Zondacrypto-Kollaps: Olympia-Chef wegen Betrugs festgenommen
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen der Ermittlungen zum Kollaps der Handelsplattform Zondacrypto haben polnische Behörden den PrÀsidenten des Polnischen Olympischen Komitees, Rados?aw Piesiewicz, festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem SportfunktionÀr vor, unentgeltliche Protektion gewÀhrt und im Rahmen der Unternehmenskrise ausgewÀhlte GlÀubiger zum Nachteil anderer Beteiligter befriedigt zu haben. Bei einer Verurteilung droht Piesiewicz eine Haftstrafe von bis zu acht Jahren.
Die Festnahme wurde durch das Zentrale BĂŒro zur BekĂ€mpfung der CyberkriminalitĂ€t (CBZC) vollzogen. Nach Berichten polnischer Medien erfolgte im Anschluss ein Verhör in Katowice. Die Ermittlungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Verschwinden von Sylwester Suszko und wurden bereits Mitte April offiziell eingeleitet.
Vorwurf der Vorzugsbehandlung und wertvolle Geschenke
Ein zentraler Aspekt der Untersuchungen betrifft die finanzielle Abwicklung zwischen Piesiewicz und der kollabierten Krypto-Plattform. Laut Berichten soll der Olympia-Chef sein gesamtes eingesetztes Kapital von Zondacrypto zurĂŒckerhalten haben, wĂ€hrend andere Kunden leer ausgingen.
Zudem steht der Vorwurf im Raum, Piesiewicz habe von Przemys?aw Kral eine Luxusuhr als Geschenk erhalten. Die Angaben zum Wert des Objekts belaufen sich je nach Quellenlage auf 40.000 Euro beziehungsweise 46.605 US-Dollar.
Die Staatsanwaltschaft hat angekĂŒndigt, die Ermittlungen nun verstĂ€rkt auf mögliche politische Verbindungen auszuweiten. Der Fall hat bereits hohe Wellen in der polnischen Politik geschlagen.
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Marcin Przydacz, Minister in der PrĂ€sidialkanzlei, zog Parallelen zum frĂŒheren Finanzskandal um Amber Gold und verwies darauf, dass Zondacrypto massiv Werbung in Fernsehsendern geschaltet habe. Er betonte jedoch, dass keine Bedenken im direkten Umfeld von PrĂ€sident Nawrocki bestĂŒnden.
Insolvenzverfahren in Estland eingeleitet
Parallel zu den strafrechtlichen Verfolgungen in Polen schreitet die Abwicklung der Plattform auf juristischer Ebene voran. Das Bezirksgericht Harju in Tallinn erklĂ€rte am 27. August die Insolvenz der BB Trade Estonia OĂ, dem Betreiberunternehmen hinter Zondacrypto. Als Insolvenzverwalter wurde Margus Lentsius bestellt.
FĂŒr geschĂ€digte Kunden und Investoren laufen nun wichtige Fristen an:
- Eine erste GlĂ€ubigerversammlung ist fĂŒr den 17. September angesetzt.
- Forderungsanmeldungen mĂŒssen bis spĂ€testens 27. Oktober eingereicht werden.
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Der wirtschaftliche Schaden ist erheblich. Branchenbeobachter beziffern die Kundenverluste auf mindestens 94 Mio. US-Dollar. Bereits im Juni hatten polnische Behörden der Plattform die Lizenz entzogen, nachdem UnregelmĂ€Ăigkeiten bekannt geworden waren.
Die Ermittler prĂŒfen derzeit, inwieweit das Management der Plattform und externe Akteure wie Piesiewicz zusammengearbeitet haben, um Vermögenswerte vor dem Zugriff der breiten Masse an GlĂ€ubigern zu sichern. Das Verfahren gilt als einer der bedeutendsten FĂ€lle von mutmaĂlichem Betrug im Bereich digitaler Vermögenswerte in Osteuropa der letzten Jahre.
