YUTREPIA-Patentstreit: US-Gericht bestätigt zwei Ansprüche von United Therapeutics
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der rechtlichen Auseinandersetzung zwischen den Pharmaunternehmen United Therapeutics und Liquidia um Inhalationslösungen zur Behandlung von Lungenhochdruck hat das US-Bezirksgericht in Delaware eine weitreichende Entscheidung getroffen.
Im Zentrum des Verfahrens nach dem Hatch-Waxman-Gesetz steht das US-Patent 11.826.327, das inhalierbares Treprostinil zur Behandlung von interstitieller Lungenerkrankung-assoziierter pulmonaler Hypertonie (PH-ILD) schützt.
Rechtliche Bewertung der Patentansprüche
Richter Richard G. Andrews befand laut Gerichtsunterlagen von Ende September 2026, dass die Ansprüche 1 und 14 des genannten Patents gültig sind und durch das Liquidia-Produkt YUTREPIA verletzt wurden. Vier weitere der insgesamt sechs geltend gemachten Ansprüche erklärte das Gericht hingegen für ungültig. Das Urteil betrifft inhalatives Treprostinil gegen PH-ILD, einschließlich Formulierungen als Trockenpulver.
Bereits in einer Phase vor dem Prozess im Juni 2025 hatte Liquidia eingeräumt, dass YUTREPIA die Ansprüche 1 und 14 verletze, wobei das Unternehmen jedoch die Gültigkeit dieser Patentansprüche bestritten hatte. Richter Andrews wies Liquidias Einwände nun zurück. Er schloss unter anderem ein früheres Patent als Einwand aus, da für beide Erfindungen ein gemeinsames Eigentum vorlag.
Zudem lehnte das Gericht einen Antrag von Liquidia ab, Argumente von United Therapeutics zur Ausnahme des gemeinsamen Eigentums aus dem Verfahren zu streichen. Der Richter befand, dass United Therapeutics diesen Punkt ausreichend dargelegt und die Gegenseite informiert habe.
Konsequenzen für den Markt und die Produktkennzeichnung
Für Liquidia ergeben sich aus dem Urteil operative Herausforderungen. Das Unternehmen beabsichtigt, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. Parallel dazu ist geplant, bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen, die PH-ILD-Indikation aus der Kennzeichnung von YUTREPIA zu entfernen. Das Medikament hatte im Jahr 2025 die Zulassung für die Anwendungsgebiete PAH (pulmonale arterielle Hypertonie) und PH-ILD erhalten.
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Die möglichen Folgen für Liquidia reichen von einer bloßen Änderung der Indikation bis hin zu umfassenderen Verkaufsbeschränkungen. United Therapeutics hat eine Verfügung beantragt, welche die Marktverfügbarkeit von YUTREPIA einschränken könnte.
Die finanziellen Auswirkungen dieser rechtlichen Entwicklung sind derzeit noch nicht verlässlich abschätzbar. Bekannt ist jedoch, dass YUTREPIA im zweiten Quartal 2026 laut Unternehmensangaben einen Nettoproduktumsatz von 170,4 Millionen US-Dollar erzielte.
Marktreaktionen und Analysteneinschätzungen
Die Aktienmärkte reagierten unmittelbar auf die juristische Entwicklung. Das Wertpapier von United Therapeutics verzeichnete Ende September 2026 signifikante Gewinne und stieg im Tageshandel um 13 % auf 541,68 US-Dollar.
Andere Berichte nannten Kurse von 543,99 US-Dollar oder ein Tageshoch von 556,20 US-Dollar. Auf dem europäischen Markt legte die Aktie um 12,86 % auf 478,20 Euro zu. Seit Jahresbeginn lag das Plus für United Therapeutics damit bei 10,7 %.
Im Gegensatz dazu brachen die Anteilscheine von Liquidia um 25 % auf 53,22 US-Dollar ein, woraufhin der Handel am Nachmittag ausgesetzt wurde. Am Folgetag, dem 1. Oktober 2026, sank der Kurs um weitere 10,6 %.
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Finanzexperten von RBC Capital bezeichneten das Urteil als bedeutend positiv für United Therapeutics, da es den freien Wettbewerb für YUTREPIA im Markt für inhalatives Treprostinil erschwere. Das Institut behielt seine Einstufung auf „Outperform“ für United Therapeutics bei.
Analysten von Raymond James merkten an, dass die Entscheidung die Position von Liquidia erheblich belaste. Das Verfahren ist formal noch nicht abgeschlossen; beide Parteien sollen binnen einer Woche einen Urteilsentwurf einreichen, der die vorgeschlagenen Rechtsfolgen und Rechtsmittel konkretisiert.
