AKTIEN IM FOKUS: Anleger machen im Rohstoffsektor Kasse
02.02.2026 - 10:39:55 | dpa.deDer europÀische Stoxx 600 Rohstoffsektor EU0009658624 verlor 2,6 Prozent auf 731 Punkte und weitete damit die Verluste vom Freitag aus.
Der Sektorindex war Anfang Dezember ĂŒber die Marke von 600 Punkten nach oben ausgebrochen, in der Spitze um ein Drittel gestiegen und hatte am Donnerstag bei knapp 800 Punkten den höchsten Stand seit 16 Jahren erreicht. Am Montag war er das Schlusslicht auf dem 19 Indizes umfassenden Sektortableau.
Auslöser der Verluste war die Nominierung von Kevin Warsh als neuen Chef der US-Notenbank Fed durch US-PrÀsident Donald Trump. Das löste eine regelrechte Flucht aus risikoreichen Anlagen aus. Warsh gilt als "Inflation Hawk", der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um so die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen.
Das veranlasste Investoren, sich aus zuletzt ĂŒberdurchschnittlich gut gelaufenen Anlagen zurĂŒckzuziehen. Der Goldpreis etwa hatte laut Jim Reid von der Deutschen Bank am Freitag mit minus 9 Prozent den gröĂten Tagesverlust seit 2013 hinnehmen mĂŒssen. Zuvor habe die Feinunze die stĂ€rkste acht Tage andauernde Rally seit der groĂen Finanzkrise 2008/2009 erlebt mit immer neuen Preisrekorden. Der Stratege sprach denn auch von "bemerkenswerten Schwankungen bei Edelmetallen", die bei Silber noch stĂ€rker waren als bei Gold.
Spekulanten, die mit Kredit auf einen noch höheren Goldpreis gesetzt hatten, geraten durch den Preisverfall unter Druck und mĂŒssen Positionen verkaufen, um eine zu groĂe Schieflage zu verhindern. Gerade Hedgefonds können daher gezwungen sein, auch Teile ihrer Anlagen wie Aktien zu verĂ€uĂern. Damit setzen die Turbulenzen an den MetallmĂ€rkten auch AktienmĂ€rkte zumindest vorĂŒbergehend unter Druck.
An der Londoner Börse drĂŒckten die Verluste an den Metallbörsen die Papiere der zahlreichen Bergwerkskonzerne nach unten. Im Leitindex FTSE 100 GB0001383545 lagen mit Glencore JE00B4T3BW64, Anglo American GB00B1XZS820, Antofagasta GB0000456144, Fresnillo GB00B2QPKJ12 und Endeavour Mining GB00BL6K5J42 fĂŒnf Schwergewichte der Branche auf den letzten PlĂ€tzen mit EinbuĂen von 3,5 bis 6,5 Prozent.
Auch die Kurse der Stahlhersteller litten unter dem allgemeinen Ausverkauf. In Frankfurt verloren Thyssenkrupp DE0007500001 und Salzgitter knapp 4 respektive 2 Prozent. In Paris verbilligten sich ArcelorMittal LU1598757687 zum Wochenstart um 1,8 Prozent.
Allerdings hatte sich der Kurs etwa von Salzgitter vor der aktuellen Korrektur auch binnen weniger Monate verdoppelt.
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