XPeng Iron startet Serienproduktion: 1.000+ Einheiten monatlich
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 07:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleich mehrere Großkonzerne und Start-ups drängen in das Geschäft mit den menschenähnlichen Maschinen – allen voran die Chinesen.
Die Aktie des chinesischen Autobauers XPeng legte am Mittwoch um vier Prozent zu. Auslöser: Das Unternehmen will seinen humanoiden Roboter „Iron" noch in diesem Jahr in Serie produzieren lassen – mit einer Stückzahl von über 1.000 Einheiten pro Monat. Der Schritt ist Teil einer globalen Investitionswelle, die den Sektor grundlegend verändert.
Technische Daten und Einsatzgebiete des „Iron"-Roboters
Der „Iron" ist 1,78 Meter groß, wiegt 70 Kilogramm und verfügt über 82 Freiheitsgrade – also Gelenke und Bewegungsachsen. Besonders bemerkenswert: Die Hände des Roboters besitzen eine 22-stufige Beweglichkeit. Angetrieben wird die Maschine von drei Turing-KI-Chips mit einer Rechenleistung von 2.250 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde). Die Steuerungssoftware basiert auf dem KI-Modell VLA 2.0, das XPeng auch für sein autonomes Fahren einsetzt.
Erst am 14. Juli schloss XPeng die europäischen Lokalisierungstests des Systems in Deutschland ab. Die erste Generation des Roboters soll zunächst in den eigenen Produktionshallen zum Einsatz kommen. Eine zweite Generation ist für den kommerziellen Service vorgesehen – etwa als Verkaufsassistent in chinesischen XPeng-Showrooms ab dem ersten Quartal 2027. Der globale Marktstart folgt im zweiten Quartal 2027. Für Privathaushalte werden die Roboter frühestens 2028 verfügbar sein.
China dominiert – andere Nationen ziehen nach
Der Markt fĂĽr humanoide Roboter wird derzeit von chinesischen Herstellern beherrscht. Sie kommen auf einen Anteil von 87 Prozent an den weltweiten Auslieferungen. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat ihre Prognose fĂĽr China im laufenden Jahr verdoppelt: Statt 25.000 rechnet sie nun mit 50.000 ausgelieferten Einheiten. Der Wert des chinesischen Marktes soll 2026 bei umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro liegen.
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Bis 2030 könnten in China jährlich 446.000 Einheiten ausgeliefert werden – ein Marktvolumen von umgerechnet rund 13,5 Milliarden Euro. Weltweit lag die Zahl der Auslieferungen 2025 bei etwa 17.000 bis 18.000 Stück. Für 2026 wird eine Verdopplung auf rund 40.000 Einheiten erwartet. Langfristig prognostizieren Marktforscher ein globales Marktvolumen von umgerechnet rund 110 Milliarden Euro bis 2035 – bei einem jährlichen Wachstum von knapp 44 Prozent.
Milliarden-Investments und neue Konsortien
Angesichts der chinesischen Dominanz – allein in der ersten Jahreshälfte 2026 flossen umgerechnet rund 13,5 Milliarden Euro in humanoide Start-ups – reagieren andere Nationen mit eigenen Großprojekten:
- Japan hat das Konsortium Noetra gegründet, an dem unter anderem SoftBank und Fujitsu beteiligt sind. Die Finanzierung beträgt umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro.
- Südkorea wird von Analysten als „dritter Weg" zwischen den USA und China im Bereich der physischen KI gehandelt.
- Walden Robotics, ein Spin-off des Toyota-Forschungsinstituts, startete mit umgerechnet rund 270 Millionen Euro und einer Bewertung von rund einer Milliarde Euro. Zu den Investoren zählen Nvidia, Boeing und Toyota. Das Unternehmen setzt auf ein Robots-as-a-Service-Modell (RaaS) und hat bereits Einheiten in einem nordamerikanischen Autowerk im Einsatz.
- Meta ist durch die Ăśbernahme von Assured Robot Intelligence in den Markt eingestiegen.
- Hyundai hat seine Kontrolle ĂĽber Boston Dynamics ausgebaut und die restlichen 9,65 Prozent von SoftBank fĂĽr umgerechnet rund 293 Millionen Euro ĂĽbernommen.
- Der chinesische Hersteller AgiBot expandiert nach Europa – in acht Länder, darunter Frankreich und Deutschland. Europäische Partner sollen 2026 für acht Prozent des Umsatzes stehen.
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Lieferketten und politische Herausforderungen
Mit der wachsenden Industrie wachsen auch die Forderungen nach einer strukturierten nationalen Strategie. Der CEO von Agility Robotics warnt vor Engpässen in der Lieferkette. Besonders kritisch: China kontrolliert 90 Prozent der weltweiten Kapazitäten für Permanentmagnete – ein zentrales Bauteil für Roboterantriebe.
Gefordert werden nationale Robotik-Strategien, freiwillige Sicherheitsstandards und Beschaffungswege für Logistik und Verteidigung, um kleineren Herstellern den Markteintritt zu erleichtern. In der Europäischen Union treiben derweil eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent und steigende Lohnkosten die Nachfrage nach humanoiden Arbeitskräften in Logistik und Produktion an.
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