Xbox-Krise: Microsoft streicht 3.200 Gaming-Jobs – Game Pass unwirtschaftlich
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 11:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Betroffen sind 3.200 Arbeitsplätze in der Spieleabteilung – Teil eines Konzernumbaus, der insgesamt 4.800 Stellen (etwa 2,1 Prozent der Gesamtbelegschaft) betrifft. Die Nachricht schockt die Branche, denn Xbox-Chefin Asha Sharma spricht Klartext: Das Geschäft sei „ungesund".
Verluste in Milliardenhöhe
Die Zahlen, die Sharma intern präsentierte, sind alarmierend. Für jeden investierten Dollar habe Microsoft 64 Cent verloren, so die Managerin. Besonders der Abo-Dienst Game Pass stehe auf wackligen Beinen. Sharmas Einschätzung: Die Wirtschaftlichkeit des Dienstes sei „nicht nachhaltig". Noch gravierender: Die Gewinnmargen der Xbox-Sparte liegen drei- bis zehnmal niedriger als bei Wettbewerbern.
Studios werden abgestoĂźen
Microsoft vollzieht eine Kehrtwende in seiner Übernahmestrategie. Statt weiter Studios aufzukaufen, trennt sich der Konzern nun von mehreren Entwicklerhäusern. Double Fine und Compulsion Games sollen wieder eigenständig werden. Ninja Theory und Undead Labs wurden bereits verkauft. Bei Arkane Lyon prüft die Konzernführung noch die Zukunft.
Besonders hart trifft es Obsidian Entertainment: Rund 52 Mitarbeiter – ein Viertel der Belegschaft – mussten gehen. Die Studio-Pläne wurden umgeworfen. Statt einer Fortsetzung des Titels „Avowed" arbeitet das Team nun unter Josh Sawyer an einem neuen Fallout-Ableger. Xbox will die Veröffentlichungszyklen der großen Marken wie Fallout und Halo deutlich verkürzen.
id Software verliert VFX-Team
Microsofts Gaming-Sparte schreibt Milliardenverluste – der Game Pass ist laut interner Einschätzung „nicht nachhaltig". Für Anleger stellt sich die Frage: Welche Gaming-Investments haben noch Zukunft? Dieser Report liefert eine nüchterne Analyse der Wirtschaftlichkeit und eine Checkliste zur Bewertung von Gaming-Aktien. Jetzt kostenlosen Analyse-Report anfordern
Auch bei id Software – bekannt für „DOOM" – wurde der Rotstift angesetzt. Rund 100 Stellen fielen weg, darunter fast das gesamte visuelle Effekte-Team. Die Studioleitung gibt sich dennoch zuversichtlich: Die aktuelle Teamgröße entspreche dem Niveau während der Entwicklung des DOOM-Reboots von 2016. Für die laufenden Projekte reiche das Personal aus.
Regional sind 158 Stellen bei ZeniMax in Texas und 52 Jobs in Obsidians Kalifornien-BĂĽro betroffen. Die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) verhandelt derzeit ĂĽber die KĂĽndigungstermine. Der gesamte Stellenabbau soll bis Juni 2027 abgeschlossen sein. Bereits im April 2026 hatte Microsoft ein freiwilliges Abfindungsprogramm aufgelegt.
Gewerkschaften protestieren
Die OneBGS-Gewerkschaft, die Beschäftigte bei ZeniMax und Bethesda vertritt, hat für den 15. Juli Proteste angekündigt. Die Forderungen: Vorrangige Versetzung betroffener Mitarbeiter, bessere Abfindungen und Rückkehrrechte für Gekündigte.
Microsofts Kommunikationschef Frank X. Shaw wies unterdessen Berichte zurück, wonach der Konzern einheimische Arbeitskräfte durch H-1B-Visum-Beschäftigte ersetze. Die meisten gestrichenen Stellen befänden sich außerhalb der USA, betonte Shaw. Die Umstrukturierung sei eine Reaktion auf die finanzielle Schieflage – kein Versuch, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.
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Branchen-Ikone ĂĽbt Kritik
id-Software-Mitbegründer John Carmack äußerte sich enttäuscht über die Entwicklung. Seine frühere positive Einschätzung von Microsofts Führung der Gaming-Marken altere „nicht gut", so der Entwickler-Veteran mit Blick auf die aktuellen Kürzungen.
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