Devisen, Euro

Devisen: Euro stabilisiert sich - MĂ€rkte erwarten keine EZB-Zinssenkung

03.02.2026 - 21:09:33 | dpa.de

Der Euro EU0009652759 hat am Dienstag bei rund 1,18 US-Dollar seine jĂŒngste Talfahrt gestoppt.

Im New Yorker Handel kostete die GemeinschaftswÀhrung zuletzt 1,1817 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1801 (Montag: 1,1840) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8473 (0,8445) Euro gekostet.

Eine unerwartet niedrige Inflationsrate in Frankreich belastete den Euro. Die Jahresrate sank im Januar von 0,7 Prozent im Vormonat auf 0,4 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem RĂŒckgang auf 0,6 Prozent gerechnet. Die französische Inflationsrate liegt damit deutlich unter dem Niveau anderer LĂ€nder der Eurozone. Die EZB strebt fĂŒr den gesamten WĂ€hrungsraum auf mittlere Sicht eine Rate von zwei Prozent an. Es wird an den MĂ€rkten erwartet, dass die EZB an diesem Donnerstag und auch auf absehbare Zeit den Leitzins nicht senken wird.

Seit der Nominierung von Kevin Warsh fĂŒr die Nachfolge als PrĂ€sident der US-Notenbank Fed am Freitag hat der Dollar Auftrieb erhalten, was den Euro im Gegenzug unter Druck setzte. Die Entscheidung von US-PrĂ€sident Donald Trump schĂŒrte an den MĂ€rkten Zweifel, dass es tatsĂ€chlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten kommen wird. Warsh galt lange als geldpolitischer Falke, hat sich also tendenziell fĂŒr höhere Zinsen eingesetzt. Zuletzt hat er sich aber fĂŒr Leitzinssenkungen ausgesprochen. Vor der Nominierung von Warsh war der Euro in der vergangenen Woche noch ĂŒber 1,20 Dollar gestiegen und damit auf ein Hoch seit Mitte 2021.

Die fundamentalen Bedingungen am Devisenmarkt haben sich laut Michael Pfister, Devisenexperte bei der Commerzbank, jedoch nicht geĂ€ndert. "Die Korrektur an den MĂ€rkten ging weder mit einer ausgeprĂ€gten Bewegung bei den marktbasierten Inflationserwartungen noch mit groß verĂ€nderten Zinserwartungen einher", heißt es in einem Kommentar. "Es scheint eher ein stimmungsbasierter Umschwung gewesen zu sein." Noch seien sich die Marktteilnehmer unsicher, was sie aus der Nominierung von Warsh machen sollten.

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