RumÀnien, Regierung

Misstrauensvotum in RumĂ€nien - Prowestliche Regierung stĂŒrzt

05.05.2026 - 13:48:20 | dpa.de

Rechtsextreme und Sozialdemokraten verbĂŒnden sich: Warum stĂŒrzt RumĂ€niens prowestliche Regierung – und was bedeutet das fĂŒr die EU-Milliarden aus BrĂŒssel?

  • RumĂ€niens bĂŒrgerlich-liberaler MinisterprĂ€sident Ilie Bolojan ist von der sozialdemokratischen und rechtsextremen Opposition wegen seiner Reformpolitik durch ein Misstrauensvorum im Parlament abgesetzt worden. - Foto: Fabian Sommer/dpa
    RumĂ€niens bĂŒrgerlich-liberaler MinisterprĂ€sident Ilie Bolojan ist von der sozialdemokratischen und rechtsextremen Opposition wegen seiner Reformpolitik durch ein Misstrauensvorum im Parlament abgesetzt worden. - Foto: Fabian Sommer/dpa
  • RumĂ€niens bĂŒrgerlich-liberaler MinisterprĂ€sident Ilie Bolojan ist von der sozialdemokratischen und rechtsextremen Opposition wegen seiner Reformpolitik durch ein Misstrauensvorum im Parlament abgesetzt worden. - Foto: Fabian Sommer/dpa
    RumĂ€niens bĂŒrgerlich-liberaler MinisterprĂ€sident Ilie Bolojan ist von der sozialdemokratischen und rechtsextremen Opposition wegen seiner Reformpolitik durch ein Misstrauensvorum im Parlament abgesetzt worden. - Foto: Fabian Sommer/dpa
RumĂ€niens bĂŒrgerlich-liberaler MinisterprĂ€sident Ilie Bolojan ist von der sozialdemokratischen und rechtsextremen Opposition wegen seiner Reformpolitik durch ein Misstrauensvorum im Parlament abgesetzt worden. - Foto: Fabian Sommer/dpa RumĂ€niens bĂŒrgerlich-liberaler MinisterprĂ€sident Ilie Bolojan ist von der sozialdemokratischen und rechtsextremen Opposition wegen seiner Reformpolitik durch ein Misstrauensvorum im Parlament abgesetzt worden. - Foto: Fabian Sommer/dpa

In RumĂ€nien ist die prowestlichen Regierung unter dem bĂŒrgerlichen MinisterprĂ€sidenten Ilie Bolojan durch ein Misstrauensvotum mit großer Mehrheit im Parlament abgesetzt worden. Den Antrag hatte die oppositionelle rechtsextreme Fraktion AUR zusammen mit den bis vor kurzem mitregierenden Sozialdemokraten (PSD) gestellt. Sie begrĂŒndeten diesen mit ihrer Kritik an Bolojans Sparpolitik sowie gegen einen von seiner Regierung geplanten Verkauf von Anteilen großer Staatsbetriebe.

281 Abgeordnete und Senatoren stimmten fĂŒr den Antrag - unter ihnen viele auch aus anderen kleineren extrem rechten Fraktionen. PSD und AUR haben zusammen nur 219 Mandate in Abgeordnetenhaus und Senat. FĂŒr eine Annahme des Antrags hĂ€tten 233 Stimmen gereicht.

Bolojan hatte vorher im Parlament vor allem PSD vorgeworfen, sich gegen Sparmaßnahmen zu wenden, die sie vorher offiziell mitgetragen hatten. Speziell die PlĂ€ne zu Teil-Privatisierungen hĂ€tten PSD gestört, weil dadurch ihre Klientel Privilegien verloren hĂ€tte, betonte Bolojan. 

Schwierige neue Regierungsbildung steht bevor

Nunmehr muss StaatsprĂ€sident Nicusor Dan dem Parlament einen neuen Kandidaten fĂŒr das Amt des Regierungschefs vorschlagen. Lehnt das Parlament zwei entsprechende VorschlĂ€ge nacheinander ab, darf der Staatschef das Parlament auflösen und vorgezogene Neuwahlen verfĂŒgen. Dan hatte zuletzt erklĂ€rt, dass er keinen Kandidaten fĂŒr das Amt des Premiers nominieren werde, der von der «antiwestlichen» AUR unterstĂŒtzt werde. AUR ist nach PSD die stĂ€rkste Fraktion im Parlament.

Einer möglichen Regierungskoalition zwischen PSD und AUR erteilten beide Parteien zuletzt eine Absage. Experten schlossen trotzdem nicht aus, dass es doch noch dazu kommen könnte. RumÀniens Sozialdemokraten hatten bereits in den 1990er Jahren zusammen mit Rechtsextremisten regiert und werben stets auch um antiwestlich-konservativ orientierte WÀhler.

Bukarest will Zugang zu EU-Fonds

Bolojan ist seit Juni 2025 im Amt. Sein wichtigstes politisches Ziel ist die Sanierung der Staatsfinanzen, die die PSD-VorgĂ€ngerregierung in marodem Zustand hinterlassen hatte. Damit will er auch Auflagen der EU erfĂŒllen, damit das Land Zugang zu BrĂŒsseler Fonds aus dem Verteidigungsprogramm SAFE sowie aus dem Corona-Resilienzprogramm bekommt.

Durch Steuererhöhungen und Streichung von Subventionen ist es Bolojan gelungen, das Haushaltsdefizit von 9,3 des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2024 auf 7,9 Prozent im Jahr 2025 zu senken. Er plante zudem eine Reform und Teil-Privatisierung verlustreicher Staatsbetriebe sowie eine Verschlankung der öffentlichen Verwaltung.

PSD hatte ursprĂŒnglich Bolojans Sparmaßnahmen mitgetragen, danach aber den Verbleib in der Koalition vom RĂŒcktritt des Reform-Premiers abhĂ€ngig gemacht. Bolojan lehnte einen RĂŒcktritt ab.

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