der Wetterau beschloss der Kreistag die GrĂŒndung einer kreisweiten Wohnungsbaugesellschaft. Zielmiete: maximal 8,50 Euro pro Quadratmeter. In Rosbach vor der Höhe realisiert der Bauverein Eigner Herd eG Wohnraum fĂŒr acht Euro Kaltmiete â allerdings mit spezifischen Einkommensgrenzen.
Inklusion als Bauplan
FĂŒr Menschen mit komplexen EinschrĂ€nkungen entstehen neue Wohnformen. In Miesbach wurde die WG âMaxâ Wohntraumâ fĂŒr sechs körperlich beeintrĂ€chtigte junge Menschen eingeweiht. Eine Familie und ein eigens gegrĂŒndeter Verein initiierten das Projekt privat.
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In OsnabrĂŒck verfolgt die WG Evershelden einen Ă€hnlichen Ansatz. Sieben junge Menschen mit BeeintrĂ€chtigungen leben selbstbestimmt. Die Eltern fungieren als Arbeitgeber, finanziert wird ĂŒber persönliche Budgets. Das Projekt kommt ohne kirchliche oder kommunale TrĂ€ger aus und wird von der Leibniz UniversitĂ€t Hannover wissenschaftlich begleitet.
Der Kreiswohnungsverband Rhein-Pfalz-Kreis investiert ebenfalls in barrierefreien Raum. In Mutterstadt startete im Juli der Bau von neun Wohnungen â eine explizit rollstuhlgerecht. Fertigstellung nach 12 bis 15 Monaten.
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