NASDAQ 100: Konzentration auf KI-Giganten wächst
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 03:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor dem Start der Berichtssaison zeigt sich die Wall Street gespalten. Der technologielastige Index gab am Montag nach, während der Dow Jones zulegte. Chipwerte standen unter Verkaufsdruck, zugleich warnen Marktexperten vor einer historischen Konzentration im KI-Sektor.
Chipwerte belasten, Dow profitiert
Der NASDAQ 100 verlor 0,71 Prozent auf 30.664,70 Punkte. Auslöser waren anhaltende Gewinnmitnahmen bei Halbleiterherstellern. Der S&P 500 gab nur leicht um 0,06 Prozent auf 7.807,24 Zähler nach, er hatte am Dienstag noch ein Rekordhoch erreicht. Der Dow Jones Industrial stieg dagegen um 0,38 Prozent auf 51.850,55 Punkte.
Impulse fehlten weitgehend. Wegen des Feiertags "Columbus Day" blieb der Anleihenmarkt geschlossen. Die Ölpreise drehten im Tagesverlauf ins Plus, nachdem sie zunächst leicht gefallen waren. Sie hatten zuletzt die Inflation wieder angetrieben. Entsprechend richten sich die Blicke auf die Inflationszahlen zur Wochenmitte, die auch für den Kurs der Notenbank wichtig sind.
Technisches Bild eingetrübt
Auch der Chart sendet Warnsignale. Im 5-Stunden-Chart rutschte der Index unter die Unterkante der Ichimoku-Wolke und markierte zeitweise ein Tief bei 30.935 Punkten, noch vor dem späteren Rückgang. Die nächste markante Unterstützung liegt bei rund 30.758 Punkten. Fällt diese Marke, rücken 30.574 und danach 29.931 Zähler in den Blick.
Nach oben begrenzt der 20-Perioden-Durchschnitt bei 31.213 Punkten. Erst ein Schlusskurs darüber würde das Bild für die Käufer aufhellen. Der Money Flow Index steht mit gut zehn Punkten zwar auf einem extrem überverkauften Niveau. Solche Signale halten in Abwärtstrends allerdings oft nicht.
KI-Dominanz und Einzelwerte
Index Radar weist auf ein Rekordmaß an Konzentration hin: Die zehn größten KI-Werte vereinen gut 40 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung. Das übertrifft den Spitzenwert des Tech-Sektors während der Dotcom-Blase. Die Entwicklung einzelner Schwergewichte und die des übrigen Marktes liegen demnach weit auseinander.
Bei den Einzelwerten sorgten Analysten für Bewegung. Adobe fiel um mehr als ein Prozent, nachdem Wells Fargo die Aktie gleich doppelt abgestuft hatte. Die Analysten sehen im Wachstumsprofil des Softwareherstellers zunehmend Risse. Biogen legte gut drei Prozent zu, nachdem JPMorgan hochgestuft hatte und auf eine vielversprechendere Entwicklung im Jahr 2027 verwies.
Am Dienstag starten die ersten Großbanken in die Berichtssaison, die Inflationsdaten folgen zur Wochenmitte. Für den NASDAQ 100 bleibt die Zone um 30.758 Punkte die entscheidende Marke: Ein Schlusskurs darunter würde den Weg in Richtung 30.574 Punkte öffnen.
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