KfW / KfW erhöht Refinanzierungsziel fĂŒr 2026 auf 80 bis 85 Mrd. EUR
02.07.2026 - 10:03:13 | dpa.deEUR Frankfurt am Main (ots) -
- Starkes FördergeschĂ€ft treibt Refinanzierungsbedarf - KfW setzt weitere Impulse fĂŒr digitale Kapitalmarktinfrastruktur - Hohe internationale Investorennachfrage trotz Krisen
Die KfW erhöht ihr Refinanzierungsziel fĂŒr 2026 von ursprĂŒnglich 75 bis 80 Mrd. auf 80 bis 85 Mrd. EUR. Darin spiegelt sich sowohl die starke Entwicklung des inlĂ€ndischen FördergeschĂ€fts seit Jahresbeginn als auch die erwartete positive GeschĂ€ftsentwicklung in den kommenden Monaten wider. In der ersten JahreshĂ€lfte nahm die Förderbank inmitten eines volatilen Umfeldes bereits 58 Mrd. EUR an den internationalen KapitalmĂ€rkten auf.
"Unser höheres Refinanzierungsziel ist vor allem Ausdruck unseres sehr erfolgreichen FördergeschĂ€fts. Entscheidend ist dabei: Wir können diesen zusĂ€tzlichen Bedarf aus einer Position der StĂ€rke heraus decken. Wir haben im ersten Halbjahr abermals gezeigt, dass wir auch in einem von Unsicherheit geprĂ€gten Marktumfeld groĂe Volumina verlĂ€sslich platzieren können. Unsere breite Aufstellung, unsere internationale Investorenbasis sowie die hohe LiquiditĂ€t unserer Anleihen sind hierbei wichtige Parameter", sagt Tim Armbruster, Treasurer der KfW Bankengruppe.
Neben groĂvolumigen Euro- und USD-Benchmark-Transaktionen prĂ€gten öffentliche Emissionen und Privatplatzierungen in neun weiteren WĂ€hrungen sowie groĂe Emissionen von Euro-Green-Bonds die Refinanzierung in der ersten JahreshĂ€lfte. DarĂŒber hinaus blieb die praktische Erprobung digitaler Kapitalmarktinfrastrukturen ein zentraler strategischer Schwerpunkt.
So beteiligte sich die KfW im ersten Halbjahr 2026 an mehreren digitalen Pilottransaktionen sowohl als Investorin als auch als Emittentin. Dabei wurden innovative Anleiheprozesse, DLT-basierte Finanzmarktinfrastrukturen sowie die Zahlungsabwicklung von Anleihen in Zentralbankgeld unter realitĂ€tsnahen Marktbedingungen erprobt. Dazu zĂ€hlten unter anderem Project Sovereign mit der Bank of Greece und SWIAT, der Erwerb eines Krypto-Wertpapiers der DZ BANK und des Landes Sachsen-Anhalt sowie die Emission der dritten digitalen Anleihe als Kryptowertpapier nach dem Gesetz ĂŒber elektronische Wertpapiere (eWpG).
Bei der Anfang Juni emittierten Krypto-Anleihe ist fĂŒr Herbst ein "HĂ€rtetest" unter realen Marktbedingungen geplant. So soll wĂ€hrend der Laufzeit sowohl der RegisterfĂŒhrer als auch die zugrunde liegende DLT-Infrastruktur gewechselt werden. Parallel erprobt die KfW neue Wege der Zahlungsabwicklung in Zentralbankgeld, zunĂ€chst ĂŒber die Trigger Solution der Deutschen Bundesbank und spĂ€ter ĂŒber die geplante Pontes-Infrastruktur des Eurosystems.
"Als groĂer internationaler Emittent können wir dazu beitragen, digitale Kapitalmarktinfrastruktur aus der Pilotphase herauszufĂŒhren. DafĂŒr braucht es nicht nur Technologie, sondern Vertrauen, Standardisierung und AnschlussfĂ€higkeit an bestehende Marktprozesse. Genau an dieser Schnittstelle sehen wir unsere Rolle", betont Treasurer Tim Armbruster.
In ihrem KerngeschÀft der Kapitalmarktrefinanzierung profitierte die KfW erneut von ihrer flexiblen Refinanzierungsstrategie und breiten WÀhrungsdiversifikation, und konnte in einem volatilen Umfeld Chancen und Emissionsfenster in verschiedenen MÀrkten gezielt und zeitnah nutzten. Im Januar erzielte sie mit einem Volumen von 19 Mrd. EUR dabei einen der erfolgreichsten Funding-Monate ihrer Geschichte.
Mit einem Anteil von rund 60 % bleibt der Euro nach wie vor die wichtigste WĂ€hrung im Portfolio der KfW und zentrales Refinanzierungsinstrument. Die Euro-Benchmark-Anleihen der KfW fungieren fĂŒr viele Emittenten weiterhin als wichtiger Referenz- und Ankerpunkt im Markt. Entsprechend zeigten sich Neuemissionen der KfW in Euro im Vergleich zu Emissionen anderer Förderbanken und SSA-Emittenten deutlich weniger volatil. AuffĂ€llig war dabei unter anderem eine stĂ€rkere Nachfrage aus der Region Asien-Pazifik.
Im strategisch bedeutsamen US-Dollar-Markt profitierte die KfW in den vergangenen Monaten von einer hohen MarktliquiditĂ€t und einem erhöhten Anlagedruck auf Investorenseite - zusĂ€tzlich gestĂŒtzt durch den Status als Safe Haven in Zeiten geopolitischer Unsicherheit. Dies fĂŒhrte zu einem deutlichen Zuwachs der OrderbĂŒcher trotz anhaltend enger Spreads. Der US-Dollar-Anteil an der Refinanzierung belief sich im 1. Halbjahr auf rund 22%.
Besonders dynamisch entwickelte sich auch der Hongkong-Dollar, der im ersten Halbjahr mit einem Anteil von 4% zur viertwichtigsten WĂ€hrung im Refinanzierungsmix der KfW aufrĂŒckte. Mit einer HKD-Anleihe in Benchmark-GröĂe (6 Mrd. HKD) und lokaler Clearing-Abwicklung emittierte die KfW die bislang gröĂte Anleihe eines europĂ€ischen öffentlichen Emittenten im aufstrebenden "Wonton"-Markt. Damit trug sie nicht nur dem wachsenden Interesse internationaler Investoren am HKD-Markt Rechnung, sondern nutzte auch gezielt die hohe LiquiditĂ€t in Asien.
Im grĂŒnen Segment platzierte die KfW im ersten Halbjahr elf Green Bonds in sechs WĂ€hrungen und erzielte damit Nettoerlöse von insgesamt rund 12,6 Mrd. EUR. Darunter befanden sich zwei groĂvolumige Euro-Benchmark-Anleihen mit einem Umfang von jeweils 5 Mrd. EUR. Eine weitere Emission dieser Art ist fĂŒr das zweite Halbjahr vorgesehen. Damit vollzieht die KfW einen Paradigmenwechsel in ihrer Green-Bond-Strategie: Sie rĂŒckt nun auch in diesem Segment die LiquiditĂ€t ihrer Anleihen noch stĂ€rker in den Mittelpunkt und etabliert sich auch hier zunehmend als ReferenzgröĂe fĂŒr andere Emittenten. Das neueste, seit 2024 gĂŒltige Green Bond Framework schafft dabei fĂŒr den Einsatz grĂŒner Assets zusĂ€tzlichen Spielraum.
FĂŒr das zweite Halbjahr plant die KfW weitere Emissionen in Höhe von rund 22 bis 27 Mrd. EUR, wobei Euro und US-Dollar weiterhin die zentrale Rolle spielen werden. DarĂŒber hinaus bleiben die Nutzung von Marktchancen, ausgewĂ€hlte FremdwĂ€hrungen sowie die praktische Erprobung digitaler Kapitalmarktinfrastruktur und Green Bonds im Fokus der KfW.
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