Word, Entwickler

Word 1.1a: Entwickler portiert Textverarbeitung von 1990 nativ auf Windows 11

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 02:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Justin Marshall bringt Word 1.1a aus 1990 als nativen 64-Bit-Port auf Windows 11. Das Projekt ist auf GitHub verfügbar und korrigiert Fehlmeldungen zur Urheberschaft.

Word 1.1a als native 64-Bit-App: Entwickler portiert Klassiker für Windows 11
Ein moderner Arbeitsplatz mit einem Monitor, auf dem Quellcode in einem Editor zu sehen ist, in einer hellen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Entwickler Justin Marshall hat am 10. August 2026 eine native Portierung von Microsoft Word 1.1a für 64-Bit-Architekturen unter Windows 11 fertiggestellt. Das Projekt ermöglicht den Betrieb der Textverarbeitung aus dem Jahr 1990 ohne die bisher notwendige Emulation auf moderner Hardware. Marshall nutzte hierfür den Originalquellcode der Software mit dem Codenamen „Opus“, der seit dem Jahr 2014 über das Computer History Museum zugänglich ist.

Technische Umsetzung und Hardware-Kontrast

Die Portierung des Klassikers erforderte tiefgreifende Anpassungen an der Architektur. Der Entwickler ersetzte die ursprüngliche 16-Bit-Assembly, segmentierte Speicherstrukturen sowie veraltete Win16-Programmierschnittstellen (APIs) durch moderne 64-Bit-Äquivalente. Um die Anwendung heute kompilieren zu können, sind Visual Studio 2022, CMake in der Version 3.25 oder höher, das Windows 10/11 SDK sowie PowerShell erforderlich.

Der technische Vergleich zwischen der Entstehungszeit der Software und der Gegenwart verdeutlicht die Leistungsentwicklung in der IT-Branche. Während Word 1.1a ursprünglich für Systeme mit einer Taktrate von wenigen Megahertz und einem Arbeitsspeicher von etwa 1 MB konzipiert wurde, verfügen heutige Standardrechner üblicherweise über Kapazitäten von 16 GB RAM oder mehr.

GitHub-Präsenz und Richtigstellung der Urheberschaft

Das entsprechende Repository wurde am 6. August 2026 unter dem Namen „jmarshall23/msword“ auf der Plattform GitHub veröffentlicht. Bis zum 10. August 2026 verzeichnete das Projekt 128 Stars sowie 10 Forks und enthält zudem automatisierte Tests zur Sicherstellung der Funktionalität. Marshall stellt die Software unter einer nicht-kommerziellen Lizenz zur Verfügung.

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Im Zuge der Veröffentlichung kam es in verschiedenen Medien zu faktisch unzutreffenden Darstellungen. Mehrere Berichte behaupteten fälschlich, dass Microsoft selbst den nativen x64-Port veröffentlicht oder diesen speziell für ausgewählte Tester und Enterprise-Kunden angekündigt habe. Tatsächlich stammt der Port jedoch ausschließlich von dem unabhängigen Entwickler Justin Marshall und ist für die Allgemeinheit öffentlich auf GitHub zugänglich.

Modernisierung von Legacy-Komponenten in Windows 11

Das Projekt fällt in eine Zeit, in der Microsoft verstärkt eigene Anstrengungen unternimmt, um veraltete Bestandteile des Betriebssystems Windows 11 zu modernisieren. Aktuell werden diverse Legacy-Komponenten, darunter die Dateieigenschaften (File Properties), die Druckverwaltung (Print Management) sowie verschiedene Dialogfelder aus der Windows-8-Ära, mit WinUI 3 neu geschrieben. Ziel dieser Maßnahmen ist eine konsistentere Benutzeroberfläche und die Ablösung alter UI-Strukturen im Startmenü und im Ausführen-Dialog.

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Branchenbeobachter äußerten in diesem Zusammenhang jedoch Kritik an der Geschwindigkeit dieser Transformation. Es wird angeführt, dass die Umstellung auf WinUI zur Verbesserung der Performance und zur Senkung des Arbeitsspeicherverbrauchs bereits Jahre früher hätte eingeleitet werden müssen. Trotz der aktuellen Bemühungen bleiben viele Legacy-Komponenten weiterhin fester Bestandteil des Betriebssystems.

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