AKTIEN IM FOKUS: Höhenflug der Energieversorger - Weltlage bleibt unsicheren
24.02.2026 - 13:56:07 | dpa.deAm frĂŒhen Nachmittag ging es fĂŒr den Stoxx Europe 600 Utilities um 1,8 Prozent auf 560,40 Punkte nach oben. Keine vollen vier Punkte mehr darĂŒber, und der Index ist zurĂŒck auf dem höchsten Stand seit Januar 2008.
"Derzeit fĂ€llt es den Anlegern schwer, sich ein richtiges Bild ĂŒber die Gesamtsituation an den FinanzmĂ€rkten zu machen. Ihre HandelsaktivitĂ€ten gleichen deshalb einem Vortasten und vorsichtigen Positionieren in den defensiven Branchen", erklĂ€rte Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Sorgen bereiten die Unsicherheiten nach dem Zollurteil des obersten Gerichtshofs in den USA sowie ein möglicherweise drohender US-Angriff auf den Iran. Obendrein ist die Euphorie rund um KĂŒnstliche Intelligenz (KI), die lange Zeit nicht nur zahlreiche Aktien, sondern die Börsen allgemein beflĂŒgelt hatte, einer "tiefgreifenden NervositĂ€t" gewichen, wie es vor wenigen Tagen Analyst Markus Leistner von der DZ Bank auf den Punkt gebracht hatte.
"Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob KI-Aktien ĂŒberbewertet sind, sondern um die fundamentalen, disruptiven KrĂ€fte, die diese Technologie auf die gesamte Wirtschaft ausĂŒben könnte", hatte er in seiner Studie ĂŒber die "schöpferische Zerstörung" durch KI geschrieben. Das Resultat sei ein Marktumfeld, "in dem es kaum noch einen sicheren Hafen zu geben scheint".
In dieser Gemengelage haben Versorgeraktien gleich zwei Vorteile: Sie gelten als defensiv, leiden also - anders als Zykliker - weniger oder kaum unter wirtschaftlichen Schwankungen, egal, ob durch KI verursacht oder nicht. Obendrein aber wird Energie in massiv steigendem Maà benötigt. Das zeigen die umfangreichen Investitionen, etwa von sogenannten Hyperscalern wie Microsoft US5949181045 oder Amazon US0231351067 in den Bau oder die Erweiterung von Rechenzentren.
Starke Prognosen von Endesa ES0130670112 hoben nun die Stimmung der Anleger zusĂ€tzlich. Nachdem tags zuvor bereits der italienische Energieversorger Enel IT0003128367 mit seiner Strategie bis 2028 ĂŒberzeugt hatte, tat es ihm das spanische Energieunternehmen mit seinem Strategieplan nach.
Endesa erwartet bis 2028 ein Gewinnwachstum je Aktie, das den Nettogewinn in dem angegebenen Jahr um 20 Prozent ĂŒber die KonsensschĂ€tzung heben wĂŒrde, wie RBC-Analyst Fernando Garcia schreibt. Garcia ist zwar skeptisch, die Aktien legten in Madrid dennoch zuletzt um knapp 7 Prozent zu und sind damit zurĂŒck auf dem höchsten Stand seit Sommer 2008.
Iberdrola ES0144580Y14, vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien aktiv und deutlich gröĂer als Endesa, gewannen in Madrid 1,7 Prozent und befinden sich wieder dicht unter ihrem Rekordhoch aus der Vorwoche. Ăhnlich sieht es beim britischen Ăbertragungsnetzbetreiber National Grid GB00BDR05C01 aus, der sich seinem Rekordhoch mit plus 1,5 Prozent wieder stark annĂ€herte.
Enel erreichten nach weiteren positiven Analystenkommentaren in Reaktion auf den Kapitalmarkttag mit plus 1,5 Prozent ein Rekordhoch. In Paris gewannen Engie FR0010208488 1,6 Prozent. Aktuell trennen die Papiere nur ein Cent von einer neuen Bestmarke seit FrĂŒhjahr 2011.
Im Dax DE0008469008 zÀhlten Eon DE000ENAG999 zu den Favoriten. Mit plus 2,8 Prozent auf 19,00 Euro kletterten die Anteile zudem auf den höchsten Stand seit September 2012. RWE DE0007037129 legten um 1,9 Prozent auf 52,65 Euro zu. Die RWE-Aktien hatten erst Anfang Februar bei etwas unter 55 Euro ein 25-Jahres-Hoch erreicht.
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