Zuckersteuer auf Getränke: Softdrinkkasten könnte 35 Prozent teurer werden
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Experten mahnen angesichts des hohen und oft unterschätzten Zuckergehalts in verarbeiteten Getränken zur Vorsicht. Die negativen Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden sowie das Energieniveau stehen dabei im Fokus der gesundheitlichen Bewertung. Aktuelle Berichte und Stellungnahmen aus dem September 2026 beleuchten das Thema aus gesundheitlicher, wirtschaftlicher und regulatorischer Perspektive.
Wirtschaftliche Debatte um die geplante Zuckersteuer
Die Gewerkschaft NGG in der Region Lübeck lehnt die von der Bundesregierung geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke ab. In einem Bericht vom 26. September 2026 wird darauf hingewiesen, dass in dieser Region über 9.000 Beschäftigte in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie tätig sind, wobei die Getränkeherstellung besonders stark betroffen wäre.
Die NGG hat konkrete Berechnungen zu den möglichen Preissteigerungen vorgelegt. Ein 12-Liter-Kasten mit einem Zuckergehalt von 9 g pro 100 ml würde inklusive Mehrwertsteuer um 4,57 Euro teurer werden. Bei einem Softdrinkkasten, der aktuell 12,99 Euro kostet und 10 g Zucker pro 100 ml enthält, könnte der Preis auf 17,56 Euro steigen, was einer Erhöhung von 35 Prozent entspricht.
Die Gewerkschaft warnt zudem vor einer zu kurzen Umstellungszeit bei einer Einführung der Steuer im Jahr 2027. Als politische Alternative fordert die NGG statt der Getränkesteuer höhere Erbschaft- sowie Vermögensteuern.
Gefahren durch Koffein und Energy-Drinks
Neben dem Zuckergehalt geraten auch andere Inhaltsstoffe in die Kritik. Verbraucherzentralen warnen vor Energy Shots und reinem Koffeinpulver. Energy Shots mit einer Füllmenge von 25 bis 60 ml können bis zu 230 mg Koffein pro Portion enthalten.
Bei Koffeinpulver kann bereits eine Messerspitze etwa 200 mg enthalten, wobei Haushaltswaagen für eine sichere Dosierung oft zu ungenau sind. Laut Verbraucherzentrale können Mengen von 5 bis 10 g Koffein lebensgefährlich sein und Herzrasen sowie Herzrhythmusstörungen auslösen.
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Für gesunde Erwachsene gelten 200 mg als sichere Einzeldosis und 400 mg als sichere Tageshöchstmenge. Verbraucherzentralen und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fordern daher ein Verbot von Energy Shots oder zumindest ein Verkaufsverbot an Minderjährige.
Besonders in der Frühschwangerschaft wird geraten, Energy-Drinks zu vermeiden. Risiken bestehen hier durch Koffein, Zucker und Zusätze wie Taurin oder Guarana. Hoher Koffeinkonsum werde mit einem Fehlgeburtsrisiko in Verbindung gebracht, während hoher Zuckergehalt zu Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes führen könne.
Empfehlungen für eine gesunde Flüssigkeitsversorgung
Fachleute betonen die Vorteile einer zuckerarmen Ernährung. Wasser wird als kalorienfreie und bessere Wahl zur Flüssigkeitsversorgung gegenüber zuckerhaltigen Sirupen dargestellt.
Für Erwachsene gilt eine allgemeine Empfehlung von etwa 2,7 Liter Flüssigkeit täglich, wobei rund 20 Prozent über Lebensmittel aufgenommen werden sollten. Bei sportlicher Aktivität werden 500 bis 600 ml Wasser zwei bis drei Stunden vor dem Training sowie 200 bis 300 ml alle 20 Minuten während der Belastung empfohlen.
Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum kann den Körper belasten und Entzündungsprozesse fördern, die oft unbemerkt bleiben. Ein kostenloser Selbsttest verrät, ob der Körper bereits unter solchen stillen Entzündungen leidet und wie eine gezielte Ernährung die Vitalität steigern kann. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung herunterladen
Eine Reduzierung des Zuckers kann die Kalorienaufnahme senken und die Gewichtsabnahme unterstützen, sofern ein negatives Gesamtkalorienkonto besteht. In westlichen Ländern liegt der tägliche Zuckerkonsum oft bei 90 bis 100 g. Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine zuckerarme Ernährung den Insulinspiegel durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent senken kann.
Zum Vergleich: Ein einzelner Fruchtjoghurt kann bereits bis zu 25 g Zucker enthalten. Als Alternative zu herkömmlicher Milch wird oft ungesüßte Mandelmilch genannt, die zwischen 14 und 22 kcal sowie 0,5 bis 0,9 g Eiweiß pro 100 ml aufweist.
Ernährungskonzepte für gesundes Altern
Für ein gesundes Altern empfiehlt die Diätologin Doris Eglseer von der MedUni Graz eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung. Der Fokus sollte auf möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln liegen. Dazu gehören Hülsenfrüchte, die mindestens dreimal pro Woche verzehrt werden sollten, sowie Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und regionales Obst und Gemüse.
Hochverarbeitete Lebensmittel, Softdrinks und salzreiche Kost sollten hingegen reduziert werden. Multivitaminpräparate seien für gesunde Erwachsene laut Eglseer nicht notwendig, sofern kein diagnostizierter Mangel vorliegt.
