Zahlungsdienste gehackt: Triple-A verliert 9,7 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 08:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Serie von Hackerangriffen hat zwischen dem 24. und 25. Juli 2026 mehrere digitale Zahlungsdienste getroffen. Betroffen sind Hot Wallets, Regierungsportale und Hardware-Wallets – mit Schäden in Millionenhöhe.
Millionen-Dollar-Exploit bei Triple-A
Der Zahlungsdienstleister Triple-A wurde Opfer eines schwerwiegenden Sicherheitsvorfalls. Angreifer erbeuteten rund 9,7 Millionen Euro aus den Hot Wallets des Unternehmens. Der Angriff erstreckte sich ĂĽber mindestens sechs Blockchains, darunter Ethereum, Tron, Polygon, Arbitrum, Solana und TON.
Sicherheitsexperten beobachteten, wie der Täter die gestohlenen Vermögenswerte ins Ethereum-Netzwerk transferierte und dort rund 5.227 ETH – im Wert von etwa 9,72 Millionen Euro – auf einer einzigen Wallet-Adresse zusammenführte. Triple-A setzt zwar auf die Sicherheitsinfrastruktur von Fireblocks, doch es gab keine Hinweise, dass die Fireblocks-Plattform selbst kompromittiert wurde. Berichten zufolge beschränkte sich der Angriff auf operative Liquiditäts-Wallets; Kundengelder blieben unberührt. Mehr als acht Stunden nach der Entdeckung des Einbruchs hatte das Unternehmen weder eine offizielle Stellungnahme abgegeben noch seine Dienste eingestellt.
Betrugswarnung: Gefälschte Regierungsportale
Das indische Ministerium für Zivilluftfahrt warnte am 25. Juli 2026 vor betrügerischen Websites, die das offizielle Portal „Air Suvidha 2.0“ nachahmen. Die gefälschten Seiten verlangten von Reisenden unberechtigte Gebühren für Dienstleistungen, die die Regierung kostenlos anbietet.
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Das Ministerium stellte klar, dass das offizielle Portal weiterhin gebührenfrei ist, und forderte Passagiere auf, die korrekte Regierungs-URL zu überprüfen. Die betrügerischen Websites leiteten Nutzer offenbar auf Zahlungsseiten Dritter weiter, um Gebühren zu kassieren. Die indische Computer-Notfall-Einheit CERT-In arbeitet daran, diese schädlichen URLs zu blockieren.
Hardware-Wallet-Schwachstelle: Jahrelanges Risiko
Eine langjährige Sicherheitslücke in einer Hardware-Wallet-Anwendung wurde kürzlich entdeckt. Der Fehler in der Ledger-App betraf bestimmte native Transaktionen zwischen 2019 und 2026. Angreifer konnten mit nur fünf Schnorr-Signaturen in Sekundenschnelle einen privaten Schlüssel rekonstruieren.
Nach Bekanntwerden dieser Schwachstelle setzte das Zilliqa-Netzwerk native Transaktionen aus, um mögliche Angriffe zu verhindern. EVM- und SDK-Pfade waren von diesem spezifischen Fehler nicht betroffen. Eine korrigierte Version der Anwendung befindet sich in Vorbereitung.
Relayer-Angriff auf Across Protocol
Bereits Anfang Juli kam es zu einem weiteren Vorfall: Am 17. Juli 2026 griff ein Angreifer das Across Protocol an. Der Täter nutzte 1.627 gefälschte Solana-Einzahlungen, um über 41 Millionen Euro abzuziehen. Obwohl das Protokoll den Betrieb einstellte, hatte der Relayer bereits rund 4,5 Millionen Euro über 581 Anfragen ausgezahlt. Die Ursache war ein Fehler im Off-Chain-Ereignislesemechanismus. Kundengelder blieben demnach unberührt.
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Geldwäsche und Rückholaktionen
Die Bemühungen, Gelder aus früheren Angriffen zurückzuverfolgen, gingen diese Woche weiter. Zwischen dem 23. und 24. Juli 2026 bewegte ein mit dem Drift-Protocol-Exploit verbundener Angreifer mehr als 23.000 ETH – rund 44,4 Millionen Euro – zum Mischer Tornado Cash. Cybersicherheitsanalysten führen diese Aktivität auf eine mit Nordkorea verbundene Gruppe zurück.
Positive Nachrichten gibt es von Gnosis Pay: Das Unternehmen, das am 1. Juni 2026 über sein Zodiac Delay Module angegriffen wurde, hat eine 100-prozentige Rückerstattung für betroffene Nutzer zugesagt. Der Angriff zielte auf bestimmte Token ab und setzte den GNO-Token unter Verkaufsdruck. Die zentralen Safe-Verträge blieben jedoch sicher. Die Bridge-Validatoren wurden nach dem Vorfall im Juni vorübergehend pausiert, um weitere Verluste zu verhindern.
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