Xbox-Sparte: Microsoft baut 3.200 Stellen ab, investiert 190 Mrd. in KI
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 13:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Xbox-Konzern wehrt sich gegen Vorwürfe, Stellenstreichungen würden gezielt genutzt, um amerikanische Arbeitsplätze durch günstigere ausländische Fachkräfte zu ersetzen.
Microsofts Kommunikationschef Frank X. Shaw stellte am Freitag klar: Die aktuellen Entlassungen von rund 4.800 Beschäftigten – das sind etwa 2,1 Prozent der Belegschaft – seien eine notwendige Umstrukturierung und kein Personal-Tauschgeschäft. Kritiker hatten zuvor behauptet, der Konzern wolle US-Mitarbeiter durch günstigere Kräfte mit H-1B-Visa ersetzen. Shaw wies dies entschieden zurück: Die von Kritikern zitierten H-1B-Zahlen spiegelten konzernweite Visadaten und Verlängerungen wider – nicht etwa offene Stellen in der Xbox-Sparte.
Xbox-Sparte besonders betroffen
Der Großteil der Streichungen trifft die Gaming-Sparte. Rund 3.200 Stellen werden dort abgebaut, etwa 20 Prozent der Belegschaft. Die Kürzungen erfolgen in mehreren Wellen: 1.600 Jobs wurden bereits gestrichen, weitere 1.600 sollen bis Juni 2027 folgen. Microsoft betont, dass die meisten betroffenen Stellen außerhalb der USA liegen – darunter Mitarbeiter von Compulsion Games in Kanada und Arkane France.
Trotz der Einschnitte bleibe Xbox der größte Arbeitgeber der US-Spielebranche, so das Unternehmen. Die Realität sieht jedoch düster aus: Interne Daten zeigen, dass die Gewinnmargen der Xbox-Sparte drei- bis zehnmal niedriger liegen als bei den Hauptkonkurrenten. Pro investiertem Dollar verliert die Division 64 Cent. Die Plattform-Teams sind trotz sinkender Spielzeiten noch immer 40 Prozent größer als bei der Konkurrenz.
Studios verlassen Microsoft-Ökosystem
Die Umstrukturierung hat weitreichende Folgen für die Entwicklerlandschaft. Compulsion Games und Double Fine werden unabhängig, Ninja Theory und Undead Labs suchen neue Eigentümer. Arkane France befindet sich in einer Konsultationsphase. Allein bei Zenimax Online Studios verloren 213 Mitarbeiter ihren Job, bei Obsidian Entertainment waren es 50 Beschäftigte.
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Führungskraft im Fokus
Microsoft stellte sich zudem hinter Xbox-CEO Asha Sharma, die zuletzt in die Kritik geraten war. Shaw bestätigte, dass Sharma in Wisconsin geboren und aufgewachsen sei. Parallel zu den internen Turbulenzen wurde Sharma kürzlich zur Co-Leiterin einer Fed-Taskforce ernannt, die die wirtschaftlichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Produktivität und Beschäftigung untersuchen soll.
Milliarden für Rechenzentren
Während Microsoft Personal abbaut, investiert der Konzern massiv in andere Bereiche. Rund 190 Milliarden Euro sind 2026 für Rechenzentren vorgesehen – ein Anstieg um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Personalchefin Amy Coleman betonte, dass KI nicht genutzt werde, um gestrichene Stellen zu ersetzen. Die Technologie verändere jedoch grundlegend, wie Arbeit im gesamten Konzern erledigt werde.
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Hilfsfonds für Betroffene
Die Gewerkschaft United Videogame Workers hatte bereits Anfang des Jahres einen Härtefallfonds aufgelegt. Betroffene Mitarbeiter in den USA und Kanada können bis zu 4.600 Euro Unterstützung erhalten – unabhängig von ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft. Die Initiative ist ein Zeichen für die angespannte Lage in der Spielebranche, die weiterhin von massiven Personalverschiebungen und Konzernumbauten geprägt ist.
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