Aktien Europa: Leichte Verluste - Französische Bankwerte unter Druck
30.04.2026 - 12:23:13 | dpa.deDamit setzte sich der Trend abbröckelnder Kurse der vergangenen Handelstage fort. Am Mittag sank der EuroStoxx 50 EU0009658145 um 0,2 Prozent auf 5.805,48 Punkte. StÀrkere Bewegungen gab es bei Einzelwerten nach einer Reihe von Quartalszahlen.
AuĂerhalb des WĂ€hrungsraums stieg der britische FTSE 100 GB0001383545 dank der Gewinne bei Ăl- und Rohstoffaktien um ein Prozent auf 10.309,08 Punkte. Der Schweizer SMI CH0009980894 tendierte mit plus 0,18 Prozent auf 13.054,85 Punkte wenig verĂ€ndert.
Zur Vorsicht mahnten einmal mehr der Iran-Krieg und der Ălpreis - ein Barrel der Sorte Brent hatte zeitweise den höchsten Stand seit 2022 erreicht. Der Preis reagierte damit auf die festgefahrene Lage zwischen den USA und dem Iran. "Jede Woche, die in der diplomatischen Blockade verstreicht, bringt die Weltwirtschaft nĂ€her heran an den Energieinfarkt", merkte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dazu an. "Die Lager nehmen ab, der Rohölpreis steigt."
Die Folgen waren an neuen Daten zu Inflation und zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone ablesbar. "Das Stagflationsgespenst beginnt seinen Spuk", so Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. "Die Wachstumsrate bleibt schwach, gleichzeitig ist die Inflationsrate mit drei Prozent bereits wieder in luftiger Höhe angelangt."
Bei den Einzelsektoren gaben Zahlen den Takt vor. Banken litten unter den mit EnttĂ€uschung aufgenommenen Zahlen aus Frankreich. So sanken BNP Paribas FR0000131104 um 4,8 Prozent. Noch stĂ€rker nach unten ging es mit Societe Generale FR0000130809 und Credit Agricole FR0000045072, die um ĂŒber fĂŒnf beziehungsweise mehr als sechs Prozent fielen.
Etwas besser sah es bei den Bankwerten anderer LĂ€nder aus. So legten BBVA ES0113211835 um 0,5 Prozent und ING NL0011821202 um knapp ein Prozent zu. Bei den NiederlĂ€ndern lobten die Analysten von Jefferies den Nettogewinn. Zu BBVA merkten die Experten von JPMorgan an, dass die Zahlen besser als erwartet ausgefallen seien, wobei die HĂŒrde allerdings niedrig gewesen sei.
Unter den ebenfalls schwÀchelnden Autowerten fielen Stellantis NL00150001Q9 mit 7,7 Prozent Abschlag auf. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal einen schmalen Gewinn eingefahren. An der Börse kam dies schlecht an. Die Analysten der UBS sprachen von einem durchwachsenen Zahlenwerk.
Michelin FR0000121261 gaben nach Umsatzzahlen um 1,6 Prozent nach. Der Reifenhersteller habe die Erwartungen zwar erfĂŒllt und trotz des zunehmend schwierigen Umfelds die Jahresziele bestĂ€tigt, schrieb Barclays-Analyst Erwann Dagorne. Er sieht aber Risiken fĂŒr die Markterwartungen an das laufende und das kommende Jahr.
Leichte ZuwÀchse verzeichneten dagegen ArcelorMittal LU1598757687. Die Analysten von Barclays hoben den höher als erwartet ausgefallenen operativen Gewinn des Stahlkonzerns hervor.
Die ebenfalls gefragte Lebensmittelwerte profitierten von dem Anstieg von Unilever GB00B10RZP78. Die Aktie gewann nach Zahlen knapp zwei Prozent. Der KonsumgĂŒterkonzern hatte zum Jahresstart besser abgeschnitten als gedacht.
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