Mitteleuropa: Neue Grenzkontrollen sollen Schleuser stoppen
04.10.2023 - 14:11:42 | dpa.de
Im Kampf gegen Schleuser und irregulĂ€re Migration setzen immer mehr mitteleuropĂ€ische EU-Staaten auf vorĂŒbergehende Grenzkontrollen. Die Slowakei beschloss am Mittwoch die Entsendung von Polizisten an ihre SĂŒdgrenze zu Ungarn. Die MaĂnahme beginne am Donnerstag und dauere zunĂ€chst zehn Tage an, teilte die geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung nach Angaben der Agentur TASR in Bratislava mit.
Die Personenkontrollen sollen demnach «auf flexible Weise» entlang der gesamten mehr als 650 Kilometer langen Grenze erfolgen. Ziel sei es, die Zahl der irregulĂ€ren Migranten zu senken, die auf der Balkanroute nach Europa kommen und ĂŒber die Slowakei als Transitland nach Westeuropa gelangen wollen.
Zuvor hatten die NachbarlĂ€nder Tschechien, Polen und Ăsterreich mit verschĂ€rften Kontrollen an der Grenze zur Slowakei begonnen. Dies erfolge in enger Absprache, hieĂ es. In Tschechien wurden bereits innerhalb der ersten Stunden mehr als zwei Dutzend Migranten aufgegriffen, die meisten davon aus Syrien, wie die Behörden auf X, vormals Twitter, mitteilten.
Faeser: Enge Zusammenarbeit mit Nachbarn
Die verschĂ€rften Kontrollen Tschechiens, Polens und Ăsterreichs an der Grenze zur Slowakei sind nach den Worten von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auch mit Deutschland eng abgestimmt. «Wir arbeiten mit unseren Nachbarstaaten eng zusammen, um die irregulĂ€re Migration zu begrenzen und das grausame GeschĂ€ft der Schleuserbanden zu zerschlagen», sagte Faser am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. In GesprĂ€chen mit ihren Amtskollegen in den letzten Tagen habe groĂe Einigkeit darĂŒber bestanden, dass zusĂ€tzliche MaĂnahmen notwendig seien und Schleuserrouten unterbrochen werden mĂŒssten. «Je frĂŒher und je intensiver diese Kontrollen stattfinden, desto weniger Menschen können unregistriert weiterreisen und nach Deutschland kommen.»
Die tschechische Polizei kontrolliert stichprobenartig an 17 StraĂen-, 7 Eisenbahn- und 3 WasserstraĂen-ĂbergĂ€ngen sowie entlang der rund 250 Kilometer langen grĂŒnen Grenze mit der Slowakei. Der polnische Grenzschutz begann mit verschĂ€rften Kontrollen an den acht StraĂen- und drei EisenbahngrenzĂŒbergĂ€ngen zur Slowakei.
In der Slowakei wurden von Jahresanfang bis Ende September nach Angaben des Innenministeriums 39.688 irregulĂ€re Migranten gezĂ€hlt. Das seien elfmal mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Slowakei gehört seit 2007 dem Schengenraum an, in dem eigentlich passfreies Reisen möglich sein soll. Das Land hat rund fĂŒnfeinhalb Millionen Einwohner.
Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt
Das slowakische AuĂenministerium rief Pendler und Reisende auf, mehr Zeit fĂŒr ihre Fahrten einzuplanen. Besonders eng sind die wirtschaftlichen, kulturellen und verwandtschaftlichen Bindungen zu Tschechien: Bis zur friedlichen Teilung zum 1. Januar 1993 lebten Tschechen und Slowaken in einen gemeinsamen Staat, der Tschechoslowakei.
Bereits vor einer Woche hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) «zusÀtzliche flexible Schwerpunktkontrollen an den Schleuserrouten an den Grenzen zu Polen und Tschechien» angeordnet. Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist in diesem Jahr massiv gestiegen. Von Januar bis August stellten mehr als 204.000 Menschen erstmals einen Antrag - 77 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
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