Zahngesundheit: Jeder verlorene Zahn erhöht Demenzrisiko
28.05.2026 - 05:26:55 | boerse-global.deForscher warnen: Jeder verlorene Zahn erhöht das Demenzrisiko.
Die KauaktivitĂ€t beeinflusst die Durchblutung des Gehirns und die NeuroplastizitĂ€t im Hippocampus nachweislich. Eine Meta-Analyse mit ĂŒber 34.000 Erwachsenen zeigt die Tragweite: Jeder verlorene Zahn steigert das Risiko fĂŒr kognitive BeeintrĂ€chtigungen. Ein adĂ€quater Zahnersatz kann diesen Effekt jedoch abmildern, indem er die Kaufunktion teilweise wiederherstellt.
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Parodontitis-Bakterium als Risikofaktor
Besonders kritisch sehen Forscher das Bakterium Porphyromonas gingivalis â den Leitkeim der Parodontitis. Eine aktuelle Untersuchung unter der Leitung von Li et al. deutet darauf hin, dass dieser Erreger das Alzheimer-Risiko um mehr als das Sechsfache steigern kann. Das Bakterium wurde bereits im Gehirn von verstorbenen Alzheimer-Patienten nachgewiesen.
Forschungsteams aus Leipzig und der Oregon Health and Science University identifizierten zudem eine neue Art von Immunzellen im Gehirn. Diese als HPAM (human plaque-associated microglia) bezeichneten Zellen reichern sich an Amyloid-beta-Plaques an. Die im Mai 2026 publizierte Entdeckung liefert neue Einblicke in entzĂŒndliche Prozesse bei Alzheimer.
Neue Zahnpasta blockiert schÀdliche Bakterien
Das Fraunhofer-IZI-Spin-off PerioTrap brachte im Januar 2026 eine neuartige Zahnpasta auf den Markt. Der enthaltene Wirkstoff blockiert gezielt Porphyromonas gingivalis, ohne die gesunde Mundflora anzugreifen. Ein entsprechendes Pflege-Gel fĂŒr Zahnarztpraxen befindet sich in der Entwicklung.
Das Konzept der âOralfrailtyâ gewinnt parallel an Bedeutung. Eine Untersuchung mit rund 800 Teilnehmern zeigte: Bereits bei ĂŒber 28 Prozent der 40- bis 64-JĂ€hrigen liegen Anzeichen einer nachlassenden Mundfunktion vor. Diese SchwĂ€che erhöht das spĂ€tere Pflegerisiko um das 2,4-Fache. Experten empfehlen daher ein gezieltes Training der Kaumuskulatur â etwa durch das Kauen harter Nahrungsmittel oder spezieller Gummis.
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App hilft bei Plaque-Kontrolle
Digitale Lösungen versprechen UnterstĂŒtzung bei der Parodontitis-Behandlung. In einer Evaluation mit 194 Patienten an sieben UniversitĂ€tskliniken zeigte der App-Prototyp ParoComPas signifikante Verbesserungen bei der Plaque-Kontrolle. Auch die mundgesundheitsbezogene LebensqualitĂ€t stieg. Technische Optimierungen bei den Benachrichtigungsfunktionen seien zwar nötig, bewerten Fachleute das Konzept aber als vielversprechend fĂŒr die digitale Gesundheitsversorgung.
Bewegung und soziale Kontakte schĂŒtzen
Neben der Zahngesundheit identifizierten Forscher Ende Mai 2026 weitere prĂ€ventive Faktoren. Eine Studie der UniversitĂ€t fĂŒr Weiterbildung Krems betont die Schutzfunktion starker sozialer Netzwerke fĂŒr Menschen ĂŒber 50. Das ISTA Ăsterreich belegte zudem: Bereits 20 Minuten moderates Training auf dem Fahrradergometer aktivieren neuronale Prozesse im Hippocampus und steigern die kognitive Leistung.
Auch Mentaltraining zeigt Wirkung: Eine Langzeitstudie mit rund 3.000 Senioren ergab, dass ein spezielles Computerspiel zur Verarbeitungsgeschwindigkeit das Demenzrisiko ĂŒber 20 Jahre um 25 Prozent senkte.
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