ZuckergesĂŒĂŸte, GetrĂ€nke

ZuckergesĂŒĂŸte GetrĂ€nke: DDZ sieht Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundeskabinett plant eine gestaffelte GetrĂ€nkeabgabe; in Großbritannien sank der Zuckergehalt betroffener Produkte bis 2024 fast um die HĂ€lfte.
Ein Glas mit zuckerhaltigem ErfrischungsgetrĂ€nk und EiswĂŒrfeln auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Große internationale Beobachtungsstudien und Metaanalysen belegen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem regelmĂ€ĂŸigen Konsum zuckergesĂŒĂŸter GetrĂ€nke und einer Zunahme von Übergewicht sowie Typ-2-Diabetes.

Zu dieser EinschĂ€tzung kommt das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) bei einer Einordnung der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage. UnabhĂ€ngig von aktuellen gesundheitspolitischen Debatten zeigt die Forschung, dass der wiederholte Konsum flĂŒssiger Kalorien den Stoffwechsel messbar belasten kann.

Hohe Zuckermengen in ErfrischungsgetrÀnken und SÀften

Wie Michael Roden vom UniversitĂ€tsklinikum DĂŒsseldorf (UKD) und dem DDZ erlĂ€utert, enthĂ€lt bereits ein halber Liter herkömmlicher Cola rund 210 kcal und 53 g Zucker. Diese Menge entspreche etwa 18 WĂŒrfelzuckern zu je 3 g. Neben klassischen Softdrinks stehen auch Energy Drinks im Fokus, deren hoher Konsum mit einem gesteigerten Risiko fĂŒr Adipositas und Typ-2-Diabetes einhergeht.

Ebenso mahnen DDZ und UKD bei FruchtsĂ€ften zur ZurĂŒckhaltung. Obwohl sie als natĂŒrliche Produkte wahrgenommen werden, enthalten auch SĂ€fte erhebliche Mengen an Zucker. Roden weist darauf hin, dass Fruchtzucker die Entstehung einer metabolischen Fettleber fördert, weshalb SĂ€fte nur in geringen Mengen getrunken werden sollten.

Eine wirksame Entlastung biete der Ersatz zuckergesĂŒĂŸter GetrĂ€nke durch Wasser oder ungesĂŒĂŸten Tee. Die beste PrĂ€vention bestehe darin, vermeidbare Risikofaktoren möglichst frĂŒhzeitig zu reduzieren.

Anzeige

Wer seinen Blutzucker stabil halten möchte, sollte die versteckten Gefahren in alltĂ€glichen GetrĂ€nken und Snacks kennen. Dieser kostenlose Ratgeber deckt die 16 gefĂ€hrlichsten Fallen auf und zeigt Ihnen gesunde Alternativen fĂŒr mehr Energie im Alltag. Kostenlosen Gratis-Report jetzt herunterladen

Geplante Abgabe auf ErfrischungsgetrÀnke

Parallel zur ernÀhrungsmedizinischen Debatte brachte das Bundeskabinett eine Zuckersteuer auf ErfrischungsgetrÀnke auf den Weg. Vorgesehen ist ein gestaffeltes Modell: GetrÀnke mit weniger als 5 g Zucker pro 100 ml bleiben abgabenfrei. Ab 5 g Zucker ist eine Abgabe von 26 Cent je Liter geplant, ab einem Gehalt von 8 g Zucker steigt der Satz auf 32 Cent je Liter.

Prof. Monika Hartmann von der UniversitĂ€t Bonn verweist darauf, dass zuckerhaltige ErfrischungsgetrĂ€nke vor allem leere Kalorien lieferten und besonders gesundheitsschĂ€dlich seien. Nach dem Vorbild Großbritanniens soll ab 2027 auch in Deutschland eine entsprechende Abgabe erhoben werden.

Internationale Erfahrungen und offene Forschungsfragen

Hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen einer solchen Lenkungsabgabe ordnet Roden die wissenschaftlichen Befunde differenziert ein: Der direkte Einfluss einer Zuckersteuer auf die Zahl der Diabetes-Neuerkrankungen sei bislang wissenschaftlich nicht abschließend geklĂ€rt.

Anzeige

Was viele Betroffene nicht wissen – neben der ErnĂ€hrung können auch gezielte Bewegungen im Alltag die Werte massiv beeinflussen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie mit nur 7 einfachen 3-Minuten-Übungen Ihren Blutzucker auf natĂŒrliche Weise unterstĂŒtzen können. 7 Übungen mit Sofortwirkung kostenlos sichern

Erste internationale Erfahrungen deuteten jedoch darauf hin, dass sich positive Effekte auf den durchschnittlichen Zuckergehalt in GetrÀnken, das Kaufverhalten der Konsumenten und einzelne Gesundheitsindikatoren einstellen können.

In Großbritannien, wo eine Ă€hnlich gestaffelte Abgabe bereits seit 2018 in Kraft ist, sank der Zuckergehalt der betroffenen GetrĂ€nke bis 2024 im Schnitt um fast die HĂ€lfte. Relevanz besitzt das Thema zudem unter sozialmedizinischen Aspekten: Sozial benachteiligte Gruppen konsumieren im Mittel mehr gezuckerte GetrĂ€nke und sind zugleich ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig von Adipositas und Typ-2-Diabetes betroffen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70367646 |