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Bundesrat fordert Gesetz gegen digitale Gewalt

01.04.2026 - 07:22:34 | boerse-global.de

Der Bundesrat drĂ€ngt auf ein neues Gesetz gegen Cyberstalking und Deepfakes. Der Entwurf sieht schĂ€rfere Strafen und Pflichten fĂŒr Plattformen vor, um Frauen besser zu schĂŒtzen.

Bundesrat fordert Gesetz gegen digitale Gewalt - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Der Bundesrat drĂ€ngt heute auf ein neues Gesetz zum Schutz von Frauen vor digitaler Gewalt. Die LĂ€nder fordern wirksame Maßnahmen gegen Cyberstalking, Deepfakes und andere digitale Übergriffe. Diese Initiative trifft auf einen bereits fertigen Entwurf des Bundesjustizministeriums.

Eine aktuelle Studie zeigt die Dringlichkeit: Zwei Drittel der jungen Menschen haben bereits digitale sexualisierte Gewalt erlebt. Junge Frauen sind doppelt so hÀufig betroffen wie junge MÀnner.

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Neue StraftatbestÀnde gegen Deepfakes

Das geplante Gesetz soll bestehende LĂŒcken schließen. Ein eigener Straftatbestand fĂŒr das Erstellen und Verbreiten pornografischer Deepfakes ist geplant. Auch das heimliche Anfertigen sexualisierter Aufnahmen in der Öffentlichkeit soll unter Strafe gestellt werden.

„Vor allem Frauen erleben tagtĂ€glich digitale Gewalt“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig. Parallel arbeitet Justizministerin Stefanie Hubig an einem Entwurf, der bereits in die Ressortabstimmung gehen soll.

Plattformen in die Pflicht nehmen

Der Ministeriums-Entwurf sieht schĂ€rfere Regeln vor. Schon das Erstellen von sexualisierten Deepfakes soll strafbar sein. Sogenannte „Nudify-Apps“ könnten verboten werden. Internetplattformen sollen zu schnelleren Löschungen verpflichtet werden – bei UntĂ€tigkeit drohen Strafen.

Betroffene sollen klare AnsprĂŒche auf Löschung, Auskunft und die Identifizierung von TĂ€tern erhalten. Der Digitalverband Bitkom begrĂŒĂŸt die PlĂ€ne. FĂŒr Opfer sei die sofortige Entfernung der Inhalte entscheidend.

Psychische Folgen sind gravierend

Digitale Gewalt hat reale und oft verheerende Folgen. Betroffene Frauen berichten von permanenter Bedrohung, Angst und RĂŒckzug aus sozialen Medien. Schlafstörungen und Scham sind hĂ€ufige Reaktionen.

Eine Studie zeigt zudem einen gefĂ€hrlichen Kreislauf: Frauenfeindliche Darstellungen in Medien und Werbung befeuern das Klima fĂŒr digitale Gewalt. Das Deutsche Institut fĂŒr Menschenrechte warnt: Wenn sich Frauen aus Angst aus dem öffentlichen Diskurs zurĂŒckziehen, ist die Demokratie in Gefahr.

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Beratungsstellen an ihrer Grenze

Der Beratungsbedarf ist immens und wÀchst. Viele Betroffene schweigen aus Scham oder wissen nicht, wo sie Hilfe finden. Das Frauenzentrum Potsdam berichtet, dass digitale Gewalt in fast allen FÀllen von Beziehungsgewalt eine Rolle spielt.

Allein in einer Woche unterstĂŒtzte die Stelle 15 Frauen. Sie waren von massenhaften Nachrichten, Drohungen mit intimen Fotos oder der Kontrolle ihrer Online-Accounts betroffen.

Diese Hilfsangebote gibt es

Wo finden Betroffene UnterstĂŒtzung?
* Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) ist rund um die Uhr, kostenfrei und anonym erreichbar. Es bietet Chat-Beratung und Hilfe in 18 Sprachen.
* HateAid bietet kostenlose Erst- und Rechtsberatung speziell bei digitaler Gewalt und Hassrede.
* Das Anti-Stalking-Projekt Berlin berĂ€t Frauen bei Stalking und Cyberstalking, auch mit IT-UnterstĂŒtzung.

FrauenhĂ€user schulen ihr Personal mittlerweile im Umgang mit digitaler Gewalt, um Betroffene auch in SchutzunterkĂŒnften zu schĂŒtzen.

Mehr als nur neue Gesetze nötig

Die geplanten Gesetze sind ein wichtiger Schritt. Justizministerin Hubig stellt klar: „Digitale Gewalt darf kein GeschĂ€ftsmodell sein.“ Doch Experten fordern einen ganzheitlichen Ansatz.

Neben schĂ€rferen Strafen braucht es mehr PrĂ€vention, Opferschutz und Medienkompetenz. Sensibilisierung der Gesellschaft, Fortbildungen fĂŒr Polizei und Justiz sowie der verlĂ€ssliche Ausbau von Beratungsstellen sind entscheidend. Nur so kann ein digitaler Raum entstehen, der fĂŒr alle sicher ist.

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