Schweiz, USA

Trump zieht «Friedensrat»-Einladung fĂŒr Carney zurĂŒck

23.01.2026 - 04:15:51 | dpa.de

Kanada hat Trumps Einladung zu seinem umstrittenen «Friedensrat» ohnehin nicht direkt angenommen - nun widerruft der US-PrÀsident sie. Zuvor widersprach Carney einer Aussage Trumps.

  • Will nicht mehr, dass Kanada Teil seines «Friedensrats» wird - US-PrĂ€sident Donald Trump.  - Bild: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa
    Will nicht mehr, dass Kanada Teil seines «Friedensrats» wird - US-PrÀsident Donald Trump. - Bild: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa
  • Sorgte mit seiner Rede in Davos fĂŒr Aufsehen - Kanadas Premierminister Mark Carney. (Archivbild) - Bild: Sean Kilpatrick/The Canadian Press/dpa
    Sorgte mit seiner Rede in Davos fĂŒr Aufsehen - Kanadas Premierminister Mark Carney. (Archivbild) - Bild: Sean Kilpatrick/The Canadian Press/dpa
Will nicht mehr, dass Kanada Teil seines «Friedensrats» wird - US-PrĂ€sident Donald Trump.  - Bild: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa Sorgte mit seiner Rede in Davos fĂŒr Aufsehen - Kanadas Premierminister Mark Carney. (Archivbild) - Bild: Sean Kilpatrick/The Canadian Press/dpa

US-PrĂ€sident Donald Trump hat eine Einladung an Kanadas Regierungschef Mark Carney zu seinem umstrittenen «Friedensrat» zurĂŒckgezogen. DarĂŒber informierte der Republikaner in einem knappen Post auf seiner Online-Plattform Truth Social, ohne einen Grund dafĂŒr zu nennen. Am Donnerstag hatte er auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos ein GrĂŒndungsdokument des Gremiums unterzeichnet, in dem Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen. 

UrsprĂŒnglich war der Rat von den USA - zumindest offiziell - auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans zugeschnitten. Doch lĂ€ngst ist die Rede davon, das sich das Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und Ordnung im Sinne des US-PrĂ€sidenten schaffen könnte. Trump selbst entscheidet als Vorsitzender des Rats, wer Mitglied werden kann. Dutzende LĂ€nder haben Einladungen zum Eintritt bekommen - zugesagt haben zunĂ€chst aber nur wenige, darunter einige autoritĂ€r regierte Staaten. 

Kanada zĂ€hlt zu den LĂ€ndern, die zunĂ€chst nicht fest zugesagt hatten. Das Land könne sich grundsĂ€tzlich eine Teilnahme vorstellen, die Details seien aber nicht endgĂŒltig geklĂ€rt, sagte Carney. 

Carney weist Trumps Aussagen ĂŒber Kanada zurĂŒck

Der kanadische Regierungschef fiel in Davos mit einer eindringlichen Rede auf. Das US-gefĂŒhrte globale Regierungssystem erlebe derzeit einen Bruch, der durch die Konkurrenz der GroßmĂ€chte und eine schwindende regelbasierte Ordnung gekennzeichnet sei, sagte Carney. Trump nannte er dabei nicht beim Namen, Beobachter gingen aber davon aus, dass er vor allem ihn im Sinne hatte. Der US-PrĂ€sident hatte mehrfach angekĂŒndigt, er wolle Kanada zum Teil der Vereinigten Staaten machen.

Trump selbst fĂŒhlte sich von Carneys Rede offensichtlich auch angesprochen: Die USA seien immer sehr großzĂŒgig mit Kanada gewesen, sagte der US-PrĂ€sident in Davos. Trotzdem habe sich Carney bei seiner Rede nicht sehr dankbar gezeigt. «Kanada existiert dank der Vereinigten Staaten, denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nĂ€chste Mal Ă€ußern», betonte Trump. 

Inzwischen hat sich Carney erneut geĂ€ußert - und hat Trumps Aussagen dabei inhaltlich klar widersprochen. Kanada und die USA hĂ€tten in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und beim kulturellen Austausch eine bemerkenswerte Partnerschaft aufgebaut, sagte er am Donnerstag. «Aber Kanada existiert nicht wegen der Vereinigten Staaten. Kanada gedeiht, weil wir Kanadier sind.»

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