Experte: FlughĂ€fen Dresden und Leipzig stabilisiert, aber groĂe HĂŒrden bleiben
Veröffentlicht: 03.06.2026 um 06:25 Uhr, dpa.deDie vorfristige ErfĂŒllung wichtiger Sanierungsziele sei zwar "auĂerordentlich begrĂŒĂenswert gerade in diesen Zeiten", sagte der Wissenschaftler von der Technischen UniversitĂ€t Dresden. Die Rahmenbedingungen fĂŒr die Luftverkehrswirtschaft wĂŒrden jedoch "zumindest bis 2030 nicht wirklich einfacher".
Die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) hatte zuletzt erklĂ€rt, wesentliche wirtschaftliche Ziele frĂŒher erreicht zu haben als ursprĂŒnglich geplant. Ob die Restrukturierungsphase tatsĂ€chlich vorzeitig beendet werden kann, entscheiden nach Unternehmensangaben der Sanierungsberater KPMG und die finanzierenden Banken. Die Flughafengruppe befinde sich wirtschaftlich auf einem deutlich stabilisierten Kurs.
Luftverkehr bleibt unter Druck
Gleichzeitig verwies Fricke auf die anhaltenden Herausforderungen fĂŒr die Branche. Fliegen sei in Deutschland deutlich teurer geworden. Zudem hĂ€tten viele Fluggesellschaften ihr Angebot an RegionalflughĂ€fen reduziert.
Hoffnung auf neue Flugzeugtechnologien
Dennoch sieht der Luftverkehrsexperte Perspektiven fĂŒr Standorte wie Leipzig/Halle und Dresden. "Hybrid-elektrische sowie SAF tankende Luftfahrzeuge könnten die Kurzstrecke wiederbeleben", sagte er. Sachsen solle entsprechende Entwicklungen gezielt unterstĂŒtzen. SAF steht fĂŒr sogenannte Sustainable Aviation Fuels. Diese alternativen Flugkraftstoffe können in der Gesamtbilanz ab Herstellung deutlich weniger CO2 verursachen als herkömmliches Kerosin.
Zu diesen Hoffnungen passt aus Sicht Frickes auch die Ansiedlung des Flugzeugherstellers Deutsche Aircraft am Flughafen Leipzig/Halle. Dort entsteht derzeit ein Werk fĂŒr die D328eco, ein Regionalflugzeug mit rund 40 SitzplĂ€tzen.
Politik hÀlt an beiden FlughÀfen fest
An der grundsÀtzlichen Ausrichtung der FlughÀfen hÀlt die Politik fest. Zwar hatte die scheidende Aufsichtsratsvorsitzende der MFAG, Hiltrud Werner, den Betrieb zweier FlughÀfen in Sachsen zuletzt als betriebswirtschaftlich schwierig bezeichnet. Der Freistaat sieht beide Standorte dennoch als unverzichtbar an.
"Bei rein betriebswirtschaftlicher Betrachtung ist der parallele Betrieb beider FlughĂ€fen zweifellos anspruchsvoll. Doch volkswirtschaftlich betrachtet ergibt sich ein ganz anderes Bild", erklĂ€rte Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU). Nach Angaben des Finanzministeriums sichern die FlughĂ€fen Leipzig/Halle und Dresden zusammen mehr als 52.000 ArbeitsplĂ€tze und stehen fĂŒr eine Bruttowertschöpfung von fast fĂŒnf Milliarden Euro.
DHL bleibt wichtiger StabilitÀtsfaktor
Ein wichtiger StabilitĂ€tsfaktor bleibt nach Angaben der MFAG das DHL-Drehkreuz in Leipzig/Halle. DHL sei ein "zentraler strategischer Partner und ein wesentlicher StabilitĂ€tsfaktor fĂŒr den Standort Leipzig/Halle", erklĂ€rte das Unternehmen. Gleichzeitig wolle die Flughafengruppe ihre wirtschaftliche Basis verbreitern und zusĂ€tzliche Potenziale im Passagier- und Frachtverkehr sowie bei Dienstleistungen und Ansiedlungen erschlieĂen.
