NĂ€chster Abgang im Kabinett: Trump setzt Justizministerin ab
02.04.2026 - 19:42:46 | dpa.de
US-PrĂ€sident Donald Trump setzt seine Justizministerin Pam Bondi ab. Vize-Justizminister Todd Blanche werde zunĂ€chst ihre Aufgaben ĂŒbernehmen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. «Wir schĂ€tzen Pam sehr, und sie wird eine dringend benötigte und wichtige neue Position in der Privatwirtschaft ĂŒbernehmen, die in KĂŒrze bekanntgegeben wird», teilte Trump mit.
Bondi bedankte sich auf X bei Trump fĂŒr die Zeit im Kabinett. Ihre Zeit als Ministerin sei in das mit Abstand folgenreichste erste Jahr des Justizministeriums in einer Amtszeit eines PrĂ€sidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten gefallen.
Blanche sagte Trump zu, das Ministerium werde weiter das Gesetz durchsetzen und alles dafĂŒr tun, dass die USA sicher seien. Er lobte auf X Bondis Leistung: Sie habe das Ministerium mit StĂ€rke und Ăberzeugung gefĂŒhrt, er sei ihr fĂŒr die FĂŒhrung und die Freundschaft sehr dankbar.
GerĂŒchte ĂŒber eine Entlassung Bondis gab es bereits seit lĂ€ngerem. Die 60-JĂ€hrige ist bereits die zweite Ministerin, die binnen Wochen Trumps Kabinett verlĂ€sst. Zuvor musste schon Heimatschutzministerin Kristi Noem ihren Hut nehmen.
Die «New York Times» hatte unter Berufung auf vier Personen berichtet, dass Trump in den vergangenen Tagen darĂŒber gesprochen haben soll, Bondi zu entlassen. Er soll zunehmend frustriert ĂŒber ihre FĂŒhrung im Ministerium und ihren Umgang mit den Epstein-Akten gewesen sein.Â
Bondi fĂŒr Epstein-Akten verantwortlich
Der steinreiche Finanzier aus New York, Jeffrey Epstein, hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und MinderjÀhrige zum Opfer fielen. Epstein hatte beste Kontakte in die High Society der USA und vieler anderer LÀnder. Er starb 2019 in seiner GefÀngniszelle, was Spekulationen weiter anheizte.
Der Skandal ist mit der Veröffentlichung der Ermittlungsakten wieder in die Schlagzeilen geraten. Die US-Regierung versucht, ihn möglichst weit von der Person Trump fernzuhalten. Die per Gesetz geforderte Veröffentlichung der Ermittlungsakten fiel in Bondis ZustĂ€ndigkeit. Dabei kam es zu Störmomenten. Zum Beispiel prangerten Kritiker der Regierung die vielen geschwĂ€rzten Stellen in den Akten an. Bondi verstrickte sich auch in WidersprĂŒche rund um die Existenz einer sagenumwobenen Epstein-Kundenliste.
Bondi sollte gegen Trumps Gegner vorgehen
Trump soll laut «New York Times» auch unzufrieden gewesen sein, dass Bondi ihr Amt nicht entschlossen genug genutzt habe, um juristisch gegen seine Gegner vorzugehen.
Trump hatte nie einen Hehl aus seinen Erwartungen an das Justizministerium gemacht. Im September etwa hatte er Bondi ĂŒber die sozialen Medien direkt dazu aufgefordert, gegen Personen vorzugehen, die er als Feinde begreift. US-PrĂ€sidenten vor Trump haben traditionell groĂen Wert darauf gelegt, keinen Zweifel an der UnabhĂ€ngigkeit der Justiz aufkommen zu lassen.
Eigentlich galt Bondi als Vertraute
Bei ihrem Amtsantritt galt die ehemalige GeneralstaatsanwĂ€ltin des Bundesstaats Florida als treue Vertraute des Republikaners. Trump hatte bei ihrer Nominierung fĂŒr den Posten auf ihre 20-jĂ€hrige Erfahrung als StaatsanwĂ€ltin verwiesen. Bondi hatte Trump bereits 2019 im ersten Amtsenthebungsverfahren unterstĂŒtzt.
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