ROUNDUP, Koalition

Koalition will Reformkurs auch gegen WiderstÀnde durchsetzen

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 06:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die schwarz-rote Koalition will ihre ReformplÀne trotz aller WiderstÀnde bis zum Jahresende durchsetzen.

"Wir mĂŒssen die sozialen Sicherheitssysteme fit machen, dazu gehört auch eine Rentenreform", sagte Finanzminister Lars Klingbeil nach dem ersten Tag der Kabinettsklausur am Abend im "heute journal" des ZDF. Klar sei aber auch: "Im Detail werden wir diskutieren."

Kanzleramtschefin Nina Warken zeigte sich zuversichtlich, dass die Rentenreform und weitere Vorhaben wie die Reform der Pflegeversicherung und die Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes plangemĂ€ĂŸ auf den Weg gebracht werden. "Das alles wird jetzt kommen, muss jetzt kommen", sagte die CDU-Politikerin in den ARD-"Tagesthemen". "Es wird ein Herbst werden, der sehr arbeitsreich sein wird, aber ich bin guter Dinge", fĂŒgte sie hinzu. "Wir haben alle den gemeinsamen Willen, die Dinge jetzt auch auf einen guten Weg zu bringen."

Das Bundeskabinett berĂ€t zurzeit bei einer Klausurtagung in Neuhardenberg ĂŒber den weiteren Reformfahrplan, ĂŒber die Ankurbelung der Wirtschaft sowie einen stĂ€rkeren Schutz vor Hitze und weiteren Folgen des Klimawandels. Am Mittag wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) ĂŒber die Ergebnisse informieren.

Klingbeil: Über 20 Jahre notwendige Reformen verschlafen

Klingbeil betonte, es gehe auch darum, Vertrauen zu schaffen. Die VorschlĂ€ge der Rentenkommission wĂŒrden umgesetzt, Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) gehe jetzt mit konkreten Gesetzen an die Umsetzung. VorschlĂ€ge der Rentenkommission mĂŒssten in der Gesetzgebung konkretisiert werden."Und das Ziel ist, dass wir bis zum Ende des Jahres ein neues Rentensystem haben."

"Ich sehe doch, dass der Frust da ist", sagte Klingbeil mit Blick auf Umfrageergebnisse. "In einem Land, wo wir fĂŒnf Jahre kein Wachstum haben, wo ĂŒber 20 Jahre notwendige Reformen verschlafen wurden. Wo zu wenig investiert wurde in die Sicherheit, in die Infrastruktur. Wo heute die Probleme auf der Straße liegen. Wo die ZĂŒge nicht pĂŒnktlich kommen, weil ĂŒber 20 Jahre nicht investiert wurde - und deswegen mĂŒssen wir das jetzt abarbeiten."

Aber manche Probleme ließen sich nicht von einem Tag auf den anderen lösen. "Wenn es nach mir geht, gerne schneller, noch mehr, noch intensiver", sagte Klingbeil. "Aber diesen Weg jetzt endlich anzufangen nach 20 Jahren, die wir verpennt haben, ist genau das Richtige."

Frei nennt Rentenreform Jahrhundertprojekt

Unionsfraktionschef Thorsten Frei bezeichnete die VorschlĂ€ge der von der Regierung eingesetzten Rentenkommission als bahnbrechend, die geplante Reform als ein als Jahrhundertprojekt. Es handele sich um einen Kompromiss nicht nur zwischen politischen Parteien, sondern auch zwischen den Generationen. "Das ist jetzt eben kein MenĂŒ, das vor uns liegt, wo man den einen Punkt rausgreift und den anderen liegen lĂ€sst", betonte Frei. Nötig sei jetzt die politische Kraft, auch die unangenehmen Entscheidungen mitzutragen.

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