POET Technologies: Marvell storniert alle Celestial-Aufträge
30.04.2026 - 22:26:34 | boerse-global.deEin Interview, eine Vertragsverletzung, ein Kurssturz von fast 50 Prozent. POET Technologies hat in wenigen Tagen demonstriert, wie schnell sich Euphorie in Panik verwandeln kann.
Noch vergangene Woche verdoppelte sich der Kurs der kanadischen Photonik-Firma. Auslöser war die Nachricht, dass POET einen substanziellen Auftrag von Celestial AI gesichert hatte — einem Unternehmen, das Marvell Semiconductor Anfang des Jahres übernommen hatte. Das Kursfeuerwerk hielt nicht lange.
Vertraulichkeitsbruch als Auslöser
Am 27. April 2026 teilte POET mit: Marvell hat sämtliche Bestellungen über Celestial AI storniert. Schriftlich, mit Datum 23. April. Als Begründung nannte Marvell einen Verstoß gegen Vertraulichkeitspflichten.
Der Auslöser war ein Interview, das POET-Finanzchef Thomas Mika dem Finanzdienst Stocktwits gegeben hatte. Darin bestätigte er offenbar, dass der zuvor bekannte Auftrag mit Celestial AI zusammenhing — und dass das Auftragsvolumen frühere Schwellenwerte überschritten hatte. Für Marvell war das zu viel. Das Unternehmen zog die Reißleine.
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Wie viel Umsatz POET durch die Stornierung verliert, ließ das Unternehmen offen.
Kursverfall über zwei Handelstage
Der Markt reagierte sofort. Am 27. April brach die Aktie im Intraday-Handel um mehr als 45 Prozent ein. Am Folgetag setzte sich der Ausverkauf fort: minus 17,8 Prozent — während S&P 500 und Nasdaq nahezu unverändert schlossen.
Per 30. April bewegt sich die Aktie zwischen 6,34 und 7,99 US-Dollar. Das entspricht einem Wochenverlust von rund 50 Prozent. Zum Vergleich: Das 52-Wochen-Hoch lag bei 15,50 Dollar.
Klagen und Steuerproblem
Die Stornierung hat eine Klagewelle ausgelöst. Die Kanzlei Rosen Law hat eine Sammelklage für Aktionäre eingereicht, die zwischen dem 1. und 27. April 2026 POET-Papiere gehalten haben. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe seinen Steuerstatus falsch dargestellt. Konkret geht es um die Frage, ob POET als sogenannte Passive Foreign Investment Company — kurz PFIC — unter US-Steuerrecht einzustufen ist. Frist für Kläger, die als Hauptkläger auftreten wollen: 29. Juni 2026.
Das Steuerthema ist nicht neu. Bereits am 14. April hatte das Leerverkäufer-Research-Haus Wolfpack Research in einem Bericht auf das PFIC-Problem hingewiesen und die Kursbewegung als Aktienpromotion eingestuft.
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Was POET jetzt plant
Das Unternehmen versucht gegenzusteuern. POET verweist auf einen neuen Auftrag eines anderen Technologieunternehmens im Wert von rund 5 Millionen US-Dollar. Parallel arbeitet das Unternehmen an der Serienproduktion optischer Engines für KI-Rechenzentren — in Partnerschaft mit LITEON Technology.
Das PFIC-Problem will das Management durch einen Umzug in die USA lösen. Die Aktionäre stimmen darüber am 26. Juni 2026 ab. Bis dahin dürften juristische Schlagzeilen den Kurs mindestens so stark bewegen wie jede technische Produktneuigkeit.
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