Gold, Erholung

Gold: 2,0 Prozent Erholung auf 4.476,93 Dollar

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 01:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwache US-Arbeitsmarktdaten beleben Gold, während Fed-Zinserwartungen, hohe US-Schulden und geopolitische Risiken den Markt prägen.

Goldpreis erholt sich auf 4.476 US-Dollar je Feinunze
Nahaufnahme glänzender Goldbarren auf einer dunklen Schieferoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Gold hat sich am Donnerstag deutlich erholt und steht heute bei 4.476,93 US-Dollar je Feinunze – ein Plus von 2,0 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 4.387,23 US-Dollar. Damit macht der Goldpreis einen Teil des Ausverkaufs vom Dienstag wett, als das Edelmetall auf ein Tief von über drei Wochen gefallen war.

Schwache Arbeitsmarktdaten drücken den Dollar

Auslöser der Erholung sind nachlassende Konjunktursorgen in den USA. Am Dienstag hatten US-Privatunternehmen im August nur 38.000 neue Stellen geschaffen – deutlich weniger als die erwarteten 47.000. Die enttäuschenden Zahlen belasteten den Dollar und drückten die Renditen von US-Staatsanleihen, was Gold als zinslosem Vermögenswert wieder Auftrieb verschaffte.

New York Fed President John Williams sagte zudem, es gebe Belege dafür, dass die Inflation weiter sinke, während höhere Energiepreise bislang nicht auf andere Dienstleistungen übergegriffen hätten.

Die Aussagen fallen in eine Phase, in der die Markterwartungen an die Fed schwanken. Noch am Dienstag hatten die Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf 66 Prozent hochgeschraubt, verglichen mit rund 40 Prozent eine Woche zuvor.

Fed-Chair Kevin Warsh hatte bereits am 28. August erklärt, die Notenbank habe bei der Preiskontrolle noch „Arbeit zu leisten" – eine Aussage, die im Zusammenhang mit dem andauernden Iran-Konflikt und den damit verbundenen Inflationssorgen steht. Die nächste FOMC-Sitzung findet am 15. und 16. September statt und dürfte richtungsweisend für den weiteren Kursverlauf werden.

Staatsverschuldung und Notenbank-Verlagerung als Hintergrundfaktoren

Neben der Geldpolitik rücken auch fiskalische Themen in den Blick. Die US-Gesamtverschuldung überschritt Ende August erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar.

Das US-Finanzministerium reagierte darauf, indem es seine Liquiditätsrückkäufe am langen Ende des Treasury-Marktes ausweitete – bereits am 19. August war das Rückkauflimit für langlaufende Staatsanleihen auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar verdoppelt worden. Solche Maßnahmen gelten als Signal für strukturelle Schwächen im Anleihemarkt und stützen tendenziell die Nachfrage nach Gold als Absicherung.

Auch geopolitisch bleibt die Lage angespannt: Das 60-tägige Abkommen zwischen den USA und dem Iran lief am 17. August ohne Anschlussvereinbarung aus, zuvor waren mehrere Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen worden. Der ungelöste Konflikt hält laut Marktbeobachtern die Inflationssorgen hoch und wirkt damit auf beiden Seiten auf den Goldpreis – einerseits als Fluchtwert, andererseits über höhere Zinserwartungen als Belastungsfaktor.

Notenbanken bleiben strategisch aktiv

Auf der Angebotsseite sorgte zudem eine Meldung der niederländischen Zentralbank für Aufmerksamkeit: Sie hat in den vergangenen sechs Monaten 86 Tonnen Gold aus New York und Ottawa nach London transferiert, um die Handelbarkeit ihrer Reserven zu verbessern und die Krisenbereitschaft zu stärken. Solche Verlagerungen unterstreichen, dass Zentralbanken ihre Goldbestände zunehmend aktiv managen statt sie nur passiv zu halten.

Für Anleger bleibt die Gemengelage aus Zinserwartungen, Staatsverschuldung und geopolitischen Risiken bestimmend. Die kommende Fed-Sitzung Mitte September dürfte zeigen, ob die aktuelle Erholung Bestand hat oder ob neue Zinssorgen den Goldpreis erneut unter Druck setzen.

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