Zwiebeln, Quercetin

Zwiebeln: Quercetin senkt Blutdruck um bis zu 6 mmHg

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen positive Effekte von Zwiebel-Extrakt auf Blutdruck und Cholesterinwerte. Quercetin gilt als zentraler Wirkstoff.

Zwiebel-Forschung: Wie Quercetin Herz und Blutdruck unterstützen kann
Frische rote und gelbe Zwiebeln auf einer hölzernen Küchenoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein alltägliches Küchengemüse rückt zunehmend in den Fokus der kardiologischen Forschung: die Zwiebel. Kardiologin Magdalena Perelló verweist auf mehrere Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Zwiebeln beziehungsweise Zwiebelextrakten und einer verbesserten Herzgesundheit nahelegen.

Im Mittelpunkt steht der sekundäre Pflanzenstoff Quercetin, der in Zwiebeln in relevanten Mengen vorkommt und dem entzündungshemmende sowie blutdrucksenkende Eigenschaften zugeschrieben werden.

Blutdruck im Visier der Forschung

Nach Angaben von Perelló zeigt eine Meta-Analyse, dass Quercetin den Blutdruck moderat senken kann. Besonders bei Menschen mit Bluthochdruck scheint sich der Effekt bemerkbar zu machen: Zwiebel-Extrakt senkte demnach den systolischen Blutdruck bei Hypertonikern in den ausgewerteten Studien messbar.

Eine weitere von der Kardiologin angeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass regelmäßiger Zwiebelkonsum den systolischen Blutdruck um bis zu 6 mmHg senken konnte.

Auch wenn ein solcher Effekt im Vergleich zu blutdrucksenkenden Medikamenten begrenzt erscheint, gilt er aus ernährungsmedizinischer Sicht als bemerkenswert, da er allein durch ein Lebensmittel beziehungsweise dessen Extrakt erzielt wurde.

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Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel

Neben dem Blutdruck rückt auch der Fettstoffwechsel in den Blick der Forschung. Eine von Perelló zitierte Meta-Analyse, die zehn Studien mit insgesamt 446 Teilnehmenden auswertete, kommt zu dem Schluss, dass eine Supplementierung mit Zwiebelextrakt sich positiv auf LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und den Gesamtcholesterinspiegel auswirken kann.

Da erhöhte LDL-Werte als einer der zentralen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten, wird diesem Befund in der kardiologischen Fachdiskussion besondere Bedeutung beigemessen.

Ergänzend verweist die Kardiologin auf 14 randomisierte Studien, die insgesamt positive Effekte sowohl auf die LDL-Werte als auch auf den Blutdruck belegen sollen – ein Hinweis darauf, dass die beobachteten Zusammenhänge nicht auf eine einzelne Untersuchung beschränkt sind, sondern sich über verschiedene Studiendesigns hinweg wiederholen.

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Quercetin als möglicher Wirkmechanismus

Als gemeinsamer Nenner der beobachteten Effekte gilt laut Perelló das in Zwiebeln enthaltene Quercetin. Dem Flavonoid werden neben blutdrucksenkenden auch entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben – ein Aspekt, der im Zusammenhang mit chronischen Entzündungsprozessen von Interesse ist, da diese als Mitverursacher verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen diskutiert werden.

Auch eine über El Periódico verbreitete Meta-Analyse, auf die sich Perelló bezieht, bestätigt, dass Zwiebel-Extrakt den systolischen Blutdruck bei Menschen mit Bluthochdruck senken kann.

Einordnung für die Praxis

Die vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Zwiebeln – sei es als Bestandteil der täglichen Ernährung oder in Form konzentrierter Extrakte – einen unterstützenden Beitrag zur Herzgesundheit leisten könnten.

Die zitierten Studien und Meta-Analysen befassen sich sowohl mit dem direkten Verzehr des Gemüses als auch mit standardisierten Extrakten, was auf unterschiedliche Dosierungen und Anwendungsformen in der Forschung hinweist.

Für Betroffene mit erhöhtem Blutdruck oder ungünstigen Cholesterinwerten kann ein regelmäßiger Verzehr von Zwiebeln demnach eine sinnvolle Ergänzung im Rahmen einer insgesamt herzgesunden Ernährung darstellen.

Eine Kardiologin wie Perelló betont dabei jedoch implizit, dass solche Effekte moderat ausfallen und Ernährungsmaßnahmen eine bestehende medizinische Behandlung nicht ersetzen, sondern flankieren.

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