Yucca-Extrakt: NatĂŒrlicher Zusatz senkt Stallgase und stĂ€rkt Darmflora
21.06.2026 - 06:23:06 | boerse-global.de
Die Nutztierhaltung steht vor einem doppelten Problem: Sie soll umweltfreundlicher werden â und gleichzeitig die Tiergesundheit verbessern. Zwei AnsĂ€tze rĂŒcken dabei in den Fokus: natĂŒrliche FutterzusĂ€tze wie Yucca-Extrakt und technologische Lösungen zur Emissionskontrolle.
Wie Yucca-Schidigera-Extrakt im Tier wirkt
Der Extrakt der Yucca-Schidigera-Pflanze enthĂ€lt Saponine und Polyphenole. Diese Stoffe fördern das Wachstum nĂŒtzlicher Darmbakterien und hemmen schĂ€dliche Keime. Eine stabile Darmflora ist die Basis fĂŒr eine bessere NĂ€hrstoffaufnahme â und damit fĂŒr die LeistungsfĂ€higkeit der Tiere.
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Ein weiterer Vorteil: Die Extrakte binden Stoffwechselnebenprodukte direkt im Stall. Das reduziert Ammoniak- und Geruchsemissionen am Entstehungsort. Die Atemwege der Tiere werden entlastet, auch das Arbeitsumfeld fĂŒr die Mitarbeiter verbessert sich spĂŒrbar.
Unterschiedliche Effekte bei GeflĂŒgel, Schweinen und Rindern
Die Wirkung der Yucca-Supplementierung variiert je nach Tierart â das Ziel bleibt aber gleich: effizientere Ressourcennutzung.
- GeflĂŒgelhaltung: Im Vordergrund steht die Reduzierung von Ammoniak in der Einstreu. Das verbessert die LuftqualitĂ€t und beugt FuĂballenentzĂŒndungen vor.
- Schweinemast: Die Tiere verwerten das Futter besser. Das kann die Mastdauer positiv beeinflussen.
- Rinderhaltung: Bei WiederkĂ€uern verbessert sich die Stickstoffverwertung im Pansen. Zudem deuten Untersuchungen auf eine Senkung des MethanausstoĂes hin.
Kalkstickstoff und 3NOP: Technische Lösungen im Test
Neben pflanzlichen ZusĂ€tzen werden auch technische Verfahren erprobt. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen testete im Herbst und Winter 2024 einen speziellen Kalkstickstoff-Zusatz in der GĂŒlle. Ergebnis: Die Methanemissionen sanken um 32 Prozent auf 2,03 kg pro Tierplatz â bei stabilen Tageszunahmen von rund 1.120 Gramm.
Parallel dazu lĂ€uft das Zulassungsverfahren fĂŒr das MolekĂŒl 3-Nitrooxypropanol (3NOP). Es hemmt gezielt die Methanbildung durch Archaeen im Pansen von WiederkĂ€uern, ohne die ĂŒbrige Mikroflora zu schĂ€digen. In Versuchen reduzierte es die Methanproduktion um rund 30 Prozent.
Auch die Stickstoffeffizienz von DĂŒngemitteln lĂ€sst sich optimieren. Urease-Inhibitoren wie NBPT bremsen die Umwandlung von Harnstoff. Das steigert die Stickstoffeffizienz um 30 bis 40 Prozent und minimiert gleichzeitig Ammoniakverluste.
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Strengere Regeln fĂŒr mehr Tierwohl
Ab dem 1. Juli 2026 gelten höhere Anforderungen an die Stallhygiene. Der QM-Milch-Standard wird verschĂ€rft: Die Mindestpunktzahl im Bereich Tierschutz steigt, der Anteil der KĂŒhe in der schlechtesten Sauberkeitsstufe sinkt von 50 auf maximal 30 Prozent.
Die Entwicklungen zeigen: Darmgesundheit durch ZusĂ€tze wie Yucca, technologische Emissionsminderung und verbessertes Management greifen zunehmend ineinander. Das Ziel ist eine Tierhaltung, die sowohl ökonomische als auch ökologische Anforderungen erfĂŒllt.
