X Money: Elon Musk ersetzt Stripe durch hauseigenes Zahlungssystem
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 01:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Social-Media-Plattform X unter der Leitung von Elon Musk vollzieht einen bedeutenden Schritt in der Finanzintegration. Wie das Unternehmen Anfang September 2026 ankündigte, werden sämtliche Auszahlungen für Inhalteersteller in den USA künftig über den internen Dienst X Money abgewickelt. Damit ersetzt das hauseigene System den bisherigen Partner Stripe für die Vergütung von Originalinhalten und Abonnements.
Wegfall von Mindestgrenzen und Wartezeiten
Mit dem Wechsel zu X Money ändern sich die Konditionen für die Gutschriften fundamental. Während unter dem bisherigen System bestimmte Schwellenwerte erreicht werden mussten, sollen Auszahlungen über X Money künftig sofort und ohne die bisherige Mindestgrenze von 30 US-Dollar erfolgen. Auch die übliche zweiwöchige Wartezeit entfällt für Nutzer des neuen Systems.
Diese Umstellung beschränkt sich zunächst auf den US-Markt. Inhalteersteller außerhalb der Vereinigten Staaten nutzen laut Unternehmensangaben weiterhin den Dienstleister Stripe für ihre Vergütungen.
Strategische Neuausrichtung der Creator-Vergütung
Zeitgleich mit der technischen Umstellung passt X die Struktur seiner Förderprogramme an. Das bestehende „Creator Revenue Sharing Program“ wird zum 7. September 2026 eingestellt. Bereits am 8. September 2026 soll es durch die „Original Content Rewards“ ersetzt werden. In diesem neuen Modell basiert die Vergütung maßgeblich auf den Impressionen, die durch Premium-Nutzer auf der Plattform generiert werden.
Für die steuerliche Abwicklung setzt das Unternehmen auf die Standardformulare 1099-NEC und W-9, um die Einnahmen der Creator ordnungsgemäß zu erfassen.
Funktionsumfang und infrastrukturelle Basis von X Money
Der Rollout von X Money ist Teil der langfristigen Strategie, die Plattform zu einer umfassenden Mehrzweck-App auszubauen. Das System umfasst Peer-to-Peer-Zahlungen, eine Visa-Debitkarte, Lastschriftverfahren sowie Überweisungen und Rechnungszahlungen.
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Die Konten werden bei der Cross River Bank geführt. Durch ein Cash-Sweep-Verfahren besteht ein FDIC-Schutz für Einlagen bis zu einer Höhe von 10 Millionen US-Dollar. Premium+-Abonnenten erhalten sofort Zugang zu einer jährlichen Rendite (APY) von 6 Prozent, während Premium-Nutzer diesen Zinssatz bei Einrichtung eines Gehaltseingangs (Direct Deposit) erzielen können.
Für Standard-Nutzer liegt die Verzinsung bei 4 Prozent. Zum Leistungspaket gehören zudem eine Cashback-Funktion von 3 Prozent auf die Visa-Karte sowie kostenlose Bargeldabhebungen an Automaten.
Regionale Einschränkungen und Sicherheitsfragen
X Money ist derzeit in 41 US-Bundesstaaten sowie im District of Columbia verfügbar. Ausgenommen sind unter anderem New York und Massachusetts. In New York teilte die Finanzaufsicht NYDFS bereits im Juli 2026 mit, dass keine Zinsen auf Einlagen bei Nicht-Banken gezahlt werden dürfen. Als Zwischenlösung bietet X dort einen Bonus von 300 US-Dollar für die Nutzung des Gehaltseingangs an.
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Begleitet wurde der breite Rollout Ende August von technischen Irritationen. Zahlreiche Nutzer erhielten unaufgefordert E-Mails zur Passwort-Zurücksetzung, was Sorgen vor Phishing-Angriffen schürte. Der Produktingenieur Mridul Singhai betonte jedoch am 1. September 2026, dass keine Anzeichen für eine Sicherheitsverletzung vorlägen.
Ersten Analysen zufolge seien die Anfragen massenhaft über öffentliche Benutzernamen ausgelöst worden. James Burnham, General Counsel bei X, drohte potenziellen Angreifern mit strafrechtlichen Konsequenzen und forderte die Nutzerschaft zur Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung auf.
