Söder und Schwesig raten von EntlastungsprÀmie ab
11.05.2026 - 06:00:00 | dpa.deCSU-Chef Markus Söder sieht keine Zukunft mehr fĂŒr sie. Auch die MinisterprĂ€sidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), rĂ€t der schwarz-roten Bundesregierung, sie vom Tisch zu nehmen und besser gleich eine umfassende Einkommensteuerreform anzugehen.
Bundesrat stoppte PrÀmie
Vorgesehen war ursprĂŒnglich, dass Arbeitgeber ihren BeschĂ€ftigten bis 30. Juni 2027 freiwillig bis zu 1.000 Euro steuerfrei als Entlastung zahlen können. Die Zahlung sollten sie als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen können, somit wĂ€re der Staat zumindest zum Teil an der PrĂ€mie beteiligt. Der Bundesrat stoppte das Vorhaben am Freitag, nur 4 von 16 LĂ€ndern stimmten zu. Die LĂ€nder waren mit der Gegenfinanzierung nicht einverstanden. Zudem hatte es viel Kritik aus der Wirtschaft an der PrĂ€mie gegeben.
Ob die Bundesregierung nun den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anrufen will, um einen Kompromiss zu finden, ist bislang unklar. Am Dienstag dĂŒrfte das Thema Entlastungen im schwarz-roten Koalitionsausschuss diskutiert werden. ĂuĂerungen aus der Koalition deuteten vorab darauf hin, dass dann auch die geplante Einkommensteuerreform eine Rolle spielen dĂŒrfte.
"Gut gemeinte Idee" - aber Widerstand in der Wirtschaft
Söder, der auch bayerischer Regierungschef ist, sagte am Sonntag im ARD-"Bericht aus Berlin" zur EntlastungsprĂ€mie: "Ich glaube, die ist vom Tisch." Sie sei eine "gut gemeinte Idee" gewesen, dann aber in der Wirtschaft auf groĂen Widerstand gestoĂen. Der Steuerausfall wĂ€re nach seinen Worten bei fast allen LĂ€ndern so hoch gewesen, dass keines mehr eine Chance gesehen habe, zuzustimmen. "Mein Rat ist dringend, davon abzulassen." Das Geld solle man lieber in eine gute Einkommensteuerreform stecken.
Auch Schwesig sprach sich dagegen aus, das Vorhaben der PrĂ€mie weiterzuverfolgen. "Also ich rate der Bundesregierung, das vom Tisch zu nehmen und lieber gleich den richtigen groĂen Wurf zu machen", sagte sie in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Das sei eine Einkommensteuerreform, die vor allem kleine und mittlere Einkommen bis 3.000 Euro entlasten wĂŒrde. Dabei wĂ€re die Entlastung dauerhaft und wĂŒrde auch bei allen ankommen.
Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, zur Mitte der Legislaturperiode die Einkommensteuer fĂŒr kleine und mittlere Einkommen zu senken. Verabredet ist aktuell, dass eine entsprechende Steuerreform zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt, die konkreten PlĂ€ne und Details dafĂŒr liegen aber noch nicht vor.
Ăzdemir redet der Bundesregierung ins Gewissen
Der designierte MinisterprĂ€sident von Baden-WĂŒrttemberg, Cem Ăzdemir (GrĂŒne), forderte die schwarz-rote Bundesregierung eindringlich dazu auf, bei Reformvorhaben an einem Strang zu ziehen. "Wir sind bereit, bei Steuerreform, bei Rentenreform mit anzupacken, aber die Regierung muss jetzt mal bitte schön mit einer Stimme sprechen", sagte er in der ARD.
Auf die Frage, wie so eine Einkommensteuerreform gelingen solle, wenn die LĂ€nder nicht bereit seien, auf eigene Einnahmen zu verzichten, sagte Ăzdemir: "Klar, man muss die Situation der Kommunen betrachten. Die sind mit dem RĂŒcken an der Wand. DarĂŒber wird man mit Berlin auch reden mĂŒssen." Aber breite Schichten der Bevölkerung, insbesondere der Mittelstand, brĂ€uchten eine Entlastung. Die mĂŒsse vernĂŒnftig gegenfinanziert werden.
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