YubiKey 5.8 und DigipassONE: Branche rüstet gegen KI-Phishing auf
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft, Yubico und Google setzen neue Standards für die Authentifizierung ohne Passwort. Der gemeinsame Vorstoß der Technologiekonzerne kommt nicht zufällig: KI-gestützte Phishing-Angriffe werden immer gefährlicher und treffen selbst erfahrene Nutzer mit erschreckender Präzision.
Microsoft macht Schluss mit SMS-Codes
Der Softwarekonzern aus Redmond hat Passkeys zur Standard-Authentifizierungsmethode für Entra ID erklärt. Damit werden alte Verfahren wie SMS- und sprachbasierte Logins schrittweise abgeschafft. Der Grund: Während klassische Phishing-Versuche nur auf etwa zwölf Prozent Klickrate kommen, erreichen KI-optimierte Kampagnen inzwischen bis zu 54 Prozent. Passkeys setzen auf Public-Key-Kryptografie und verlassen das Gerät des Nutzers nie – ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Passwörtern, die bei jedem Login übertragen werden.
Yubico und Google liefern die Hardware nach
Am 21. Juli brachte Yubico den YubiKey 5.8 auf den Markt. Der neue Sicherheitsschlüssel unterstützt den CTAP-2.3-Standard und erlaubt hardwaregestützte digitale Signaturen. Bis zu 16 Unternehmens-Identitäten lassen sich auf einem Gerät verwalten, inklusive sicherer Zahlungsbestätigungen.
Parallel dazu erweitert Google sein Ökosystem: Eine Android-TV-Aktualisierung erlaubt nun den Login über passkeys vom Smartphone. Und mit dem neuen CLI-Tool „Modern Web Guidance" erhalten Entwickler Unterstützung für über 100 moderne Web-Features – ein klares Signal, dass die Branche die Infrastruktur für die passwortlose Zukunft aufbaut.
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Banken setzen auf parallele Systeme
OneSpan hat am 22. Juli die Plattform DigipassONE vorgestellt, die speziell auf den Finanzsektor zugeschnitten ist. Banken können damit Passkeys und FIDO2-Authentifizierung parallel zu bestehenden Systemen wie Einmalpasswörtern (OTP) betreiben. Kein Wunder: OneSpan beliefert mehr als 60 Prozent der 100 größten Banken weltweit.
Doch der Weg zur Passwortfreiheit ist noch weit. Gerade einmal 36 Prozent der weltweit führenden Websites unterstützen derzeit Passkeys. Zudem warnen Sicherheitsexperten vor einem entscheidenden Unterschied: Synchronisierte Passkeys, die in der Cloud wie iCloud oder Google-Konten gesichert werden, sind bei Verlust wiederherstellbar. Gerätegebundene Varianten dagegen nicht – wer seinen YubiKey verliert, verliert auch den Zugang.
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Angriff auf Fast-Food-Kette zeigt die Dringlichkeit
Wie real die Gefahr ist, zeigt ein Vorfall bei Chick-fil-A Mitte Juni 2026. Bei einem Credential-Stuffing-Angriff erbeuteten Hacker gestohlene Zugangsdaten aus Drittquellen und legten persönliche Daten sowie Zahlungsinformationen von über 2.000 Kunden in Texas offen. Ein Fall, der verdeutlicht: Solange Passwörter existieren, werden sie auch gestohlen.
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