Studie: Frauen brauchen fĂŒr Herzschutz nur halb so viel Bewegung
Veröffentlicht am: 20.03.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Frauen profitieren deutlich schneller von Sport fĂŒr ihr Herz als MĂ€nner. Das belegt eine groĂe Studie, die aktuelle Gesundheitsempfehlungen auf den Kopf stellt. Demnach reichen fĂŒr Frauen schon 250 Minuten Bewegung pro Woche, um ihr Risiko fĂŒr Herzkrankheiten um 30 Prozent zu senken. MĂ€nner mĂŒssen fĂŒr den gleichen Effekt mehr als doppelt so lange trainieren.
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10.000 Schritte? Schon 7.000 reichen fĂŒrs Herz
Gleichzeitig entlarven Forscher den populĂ€ren 10.000-Schritte-Mythos. Eine umfassende Meta-Analyse im Fachblatt The Lancet Public Health zeigt: Die gröĂten gesundheitlichen Vorteile fĂŒr das Herz-Kreislauf-System treten bereits bei 7.000 Schritten tĂ€glich ein. Im Vergleich zu 2.000 Schritten sinkt dabei die kardiovaskulĂ€re Sterblichkeit um 47 Prozent.
Ab etwa 7.000 bis 8.000 Schritten flacht die Nutzenkurve deutlich ab. ZusĂ€tzliche Schritte schaden zwar nicht, bringen dem Herzen aber keinen proportional groĂen Zusatznutzen mehr. Mediziner sehen in der niedrigeren Zahl eine positive Nachricht â sie ist fĂŒr viele Menschen ein realistischer und motivierenderes Alltagsziel.
Geschlechter-Gap: Warum Frauen effizienter profitieren
Die bahnbrechenden Daten zur geschlechtsspezifischen Wirkung von Bewegung stammen aus der UK Biobank. Forscher werteten die Fitness-Tracker-Daten von ĂŒber 85.000 Erwachsenen fast acht Jahre lang aus. Die im Fachjournal Nature Cardiovascular Research veröffentlichten Ergebnisse sind eindeutig.
Besonders gravierend sind die Unterschiede bei Menschen, die bereits an einer Herzkrankheit litten: Aktive Frauen konnten ihr Sterberisiko um satte 70 Prozent reduzieren. MĂ€nner erreichten mit dem gleichen Trainingsaufwand nur eine Risikosenkung von 19 Prozent.
Experten vermuten hormonelle GrĂŒnde fĂŒr den Vorteil der Frauen. Ein höherer Ăstrogenspiegel und Unterschiede in der Muskelfaserstruktur könnten der Grund sein, warum weibliche Körper Bewegung fĂŒr die Herzgesundheit effizienter nutzen.
Paradigmenwechsel in der PrÀvention
Diese Erkenntnisse fordern die globale Gesundheitspolitik heraus. Bisher galten oft pauschale Richtlinien, wie die Empfehlung von 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche fĂŒr alle Erwachsenen. Diese Einheitsempfehlungen mĂŒssen jetzt laut Experten dringend ĂŒberarbeitet werden.
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Ein Treiber des Wandels ist die Technologie. Moderne Wearables liefern prĂ€zise Daten und beweisen: Auch kurze, ĂŒber den Tag verteilte AktivitĂ€tsausbrĂŒche wie Treppensteigen oder zĂŒgige SpaziergĂ€nge sind effektiv. Sie regen die Blutzirkulation an und reduzieren die GefĂ€Ăsteifigkeit.
Die Strategie der PrÀvention verÀndert sich damit grundlegend. Der Fokus verschiebt sich von intensiven Sportprogrammen hin zur Integration von kontinuierlicher, niedrigschwelliger Bewegung in den Alltag. Das Ziel ist klar: der weit verbreiteten "Sitzkrankheit" entgegenzuwirken.
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