US-Medien: Trump rudert bei umstrittenem Opferfonds zurĂŒck
Veröffentlicht: 02.06.2026 um 06:17 Uhr, dpa.deDas Portal "Axios" berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige Beamte, dass die Regierung plane, vorerst Abstand von dem Fonds zu nehmen. "Politico" berichtete Àhnlich.
Das WeiĂe Haus verwies auf Anfrage auf ein Statement des Justizministeriums auf der Plattform X. Darin verurteilte zwar das Ministerium die Entscheidung eines Gerichts, das die PlĂ€ne vorĂŒbergehend gestoppt hatte, aufs SchĂ€rfste. Jedoch hieĂ es zugleich, dass man sich an die Entscheidung halten werde.
Ob sich das Ministerium von dem Fonds komplett distanzieren wird und das letztlich dann das Aus der PlĂ€ne bedeuten wĂŒrde, blieb damit offen.
Ein Bundesgericht in Virginia will mit dem Stopp sicherstellen, dass bis zur KlĂ€rung des Falls kein Geld unwiderruflich ĂŒber den Fonds ausgezahlt werden kann. Es setzte eine Gerichtsanhörung fĂŒr den 12. Juni an.
Trump steht massiv in der Kritik
Der EntschĂ€digungsfonds ist fĂŒr Trump zu einem unbequemen Thema geworden. Selbst aus den eigenen Reihen der Republikaner zog er massiv Kritik auf sich. Kritiker reden von "Schmiergeld" fĂŒr Trump-Getreue und von Korruption. Im Kongress wurden sogar Abstimmungen ĂŒber andere Haushaltsgelder verzögert, um so Druck auf Trump aufzubauen. Rund 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) sollen laut frĂŒheren Angaben des US-Justizministeriums in den neuen Fonds flieĂen, mit dem angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motiviertem Vorgehen des Staates entschĂ€digt werden sollen.
Geld fĂŒr Beteiligte am Sturm auf das Kapitol?
BefĂŒrchtet wird von Kritikern, dass Staatsgeld fĂŒr die Belohnung von Trump-AnhĂ€ngern ausgegeben werden könnte, die beim Sturm auf das Kapitol 2021 dabei gewesen und dafĂŒr wĂ€hrend der Regierungszeit Joe Bidens angeklagt worden waren. Trump hatte nach seinem Amtsantritt 2025 etliche Begnadigungen ausgesprochen.
Am 6. Januar 2021 war es in der US-Hauptstadt Washington zu einem gewaltsamen Sturm auf das ParlamentsgebÀude gekommen, wo der Wahlsieg des Demokraten und Trump-Gegners Biden offiziell bestÀtigt werden sollte.
Der Fonds ist das Ergebnis eines bemerkenswerten Vergleichs: Der PrĂ€sident hatte im Januar als Privatperson gegen den Staat geklagt und eine MilliardenentschĂ€digung gefordert. In der Klage war einem damaligen Mitarbeiter der Bundessteuerbehörde (Internal Revenue Service, IRS) vorgeworfen worden, sich wĂ€hrend Trumps erster Amtszeit (2017-2021) unrechtmĂ€Ăig Zugang zu Steuerdaten der Familienfirma Trump Organization verschafft und diese an "linksgerichtete Medien" weitergegeben zu haben. Die Behörde untersteht dem US-Finanzministerium. Die Parteien legten den Rechtsstreit mit dem Vergleich bei.
