Zahngesundheit: Kauen schĂŒtzt das Gehirn vor Demenz
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 18:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen der Vorbereitungen auf den diesjĂ€hrigen Tag der Zahngesundheit, der im September unter dem Motto âGesund beginnt im Mund â Kau dich fit!â steht, rĂŒcken Experten die enge VerknĂŒpfung zwischen ErnĂ€hrung, dem mechanischen Vorgang des Kauens und der allgemeinen systemischen Gesundheit in den Fokus. Ein neu formierter Aktionskreis betont dabei, dass die Mundgesundheit weit ĂŒber die bloĂe Abwesenheit von Karies hinausgeht und maĂgeblich durch das individuelle Kauverhalten sowie die Lebensmittelwahl beeinflusst wird.
Die Bedeutung des Kauverhaltens fĂŒr die allgemeine Gesundheit
Die Kaufunktion erfĂŒllt im menschlichen Organismus vielfĂ€ltige Aufgaben, die ĂŒber die Zerkleinerung von Nahrung hinausgehen. Nach EinschĂ€tzung der PrĂ€sidentin der BundeszahnĂ€rztekammer (BZĂK), Ermler, fördert aktives Kauen nicht nur die Kiefermuskulatur und unterstĂŒtzt die Verdauung, sondern spielt auch eine wesentliche Rolle bei der Sprachentwicklung sowie der Aufrechterhaltung kognitiver FĂ€higkeiten.
Wissenschaftliche Untersuchungen stĂŒtzen diese EinschĂ€tzung. So verwies die BZĂK-PrĂ€sidentin auf eine Studie von Cerutti-Kopplin aus dem Jahr 2016, die Hinweise auf ein erhöhtes Demenzrisiko bei Personen mit eingeschrĂ€nkter Kaufunktion lieferte. ErnĂ€hrung und das damit verbundene Kauverhalten verdienen demnach eine deutlich höhere Aufmerksamkeit in der medizinischen PrĂ€vention. Gesunde ZĂ€hne seien das Resultat eines Zusammenspiels aus bewusster ErnĂ€hrung, funktionsfĂ€higem Kauen, proaktiver PrĂ€vention und den entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Im Gegensatz dazu schĂ€dige eine ErnĂ€hrung, die durch hohen Zuckerkonsum, Softdrinks und stark verarbeitete Lebensmittel geprĂ€gt ist, die Zahnsubstanz nachhaltig.
ErnÀhrungsmedizinische Leitlinien zur KariesprÀvention
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Die Integration der ErnĂ€hrungsberatung in den zahnĂ€rztlichen Praxisalltag wird zunehmend als notwendige ErgĂ€nzung zur klassischen Behandlung angesehen. MaĂgeblich hierfĂŒr ist unter anderem die S3-Leitlinie zur KariesprĂ€vention aus dem Jahr 2025. Diese Richtlinie gibt konkrete Empfehlungen fĂŒr den Konsum freier Zucker ab. Demnach sollte der Anteil freier Zucker weniger als 10 % der tĂ€glichen Gesamtenergieaufnahme betragen. Auf individueller Ebene wird sogar eine Reduktion auf unter 5 % empfohlen, um das Kariesrisiko effektiv zu minimieren.
Diese wissenschaftlichen Empfehlungen werden durch eine Stellungnahme der BZĂK aus dem Jahr 2025 zur ErnĂ€hrungszahnmedizin flankiert. Ziel ist es, die ZusammenhĂ€nge zwischen ErnĂ€hrungsgewohnheiten und oralen Erkrankungen stĂ€rker im Bewusstsein von Behandlern und Patienten zu verankern. UnterstĂŒtzt wird dieser Ansatz durch die Gruppenprophylaxe in KindertagesstĂ€tten und Schulen, die eine frĂŒhzeitige AufklĂ€rung ĂŒber mundgesunde ErnĂ€hrung sicherstellen soll.
MikronÀhrstoffe und prÀventive AnsÀtze
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Neben der MakronĂ€hrstoffverteilung, insbesondere dem Zuckerkonsum, untersucht die Fachwelt auch den Einfluss von MikronĂ€hrstoffen und Supplementen auf die Mundgesundheit. Aktuelle Leitlinien zeigen hier jedoch ein differenziertes Bild. WĂ€hrend Metaanalysen fĂŒr Omega-3-FettsĂ€uren positive Effekte bei der Behandlung von Parodontitis aufzeigen, existiert hierfĂŒr bislang keine allgemeingĂŒltige Dosierungsempfehlung.
Hinsichtlich der Supplementierung von Vitamin D stellt die S3-Leitlinie zur Implantologie fest, dass ein Routine-Screening derzeit nicht vorgesehen ist. Dennoch bleibt die ErnÀhrung ein zentraler Pfeiler der dentalen PrÀvention. Der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit unterstreicht, dass eine ganzheitliche Betrachtung der Mundhöhle als Eingangstor zum Körper notwendig ist, um langfristig sowohl die dentale als auch die kognitive Gesundheit der Bevölkerung zu sichern.
