Ex-PrĂ€sidialamtschef Jermak gegen Kaution auf freiem FuĂ
18.05.2026 - 10:06:47 | dpa.de
Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht in der Ukraine hat den wegen GeldwĂ€sche-VorwĂŒrfen tagelang inhaftierten frĂŒheren PrĂ€sidialamtschef Andrij Jermak gegen Zahlung einer Millionen-Kaution auf freien FuĂ gesetzt. Medien in Kiew zeigten Aufnahmen, wie Jermak in einem Anzug gekleidet morgens das UntersuchungsgefĂ€ngnis verlieĂ. Er ist unter Auflagen frei und darf die Ukraine nicht verlassen. Erst in der vergangenen Woche hatte das Gericht eine 60-tĂ€gige Untersuchungshaft angeordnet.Â
Das Gericht setzte umgerechnet 2,72 Millionen Euro als Kaution fest. Das Geld sei in den vergangenen Tagen von UnterstĂŒtzern gesammelt worden, berichteten Medien in Kiew. Demnach sollen Jermaks Anwalt, Ihor Fomin, mehrere Prominente, aber auch Unternehmen hohe BetrĂ€ge ĂŒberwiesen haben. Zu den Auflagen gehört, dass Jermak eine elektronische Fessel tragen muss und keinen Kontakt zu anderen Beschuldigten in dem Strafverfahren haben darf.
Der 54-JĂ€hrige war bis zu seiner Entlassung im November die rechte Hand von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj â und beteuert seine Unschuld. Er soll als Angehöriger einer organisierten kriminellen Gruppe an GeldwĂ€sche von umgerechnet fast neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der NĂ€he Kiews beteiligt gewesen sein. Jermak weist das kategorisch zurĂŒck. Bei einer Verurteilung drohen Jermak laut ukrainischen Medien acht bis zwölf Jahre GefĂ€ngnis.
Fall erschĂŒttert die Ukraine innenpolitisch
Der Fall des nach Selenskyj einst zweitmĂ€chtigsten Mannes in Kiew erschĂŒttert die sich gegen den russischen Angriffskrieg verteidigende Ukraine. Selenskyj will das Land in die EuropĂ€ische Union fĂŒhren und hat nach einer Vielzahl von Finanzskandalen den westlichen Geldgebern einen kategorischen Kampf gegen die Korruption sowie Reformen zugesichert. Nach der Festnahme Jermaks hatte er sich aber nicht geĂ€uĂert zu den VorwĂŒrfen.
Jermak war als Vertrauter Selenskyjs auch lange maĂgeblich an den internationalen Verhandlungen fĂŒr eine Beendigung des Krieges beteiligt. Seit langem halten sich in Kiew GerĂŒchte, er lasse sich in der NĂ€he von Kiew neben anderen eine Residenz mit 1.000 Quadratmetern WohnflĂ€che bauen in dem Villenviertel «Dynastia» in dem Ort Kosyn.Â
Jermaks Anwalt, Fomin, warf dem Gericht bei den Anhörungen vorige Woche vor, nichts als MutmaĂungen zu prĂ€sentieren. Es gebe keine Beweise fĂŒr die Anschuldigungen. Er hatte beantragt, Jermak gegen eine bezahlbare Kaution auf freien FuĂ zu setzen.
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