Zucker in den ersten 1.000 Tagen: Studie findet 33 Prozent weniger Angstdiagnosen
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine frühe Begrenzung des Zuckerkonsums in den ersten Lebensjahren könnte langfristige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit im Erwachsenenalter haben. Das zeigt eine Untersuchung der University of Surrey, die in der Fachzeitschrift Translational Psychiatry veröffentlicht wurde.
Forschende analysierten darin die Daten von 46.448 Teilnehmenden der UK Biobank, die in den Jahren 1951 bis 1956 geboren wurden. Das zentrale Ergebnis: Eine Zucker-Rationierung vom Zeitpunkt der Empfängnis bis etwa zum Alter von zwei Jahren war im Vergleich zu keiner Restriktion mit einem um 33 Prozent geringeren Hazard für eine spätere Angstdiagnose verbunden (Hazard Ratio 0,67; 95%-Konfidenzintervall 0,53–0,84).
Robuster Zusammenhang bei Angststörungen
Die rohen Diagnoseanteile für Angststörungen über die untersuchten Gruppen hinweg lagen zwischen 5,45 und 6,29 Prozent. Bei Teilnehmenden mit rund 1.000 Tagen Rationierung betrug der Anteil 5,79 Prozent.
Wie die Wissenschaftler der University of Surrey feststellten, blieb dieser Zusammenhang mit Angstdiagnosen auch nach umfassenden statistischen Anpassungen stabil. Berücksichtigt wurden dabei demografische Faktoren, der Lebensstil, allgemeine Gesundheitsmerkmale sowie der tatsächliche Zuckerkonsum im Erwachsenenalter.
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Bei der Betrachtung von Depressionen zeigte sich hingegen ein anderes Bild: Zwar wurde zunächst ein um 29 Prozent niedrigerer Hazard für Depressionen beobachtet, dieser verlor jedoch nach der statistischen Anpassung für den späteren Zuckerkonsum seine Signifikanz. Zudem stellten die Forschenden fest, dass Frauen ohne oder mit nur kurzer Zucker-Rationierung eher von Angstzuständen betroffen waren.
Hirnstruktur und spätere Ernährungsvorlieben
Neben den rein statistischen Diagnosedaten bezog die Studie auch bildgebende Verfahren ein. Bei der Analyse von Hirnscans zeigten sich zunächst Volumenunterschiede in 80 von 139 untersuchten Hirnregionen. Weitere vertiefende Analysen hoben schließlich 11 Regionen gesondert hervor. Darüber hinaus ging eine längere Rationierungsdauer im frühen Lebensalter mit einer messbar geringeren Vorliebe für Süßes im Erwachsenenalter einher.
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Methodische Grenzen der Auswertung
Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Ergebnisse mit gewissen methodischen Einschränkungen interpretiert werden müssen. Die Dauer der historischen Zucker-Rationierung diente in der Modellierung lediglich als Expositionsindikator, da die tatsächliche individuelle Zuckeraufnahme der Probanden in den ersten Lebensjahren nicht gemessen werden konnte.
Entsprechend belegt die Auswertung keinen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang und stellt keinen Nachweis für eine gezielte Präventionsmaßnahme dar. Dennoch liefert die Forschungsarbeit wichtige Anhaltspunkte dafür, wie frühkindliche Ernährungsbedingungen das spätere Wohlbefinden prägen können.
