Studie: Vorsorge schĂŒtzt ZĂ€hne - Problem bei Parodontitis
14.04.2026 - 14:00:02 | dpa.de"Wer als Kind gesunde ZÀhne hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Senior oder Seniorin noch viele gesunde, eigene ZÀhne haben", sagte Romy Ermler, PrÀsidentin der BundeszahnÀrztekammer, bei der Vorstellung des zweiten Teils der sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS) in Berlin. So hÀtten bei den heute 73- bis 82-JÀhrigen in den vergangenen knapp zehn Jahren 40 Prozent keinen Zahn verloren.
Die Studien liefern seit mehr als 30 Jahren Erkenntnisse ĂŒber die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland. FĂŒr die aktuelle Studie hat das Institut der Deutschen ZahnĂ€rzte (IDZ) im Auftrag der BundeszahnĂ€rztekammer (BZĂK) und der KassenzahnĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KZBV) von 2021 bis 2023 erstmals rund 1.100 Teilnehmer aus der Studie von 2014 erneut untersucht. So kann nachvollzogen werden, wie sich die Mundgesundheit der Teilnehmer ĂŒber die Zeit entwickelte. Der erste Teil der Studie wurde vergangenes Jahr vorgestellt.
Deutschland schneidet im internationalen Vergleich gut ab
Die Daten belegten "eindeutig, wie wirkungsvoll die langjÀhrige, strukturierte PrÀventionsorientierung der Zahnmedizin ist", sagte Ermler. Insgesamt schnitten Kinder in Deutschland im internationalen Kariesvergleich hervorragend ab. Laut Daten erkrankte innerhalb des Untersuchungszeitraums im Schnitt maximal ein Zahn an Karies bei den heute 20-JÀhrigen.
Die Ergebnisse zeigten jedoch auch, dass die PubertÀt ein kritisches Alter sei, um das Gebiss kariesfrei zu halten, sagte der Wissenschaftliche Direktor des IDZ, Rainer Jordan. In dieser Zeit reduziere sich der Anteil kariesfreier Personen um rund die HÀlfte auf 48 Prozent.
Probleme bei Parodontitis
Verbesserungsbedarf sieht die Studie bei Parodontitis - einer entzĂŒndlichen Erkrankung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zu Zahnverlust fĂŒhren kann. Zwar habe sich Zahnverlust infolge von Parodontitis stark reduziert. Allerdings zeigten die Ergebnisse auch, dass die entscheidende Krankheitsdynamik im Alter zwischen 40 und 50 stattfinde. Die meisten Parodontitis-Behandlungen wĂŒrden jedoch erst im Seniorenalter durchgefĂŒhrt werden - und damit zu spĂ€t.
Durch regelmĂ€Ăige Zahnarztbesuche und frĂŒhzeitige Behandlungen könnten Betroffene parodontal gut behandelt werden und somit lange von ihren eigenen ZĂ€hnen profitieren, hieĂ es. Die Studienautoren gehen davon aus, dass in Deutschland 14 Millionen Menschen eine schwere Parodontalerkrankung haben.
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