Xpeng startet Serienproduktion: Erstes Robotaxi rollte vom Band
27.05.2026 - 01:30:06 | boerse-global.deGleich mehrere Hersteller brachten in dieser Woche neue High-End-Modelle auf den Markt, die mit modernster KI-Technologie ausgestattet sind. Der Wettbewerb um die Vorherrschaft bei selbstfahrenden Fahrzeugen erreicht damit eine neue Dimension.
Nio und AITO liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen
Am Abend des 27. Mai 2026 feierten gleich zwei chinesische Premium-Hersteller den Marktstart ihrer neuen Flaggschiff-SUVs. Nio brachte den ES9 offiziell an den Start – ein Hightech-Gefährt, das mit dem firmeneigenen 5-Nanometer-Chip Shenji NX9031 und dem Betriebssystem SkyOS ausgestattet ist. Die 900-Volt-Architektur ermöglicht 707 PS und einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,3 Sekunden.
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Das Interesse ist enorm: Die Vorbestellungen für den ES9 liegen 1,5-mal höher als beim Vorgängermodell ES8 zum gleichen Zeitpunkt. Der Preis liegt zwischen 528.000 und 658.000 Yuan (rund 67.000 bis 83.000 Euro). Eine Batteriemietoption senkt den Einstiegspreis auf 420.000 Yuan. Besonders beeindruckend: Der ES9 absolvierte einen 10.000 Kilometer langen Dauerlauf in nur 94 Stunden.
Fast zeitlich parallel präsentierte die Huawei-Tochter AITO den M9. Das Flaggschiff-SUV hatte bereits vor der Markteinführung mehr als 60.000 Vorbestellungen gesammelt. Die Ausstattung liest sich wie ein Technologie-Katalog: sechs Lidar-Sensoren und die zweite Generation der Xuanwu-Architektur. Der M9 ist sowohl als Range-Extender als auch als reines Elektroauto erhältlich. Die Preise reichen von 499.800 bis 669.800 Yuan für die Ultimate-Version. Rund 40 Prozent der Erstkunden entschieden sich für das Top-Modell mit Drei-Motor-Antrieb und 664 kW Leistung.
Robotaxis rollen vom Band
Doch nicht nur Privatkunden stehen im Fokus. Am 26. Mai 2026 verkündete Xpeng einen Meilenstein: Das erste serienproduzierte Robotaxi rollte in Guangzhou vom Band. Das Spezialfahrzeug basiert auf der GX-SUV-Plattform und wird von vier Turing-KI-Chips angetrieben. Die Rechenleistung: beeindruckende 3.000 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde).
Der Zeitplan steht: Pilotbetriebe starten in der zweiten Jahreshälfte 2026, der vollständig fahrerlose Betrieb soll Anfang 2027 folgen.
Tesla beugt sich chinesischen Regularien
Die regulatorischen Hürden in China sind hoch – das musste auch Tesla erfahren. Nach der Einführung des „Supervised" Full Self-Driving (FSD) am 21. Mai 2026 – dem zehnten globalen Markt – passte der US-Konzern seine Branding-Strategie an. Aus FSD wurde für den chinesischen Markt „Tesla Assisted Driving" (TAD). Der Preis bleibt mit 64.000 RMB (rund 8.100 Euro) unverändert. Voraussetzung für die volle Funktionalität ist die Hardware 4.0 (HW4.0).
Die Zulassung für den Vollbetrieb strebt Tesla bis zum dritten Quartal 2026 an. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Erste Tests der V14.3-Architektur zeigten bei ungeschützten Linksabbiegern eine Erfolgsquote von 68 bis 70 Prozent. Huaweis Advanced Driving System (ADS) liegt hier mit über 90 Prozent deutlich vorn.
Sicherheit als Verkaufsargument
Die Hersteller setzen zunehmend auf Sicherheitsdaten als Marketinginstrument. BYD veröffentlichte am 25. Mai 2026 freiwillige Zahlen: Demnach sind Fahrzeuge mit Autopilot sechsmal seltener in schwere Unfälle verwickelt als der durchschnittliche menschliche Fahrer. Nio demonstrierte in einer nationalen Übertragung die Sicherheitsfeatures des ES9, darunter einen Hochvolt-Schnellabschalter, der in 0,005 Sekunden auslöst.
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Kapitalströme fließen in die Zukunft
Das Vertrauen der Investoren in den Sektor bleibt ungebrochen. Der chinesische E-Lkw-Startup Zeron sicherte sich am 26. Mai 2026 in einer Series-B2-Finanzierungsrunde 200 Millionen US-Dollar. Zu den Investoren zählen Zijin Mining, Temasek und InnoVen Capital. Der Umsatz in den ersten vier Monaten 2026 lag fünfmal höher als im Vorjahr – bei positivem operativem Cashflow seit dem vierten Quartal 2025.
Ausblick: Massenmarkt für autonomes Fahren
Die geballte Markteinführung neuer Modelle Ende Mai 2026 signalisiert einen Wendepunkt. Der chinesische Markt bewegt sich von der Testphase hin zur Massenvermarktung von Level-2+- und Level-3-Funktionen. Die Konzentration auf leistungsstarke Hardware – Nios 5-Nm-Chips, Xpengs 3.000-TOPS-Plattform – zeigt, dass lokale Hersteller auf Rechenleistung setzen, um internationale Konkurrenten zu überflügeln.
Die regulatorische Hürde bleibt hoch, wie Teslas strategicche Umbenennung zeigt. Der Erfolg von Huaweis Partnerschaften mit AITO, Voyah und Maextro deutet darauf hin, dass sich ein Plattform-Sharing-Modell für autonome Intelligenz als dominante Strategie durchsetzt. Mit dem Beginn der Serienproduktion von Robotaxis bei Xpeng ist ein klarer Zeitplan für die Kommerzialisierung fahrerloser Mobilität in Großstädten wie Guangzhou vorgegeben. Das Jahr 2027 wird zum entscheidenden Benchmark für die gesamte Branche.
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