Nahost, Israel

Drei Tote bei Angriff im Libanon - Journalistin unter Opfern

23.04.2026 - 00:30:50 | dpa.de

Im SĂŒdlibanon kommt es trotz der Waffenruhe weiter zu tödlichen ZwischenfĂ€llen. Bei israelischen Luftangriffen gerieten jetzt nach libanesischen Berichten auch Journalistinnen in die Schusslinie.

Israelische Soldaten im SĂŒdlibanon. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
Israelische Soldaten im SĂŒdlibanon. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa

Bei einem israelischen Luftangriff im SĂŒdlibanon sind nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden, darunter eine Journalistin. Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Der Vorfall habe sich in dem Ort al-Tiri ereignet. Die Journalistin arbeitete demnach fĂŒr die Zeitung «Al Achbar», die der proiranischen Hisbollah-Miliz nahesteht. 

Auch die Zeitung bestĂ€tigte den Tod ihrer Mitarbeiterin. Sie sei unter TrĂŒmmern eingeschlossen gewesen und tot aufgefunden worden. Eine weitere Journalistin wurde demnach verletzt. 

Der libanesische MinisterprÀsident Nawaf Salam kritisierte Israel. Die «gezielten Angriffe» auf Journalisten sowie die Attacken auf Rettungsteams stellten Kriegsverbrechen dar, schrieb er auf der Plattform X. Israels Angriffe auf Medienschaffende seien keine EinzelfÀlle. 

Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden zunÀchst zwei Menschen bei einem israelischen Luftangriff in al-Tiri getötet. Die israelische Armee teilte dazu mit, es seien zwei Fahrzeuge identifiziert worden, die aus einem von der proiranischen Hisbollah-Miliz genutzten GebÀude gekommen seien. 

In der Mitteilung war die Rede von «Terroristen», die sich auf bedrohliche Weise israelischen Bodentruppen genĂ€hert hĂ€tten, die den sĂŒdlichen Teil des Libanons kontrollieren. Die Luftwaffe habe daraufhin eines der Fahrzeuge angegriffen. Anschließend sei auch das GebĂ€ude beschossen worden. 

Israel prĂŒft Vorfall

Die Armee sei sich Berichten bewusst, denen zufolge zwei Journalistinnen verletzt worden seien, hieß es weiter. Sie dementierte Angaben, laut denen Rettungsteams daran gehindert worden seien, das Gebiet zu erreichen. Man prĂŒfe den Vorfall. Das Gebiet der israelischen «Sicherheitszone» sei allgemein bekannt. Die israelische Armee ziele nicht auf Journalisten ab, achte aber auch auf die Sicherheit der eigenen Truppen. 

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hatte Israel zuvor auf X vorgeworfen, anhaltende Luftangriffe verhinderten, dass RettungskrĂ€fte die Journalistin, die sich unter TrĂŒmmern befinde, erreichen könnten. Über die zweite Journalistin gab es zunĂ€chst keine weiteren Angaben. 

Israelische Soldaten sind trotz Vereinbarung einer Waffenruhe weiterhin im SĂŒdlibanon stationiert. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte «Sicherheitszone» eingerichtet, die zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften vor Hisbollah-Angriffen dienen solle. Die libanesische FĂŒhrung spricht dagegen von einer Besatzung ihres Staatsgebiets.

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