Zwei-Faktor-Auth: Microsoft senkt Hackrisiko von 33 auf 1 Prozent
Veröffentlicht am: 30.06.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ab sofort sperrt die Microsoft Authenticator-App den Zugriff fĂŒr Nutzer mit geschĂ€ftlichen Zugangsdaten auf manipulierten Smartphones. Die MaĂnahme betrifft Android-GerĂ€te mit Root-Zugriff sowie gejailbreakte iPhones.
Gezielte Sperre fĂŒr UnternehmenszugĂ€nge
Die neuen SicherheitsbeschrĂ€nkungen richten sich speziell gegen Konten, die ĂŒber Microsoft Entra ID verwaltet werden â dem IdentitĂ€tsdienst fĂŒr Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Wer seine beruflichen Zugangsdaten auf einem manipulierten GerĂ€t nutzt, erhĂ€lt kĂŒnftig keinen Zugriff mehr auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Der Rollout erfolgt schrittweise. Microsoft rechnet damit, dass die globale EinfĂŒhrung bis Ende Juli 2026 abgeschlossen sein wird. FĂŒr private Microsoft-Konten Ă€ndert sich hingegen nichts â die neuen Regeln gelten ausschlieĂlich fĂŒr Arbeits- und SchulzugĂ€nge. Unternehmen haben zudem keine Möglichkeit, die verschĂ€rften Sicherheitskontrollen fĂŒr ihre Entra-ID-Umgebungen zu deaktivieren.
Neue Sicherheitsarchitektur senkt Risiko drastisch
Parallel zur GerĂ€tesperre hat Microsoft das Verifikationsverfahren der App umgestellt. Statt eines einfachen Klicks zur BestĂ€tigung mĂŒssen Nutzer nun einen Zahlencode eingeben. Diese Ănderung senkt die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen unbefugten Zugriffs von 33 auf nur noch ein Prozent â eine deutliche Verbesserung der Sicherheitslage.
Weitere VerĂ€nderungen im Microsoft-Ăkosystem
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Die VerschĂ€rfung der mobilen Sicherheit ist nicht die einzige Ănderung im Microsoft-Universum. Seit dem 30. Juni 2026 hat der Konzern den Support fĂŒr die Microsoft-Store-Versionen seiner Office-Apps unter Windows 11 eingestellt. Nutzer sollen stattdessen auf das Click-to-Run-Installationsverfahren umsteigen.
Bereits Mitte Juni begann Microsoft damit, die Microsoft 365 Copilot-Anwendung automatisch auf gewerblichen Windows-Systemen zu installieren. Diese Praxis hat die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM auf den Plan gerufen: Am 26. Juni leitete sie ein Verfahren wegen möglicher unlauterer Kopplungspraktiken ein. Nutzer im EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum sind aufgrund regionaler Digitalvorschriften derzeit von der Zwangsinstallation ausgenommen. IT-Administratoren in anderen Regionen haben noch bis zum 14. Juli Zeit, die automatische Installation ĂŒber das Admin-Center zu blockieren.
Bedrohungslage verschÀrft sich
Die neuen SicherheitsmaĂnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Experten vor zunehmend ausgefeilten mobilen Bedrohungen warnen. Erst am 29. Juni identifizierten Sicherheitsforscher den Rokarolla-Android-Trojaner, der mit gefĂ€lschten BildschirmĂŒberlagerungen und SMS-Abfangmethoden auf 217 Bank- und KryptowĂ€hrungs-Apps abzielt.
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Am selben Tag veröffentlichten das FBI und die US-Cybersicherheitsbehörde CISA eine gemeinsame Warnung vor einer Phishing-Kampagne gegen Regierungs-, MilitÀr- und Medienmitarbeiter. Die Angreifer geben sich als Kundendienstmitarbeiter aus, um Verifikationscodes von Messaging-App-Nutzern zu stehlen.
Hinzu kommt: Anfang Juni 2026 sind viele der ursprĂŒnglichen Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011 abgelaufen. Hardwarehersteller rollen derzeit BIOS-Updates aus, um die Start-Sicherheit auf neueren GerĂ€ten zu gewĂ€hrleisten.
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