Zeckenentfernung: Neue Methoden reduzieren Infektionsrisiko
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Landesuntersuchungsamt (LUA) Rheinland-Pfalz schlägt Alarm: Die Gefahr durch Mücken- und Zeckenstiche nimmt spürbar zu. In seinem Bericht vom 6. August nennt die Behörde die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke als Hauptgrund. Die invasive Art wurde bereits in Mainz, Ludwigshafen, Speyer und Germersheim nachgewiesen.
Gefahr aus dem Süden
Die Zahlen aus dem Ausland geben Anlass zur Sorge. Während Dengue-Fieber-Fälle in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren ausschließlich importiert waren, melden Frankreich und Italien für 2025 bereits mehr als 30 lokale Infektionen. Das Virus etabliert sich offenbar zunehmend in südlichen Nachbarländern.
Auch das West-Nil-Virus breitet sich aus. Anfang August wurde der erste in Rheinland-Pfalz erworbene Fall dokumentiert: Ein 58-jähriger Blutspender aus dem Rhein-Pfalz-Kreis infizierte sich. Die Behörden fordern deshalb, Präventionsmaßnahmen nicht länger nur auf Zecken auszurichten.
Zecken richtig entfernen – aber schnell ist nicht alles
2026 gilt als starkes Zeckenjahr. Neue Empfehlungen vom 8. August setzen auf natürliche Entfernungsmethoden, die den Parasiten möglichst wenig stressen sollen. Das reduziert das Risiko, dass Erreger in die Einstichstelle gelangen.
2026 gilt als starkes Zeckenjahr – und die neuen Empfehlungen setzen auf natürliche Entfernungsmethoden, die den Parasiten stressen. Wer richtig handelt, senkt sein Infektionsrisiko. Unser Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte. Jetzt kostenlosen Zecken-Ratgeber anfordern
Doch Vorsicht vor falscher Sicherheit: Simon Raffl vom Zentrum für Virologie der Meduni Wien warnt, dass schnelles Entfernen allein nicht vor FSME schützt. Die Viren werden unmittelbar nach dem Stich übertragen. „Für Regionen wie Österreich ist die Schutzimpfung essenziell", betont der Experte. Auch Borreliose bleibt ein zentrales Risiko.
Blutwäsche gegen Mikroplastik
Die Forschung geht derweil neue Wege. Wissenschaftler der TU Dresden zeigten in der Fachzeitschrift Brain Health, dass die Apherese – ein Blutwäsche-Verfahren – Mikroplastik und PFAS aus dem Blutplasma filtert. Die Methode kommt an der Universität bereits rund 10.000-mal jährlich zum Einsatz. Kontrollierte Studien sollen die Effekte nun weiter absichern.
Frühwarnsysteme gegen die nächste Pandemie
Schnelles Entfernen allein schützt nicht vor FSME – die Viren werden sofort übertragen. Deshalb ist die Schutzimpfung essenziell. Unser Ratgeber klärt über Impfung und Borreliose-Risiko auf. FSME-Ratgeber jetzt sichern
Um künftige Ausbrüche zu verhindern, setzen Forscher auf Früherkennung. Das INFORBIO-Projekt untersucht bis 2030 gemeinsam mit dem Helmholtz-Institut für One Health Nagetiere und Fledermäuse in Zentralafrika auf Erreger wie das Affenpockenvirus. Die Idee: Krankheitserreger entdecken, bevor sie sich weltweit ausbreiten.
Parallel erforschen Institute wie das HZI und das HIRI den Einsatz von Bakteriophagen gegen resistente Bakterien – eine mögliche Antwort auf das wachsende Antibiotika-Problem.
