Studie: Kleinbusse im Globalen SĂŒden effektiver als westlicher ĂPNV
02.07.2024 - 14:15:18 | dts-nachrichtenagentur.de
Der oft "informell" organisierte Busverkehr in LĂ€ndern des Globalen SĂŒdens mit ad-hoc fahrenden Kleinbussen ist laut einer neuen Studie teilweise effizienter als der ĂPNV in westlichen LĂ€ndern wie Deutschland, wo es meist zentralisierte Dienste mit festen Routen und FahrplĂ€nen gibt.
Kleinbusse in Peru (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Forscher der TU Dresden hatten fĂŒr ihre kĂŒrzlich in "Nature Communications" veröffentlichte Erhebung mit Hilfe von GPS-Daten mehr als 7.000 formelle und informelle Buslinien in 36 StĂ€dten untersucht, verteilt auf 22 LĂ€nder.
Die gefundenen Erkenntnisse stellten die globale Wahrnehmung des informellen Verkehrs als "minderwertige Alternativ" zu zentral organisierten Diensten infrage, schreiben die Forscher. Auch dort bildeten sich mehr oder weniger feste Routen, Linien oder Fahrtkorridore heraus. Die typischen Linien seien dabei im zentralen Bereich der Routen eher geradlinig, an den Enden wĂŒrden mehr Umwege gefahren, um gröĂere FlĂ€chen erschlieĂen zu können - Ă€hnlich wie bei zentral organisierten Verkehren und unabhĂ€ngig von der unterschiedlichen Geografie der StĂ€dte.
"Informelle Verkehre weisen insgesamt aber weniger Umwege und einheitlichere Routen auf als zentral geplante Buslinien", sagte Kush Mohan Mittal, MobilitÀtsforscher an der TU Dresden.
Sie seien damit effizienter, und dabei auch ohne die im Globalen Norden ĂŒblichen umfangreichen Subventionen rentabel.
Auch wenn Aspekte wie Lohnniveau, Sicherheit der Fahrzeuge oder Planbarkeit und VerlĂ€sslichkeit nicht in die Analyse einbezogen werden konnten, zeigten die Erkenntnisse der Studie bereits jetzt, dass heute bestehende informelle Systeme nicht einfach durch formelle, zentral geplante Routen ersetzt werden sollten. Stattdessen könne die effiziente Selbstorganisation genutzt und die RegelmĂ€Ăigkeit und VerlĂ€sslichkeit der informellen Angebote erhöht werden, um die Angebote zu verbessern, so die Dresdner Forscher.
Insbesondere in den LĂ€ndern des Globalen SĂŒdens decken informelle Transportsysteme oft Gebiete ab, in denen öffentlich organisierter Transport keine Linien anbietet oder dieser fĂŒr einen groĂen Teil der Nutzer nicht erschwinglich ist. Teilweise werden solche Angebote durch zivile InteressenverbĂ€nde (NGOs) organisiert, oft aber durch private, wirtschaftlich motivierte Akteure. Der Betrieb vor Ort wirkt in vielen FĂ€llen chaotisch, die Kosten sind dafĂŒr oft sehr gering.
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