Word-Wurm, Microsoft

Word-Wurm: Microsoft Copilot anfällig für Prompt-Injection-Angriffe

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 18:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Sicherheitsforscher entdeckt einen Prompt-Injection-Wurm in Microsoft Copilot für Word, der sensible Daten manipulieren kann.

Copilot-Schwachstelle: Word-Wurm gefährdet Unternehmensdaten
Digitale Darstellung eines Computerbildschirms mit leuchtender KI-Oberfläche und glitchartigem Code, der eine Sicherheitslücke darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein norwegischer Sicherheitsforscher hat eine gravierende Schwachstelle in Microsoft Copilot für Word aufgedeckt. Der Fehler ermöglicht einen sich selbst verbreitenden Prompt-Injection-Wurm, der sensible Daten manipulieren und Schadcode automatisch an andere Dokumente weitergeben kann.

Gefährliche Unsichtbarkeit: So funktioniert der Angriff

Die Attacke nutzt eine Technik namens Prompt Injection (OWASP-Kategorie LLM01). Angreifer platzieren versteckte Textanweisungen in Dokumenten – oft als weiße Schrift auf weißem Hintergrund, für menschliche Leser unsichtbar. Öffnet ein Nutzer eine infizierte Datei und nutzt Copilot zum Schreiben oder Bearbeiten, interpretiert die KI diese versteckten Befehle als legitime Nutzeranfragen.

Die Folgen sind alarmierend: Copilot kann auf Anweisung des Angreifers Finanzzahlen umschreiben oder andere kritische Daten manipulieren. Noch gefährlicher: Der Schadcode repliziert sich selbst in jedes neue Dokument, das während der Sitzung erstellt wird. So verbreitet sich der „Wurm“ ungehindert durch Unternehmensnetzwerke – immer dann, wenn Dokumente geteilt und von der KI verarbeitet werden.

Microsofts Gegenmaßnahmen verpuffen

Die Veröffentlichung der Schwachstelle am 28. Juli 2026 erfolgte nach einer 144-tägigen Koordinationsphase zwischen dem Forscher und Microsoft. Der Konzern bestätigte das Problem bereits am 31. März und versuchte seither mehrfach, die Lücke zu schließen. Die Maßnahmen umfassten das Blockieren bestimmter Formulierungen aus dem ursprünglichen Proof-of-Concept sowie ein Upgrade auf das Sprachmodell GPT-5.5.

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Doch der Forscher berichtet, dass diese Maßnahmen das grundlegende Architekturproblem nicht beheben: die Vermischung von Anweisungen mit Daten. Ein einfaches Umformulieren der schädlichen Prompts genügt, um die Attacke wieder wirksam zu machen. Tests Ende Juli 2026 zeigen, dass die Schwachstelle selbst in neueren Modellversionen wie GPT-5.6 weiterhin existiert. Ein offizielles CVE oder ein Sicherheitsupdate für Kunden? Fehlanzeige.

Sicherheitsteams unter Druck

Die Entdeckung des „Word-Wurms“ kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Microsoft ohnehin mit einer Flut von Schwachstellenmeldungen zu kämpfen hat. Im April 2026 identifizierte Anthropics Claude Mythos Preview allein in SharePoint 90 kritische und 141 wichtige Sicherheitslücken.

Interne Kommunikation aus einer Besprechung Mitte Mai 2026 deutet darauf hin, dass Microsoft-Ingenieure Schwierigkeiten haben, die Lücken schneller zu schließen, als sie entdeckt werden. Sicherheitsexperten des Five Eyes-Bündnisses warnten damals, dass das Zeitfenster für Angreifer schrumpfe – KI-gestützte Entdeckungswerkzeuge würden immer zugänglicher.

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Trotz des hohen Arbeitsaufkommens hat Microsoft sein Patch-Tempo erhöht. Der Patch Tuesday im Juni 2026 adressierte mehr als 200 Schwachstellen, das Update vom 14. Juli sogar über 600. Microsoft betont, dass Sicherheit weiterhin höchste Priorität habe. Der Konzern überprüft derzeit seine Priorisierungsstrategien, um mit der wachsenden Zahl KI-identifizierter Sicherheitslücken Schritt zu halten.

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