Zeckeninfektionen: 138.000 Borreliose-FÀlle und neue Höhenlagen
Veröffentlicht am: 02.07.2026 um 23:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Daten zeigen: In Deutschland und den Alpenregionen steigt die Infektionsgefahr deutlich an. Neben Borreliose und FSME rĂŒcken nun auch seltene SpĂ€tfolgen in den Fokus.
Rekordwerte in Ostdeutschland
Die Zahlen sind alarmierend: Rund 138.000 Borreliose-Neudiagnosen verzeichneten Ărzte im Jahr 2024. Das entspricht 221 FĂ€llen pro 100.000 Versicherten. Spitzenreiter ist Sachsen mit 361 FĂ€llen, dicht gefolgt von ThĂŒringen (342) sowie Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit je rund 310 FĂ€llen.
Besonders extrem sind die Werte auf Kreisebene. Im bayerischen Freyung-Grafenau lag die Inzidenz bei 703, im Saale-Holzland-Kreis bei 639. Zum Vergleich: Nordrhein kam auf lediglich 116 FĂ€lle.
Das Robert Koch-Institut hat die FSME-Risikogebiete fĂŒr 2026 aktualisiert. Neu auf der Liste: Halle (Saale) und der Landkreis Nordsachsen. Insgesamt zĂ€hlt das RKI nun 185 Risikogebiete â Schwerpunkt bleibt der SĂŒden und Osten.
Zecken erobern die Berge
Bisher galten Höhenlagen als sicher. Das Ă€ndert sich rasant. Der Virologe Gernot Walder berichtet von einem ungewöhnlich frĂŒhen Saisonstart im SĂŒdalpenraum â die Fallzahlen liegen ein Drittel ĂŒber dem Vorjahr. In tieferen Lagen sind Zecken mittlerweile fast ganzjĂ€hrig aktiv.
Der krasseste Beleg: Eine FSME-Infektion wurde in Osttirol auf knapp 2.000 Metern dokumentiert. Ein Skitourengeher im Zillertal erkrankte an Borreliose. Ăsterreich zĂ€hlte 2025 insgesamt 146 FSME-FĂ€lle, 24 davon allein in Tirol. Auch Norditalien meldet steigende Zahlen â 67 FSME-Erkrankungen waren es 2025.
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Fleischallergie nach Zeckenstich
Das Alpha-Gal-Syndrom klingt wie ein Science-Fiction-Plot, ist aber real. Ein Zeckenstich kann eine schwere Fleischallergie auslösen. Ein Fall aus Sontheim an der Brenz zeigt die TĂŒcke: Jahrzehnte nach dem Biss traten plötzlich Juckreiz, Quaddeln und Atemnot nach dem Verzehr von Fleisch auf. Diagnose gestellt von HautĂ€rztin Tatjana Hellstern.
Die Uni TĂŒbingen forscht zu diesem PhĂ€nomen. Betroffene reagieren auf ein ZuckermolekĂŒl (Alpha-Gal) im Fleisch von SĂ€ugetieren. Parallel breitet sich die Hundemalaria (Babesia Canis) in Deutschland aus â ĂŒbertragen von Wiesenzecken. Die Freie Uni Berlin empfiehlt ganzjĂ€hrigen Zeckenschutz fĂŒr Haustiere.
So schĂŒtzt ihr euch
Gegen Borreliose hilft nur schnelles Handeln: Die typische Wanderröte (roter Ring, mehr als 5 cm Durchmesser) zeigt die Infektion an. Antibiotika können dann helfen. Gegen FSME gibt es eine Impfung â besonders empfohlen fĂŒr Menschen in Risikogebieten.
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Die besten SchutzmaĂnahmen:
- Helle, lange Kleidung tragen
- Repellents verwenden
- Körper nach Aufenthalten in der Natur grĂŒndlich absuchen
Wichtig bei einem Stich: Zecke mit Pinzette oder Zeckenkarte entfernen â ohne Quetschen! Die Einstichstelle vier Wochen beobachten.
Da Zeckenbisse zu DauerschĂ€den fĂŒhren können: PrĂŒft, ob eure private Unfallversicherung Infektionen durch Zeckenstiche abdeckt.
