Gehirntraining, Demenzrisiko

Gehirntraining senkt Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent

12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.de

Eine Langzeitstudie belegt, dass gezieltes Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit das Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent reduzieren kann. Experten warnen jedoch vor simplen Apps und empfehlen einen ganzheitlichen PrÀventionsansatz.

Gehirntraining senkt Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Gehirntraining senkt Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine Langzeitstudie zeigt: Spezielles Gehirntraining kann das Demenzrisiko deutlich reduzieren. Die Ergebnisse der US-Studie ACTIVE, die Anfang 2026 veröffentlicht wurden, befeuern die Debatte um nicht-medikamentöse PrÀvention.

Im Fokus steht ein Training zur Geschwindigkeit der visuellen Informationsverarbeitung. Über 20 Jahre hinweg beobachteten Forscher knapp 3.000 Teilnehmer. Das Ergebnis: Wer dieses sogenannte Speed-Training absolvierte, konnte sein Demenzrisiko um bis zu ein Viertel senken. Die Studie lenkt den Blick auf die „kognitive Reserve“ – die FĂ€higkeit des Gehirns, SchĂ€den auszugleichen.

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Warum gerade Speed-Training wirkt

Anders als klassische GedĂ€chznisĂŒbungen zielt das erfolgreiche Training auf eine Kernkompetenz ab: die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Teilnehmer lernten, Objekte auf einem Bildschirm schnell und prĂ€zise zu identifizieren. Diese FĂ€higkeit ist im Alltag, etwa im Straßenverkehr, stĂ€ndig gefordert.

Experten vermuten, dass das Training neuronale Netzwerke effizienter und flexibler macht. Es optimiert nicht das Speichern von Fakten, sondern die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung. Das stÀrkt die kognitive Reserve offenbar besonders gut. Besonders profitierten jene Teilnehmer, die auch nach der ersten Phase Auffrischungssitzungen wahrnahmen.

Vorsicht vor der Wunder-App

Die Euphorie ist groß, doch Neurologen mahnen zur Vorsicht. Das studiengeprĂŒfte Training fand unter kontrollierten Bedingungen und mit Anleitung statt. Diese wissenschaftliche RigorositĂ€t lĂ€sst sich nicht auf die meisten kommerziellen Gehirntrainings-Apps ĂŒbertragen.

„Eine kurzfristige Verbesserung in einer App bedeutet nicht, dass sie vor Demenz schĂŒtzt“, so die klare Botschaft der Forscher. Die ACTIVE-Ergebnisse sind kein Freifahrtschein fĂŒr beliebige „Brain Games“, sondern belegen die Wirksamkeit einer spezifischen Methode. Der Rat lautet: Auf wissenschaftlich fundierte Programme setzen, nicht auf Marketingversprechen.

PrÀvention ist mehr als Gehirnjogging

Das Speed-Training ist nur ein Puzzleteil. Fachleute betonen, dass bis zu 45 Prozent der DemenzfĂ€lle durch Lebensstilfaktoren beeinflussbar sein könnten. Neben geistiger AktivitĂ€t zĂ€hlen dazu Bluthochdruck, Übergewicht, Schwerhörigkeit, Rauchen und soziale Isolation.

Der vielversprechendste Ansatz ist daher ein BĂŒndel an Maßnahmen. Programme wie die finnische FINGER-Studie kombinieren geistiges Training mit gesunder ErnĂ€hrung, Bewegung und der Kontrolle von Herz-Kreislauf-Risiken. Diese ganzheitlichen Strategien zeigen die robustesten Effekte.

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Der Kampf gegen das Vergessen beginnt frĂŒh

Alzheimer entwickelt sich oft ĂŒber Jahrzehnte. Mediziner raten deshalb, nicht erst im Rentenalter mit der Vorsorge zu beginnen. Der Aufbau einer kognitiven Reserve durch lebenslanges Lernen und gezieltes Training sollte idealerweise ab dem mittleren Lebensalter starten.

Die neuen Erkenntnisse werden die Forschung weiter antreiben. KlÀrungsbedarf gibt es noch bei der optimalen Trainingsform und der Integration in den Alltag. Doch die Botschaft ist eindeutig: Ein aktiver Lebensstil bietet jedem Einzelnen die Chance, das eigene Demenzrisiko aktiv zu senken.

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