RKI, TodesfÀllen

RKI geht von bislang 14.000 hitzebedingten TodesfÀllen aus

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 09:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Rund 14.000 Menschen in Deutschland sind laut SchÀtzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) dieses Jahr in Zusammenhang mit Hitzeperioden gestorben.

Das entspricht fast 17 SterbefÀlle pro 100.000 Einwohner, wie aus dem aktuellen RKI-Bericht zur hitzebedingten MortalitÀt hervorgeht. Der Bericht betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis 9. August.

Damit sind in diesem Jahr bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren. Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre wurden vor allem 2018 (9.400) und 2019 (7.600) viele Hitzetote verzeichnet. Laut RKI handelt es sich um konservative SchÀtzungen. Die Gesamtzahl der diesjÀhrigen Hitzetoten könnte daher sogar noch höher liegen.

Vergangene Woche schĂ€tzte das RKI die Zahl der Hitzetoten auf 12.500. Diese Zahl kann sich nachtrĂ€glich noch Ă€ndern. Der medizinische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hatte erklĂ€rt, er halte diese SchĂ€tzung fĂŒr zu niedrig. "Es sind sicherlich mehrere Tausend TodesfĂ€lle mehr." Viele FĂ€lle wĂŒrden nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe.

Die meisten Gestorbenen waren 85 oder Àlter

Gemessen an der Bevölkerung gab es dieses Jahr besonders viele Hitzetote im Saarland und in Rheinland-Pfalz, wie der aktuelle RKI-Bericht zeigt. Im Saarland starben demnach pro 100.000 Einwohner schĂ€tzungsweise rund 46 Menschen, in Rheinland-Pfalz rund 42. Auch Hessen (31) und Baden-WĂŒrttemberg (rund 28) sind ĂŒberproportional betroffen.

Besonders gefĂ€hrlich ist Hitze fĂŒr Ă€ltere und alte Menschen. Mit 7.040 TodesfĂ€llen traten die meisten bislang bei Menschen im Alter ab 85 Jahren auf. Rund 3.450 geschahen in der Altersgruppe von 75 bis 84 Jahren, 2.170 in der von 65 bis 74 Jahren. Bei Menschen, die jĂŒnger als 65 Jahre waren, verzeichnet das RKI 1.320 TodesfĂ€lle. Insgesamt starben mehr Frauen als MĂ€nner infolge der Hitze. Das liege allerdings daran, dass der Frauenanteil bei alten Menschen höher ist.

Sind andere Ursachen denkbar?

Kann es auch andere GrĂŒnde dafĂŒr geben, dass im Sommer mehr Menschen als gewöhnlich sterben? Andere Ursachen seien in Deutschland eher ungewöhnlich und aktuell nicht zu beobachten, sagte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes der Deutschen Presse-Agentur. Theoretisch könne es auch im Sommer zu Wellen von Infektionskrankheiten kommen. WĂ€hrend der Corona-Pandemie zum Beispiel habe es Wellen gegeben, die bis in den Sommer hineingewirkt hĂ€tten. "Praktisch treten ausgeprĂ€gte Infektionswellen in Deutschland jedoch ĂŒberwiegend im Winterhalbjahr auf."

Hitzewelle Ende Juni sorgte fĂŒr besonders viele Tote

FĂŒr die hohe Zahl an Hitzetoten dieses Jahr fĂ€llt die starke Hitzewelle Ende Juni besonders schwer ins Gewicht. Von den geschĂ€tzten 14.000 hitzebedingten SterbefĂ€llen, starben rund 9.600 Menschen allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni, wie das RKI annimmt. Die Temperaturen lagen in diesen Tagen an vielen Orten in Deutschland um die 40 Grad.

Das RKI rechnet auf Basis der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes seine Zahlen aus, auch Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fließen in die Berechnung ein.

Die Zahlen der Hitzetoten können sich nachtrĂ€glich Ă€ndern. Auch die Zahlen zu den vergangenen Jahren variieren im Vergleich zu frĂŒheren RKI-Angaben. Laut einer Sprecherin liegt das daran, dass die SchĂ€tzungen jeden Monat neu berechnet werden - auch die SchĂ€tzungen fĂŒr die vergangenen Jahre. "Auch das Modell wird weiter entwickelt, daher kommen nicht zwingend die exakt gleichen Zahlen raus", erklĂ€rte sie.

Ab 20 Grad hitzebedingte MortalitÀt sichtbar

Dem RKI zufolge wird typischerweise ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad, also dem Durchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen einer Woche, ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit sichtbar. In der Woche vom 3. bis 9. August lag die bundesweite Wochenmitteltemperatur bei 22,4 Grad.

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