Studie: BYD verschÀrft Preiswettbewerb bei Hybrid-Autos
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 10:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"BYD ĂŒbt dabei gleich doppelten Preisdruck aus. Einerseits durch niedrige Listenpreise und zum zweiten durch die höchsten Rabatte", schreibt Dudenhöffer in einer regelmĂ€Ăigen Marktstudie des privaten "Center Automotive Research (CAR)". Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid haben sowohl einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor.
Dudenhöffer deutet das als Import des "Preiskriegs aus China". Dort herrscht aufgrund der geringen Nachfrage seit einiger Zeit ein harter Rabattwettbewerb. BYD habe im ersten Halbjahr 2026 gut eine Million Fahrzeuge verkauft - und damit rund 40 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Die schlechten VerkĂ€ufe in China belasten, gleichzeitig öffnet BYD die Schleusen fĂŒr erhebliche Exporte."
Mittlerweile belege der Hersteller bei Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden Spitzenpositionen in Deutschland, so Dudenhöffer. Im Juli erreichte BYD beim Marktanteil in diesem Segment demnach 10,7 Prozent - und damit Platz 4. Im Mai erzielte der Konzern bei den Zulassungen zwischenzeitlich sogar den ersten Platz - vor VW DE0007664039, Audi, BMW DE0005190003 und Mercedes-Benz DE0007100000.
Hohe Rabatte bei Plug-in-Hybriden
Bei den 15 meistverkauften Plug-in-Hybriden wurden im August demzufolge im Schnitt knapp 20 Prozent Nachlass auf den Listenpreis gewÀhrt. Bei den zwei BYD-Modellen im Ranking mussten AutokÀufer aber noch weniger bezahlen: Die Rabatte betrugen 27,5 beziehungsweise 31,8 Prozent. Zum Vergleich: Im MÀrz betrugen die Durchschnittsrabatte auf Hybride noch 18,2 Prozent. Die Angaben beruhen unter anderem auf Recherchen des Instituts bei Internetvermittlern und Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Bundesumweltminister fordert Zölle
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte erst am Samstag Zölle auf Plug-in-Hybride chinesischer Hersteller gefordert. "Bei der ElektromobilitĂ€t wie bei der Batterieproduktion brauchen wir ein Level Playing Field mit China, also faire Wettbewerbsbedingungen", sagte Schneider der "Rheinischen Post". Das sei momentan allein schon wegen der massiven Unterbewertung der chinesischen WĂ€hrung nicht der Fall. "FĂŒr rein batterieelektrische Autos gibt es schon Ausgleichszölle, fĂŒr chinesische Plug-in-Hybride bislang nicht. Das muss sich Ă€ndern: Ich bin dafĂŒr, fĂŒr chinesische Plug-in-Fahrzeuge vergleichbare Zölle einzufĂŒhren wie fĂŒr vollelektrische Fahrzeuge."
Weniger Rabatte auf reine E-Autos
Bei reinen Elektroautos und Verbrennern waren die Rabatte der Analyse zufolge im August leicht gesunken. FĂŒr die 25 meistverkauften E-Modelle ermittelte das Institut im August durchschnittliche NachlĂ€sse von 17,4 Prozent - und damit 0,2 Prozentpunkte weniger als im Juli. Bei den beliebtesten Verbrennern lag der Durchschnittsrabatt bei 18,9 Prozent (minus 0,5 Punkte).
Auch die Differenz beim Anschaffungspreis zwischen den beiden Antriebsarten ist leicht gesunken, betrug aber weiterhin mehr als 2.000 Euro. Im Dezember 2025 hatte der Preisunterschied noch bei 1.328 Euro gelegen. Dudenhöffer macht dafĂŒr die staatliche Elektroauto-Förderung verantwortlich. Diese sei kontraproduktiv. "Die Autobauer nutzen die staatliche PrĂ€mie, um ihre Rabatte fĂŒr Elektroautos einzukĂŒrzen", schreibt der Branchenexperte.
