AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS 2: Abspaltung schickt Siemens und Healthineers ans Dax-Ende

13.11.2025 - 12:43:09 | dpa.de

FRANKFURT - Die Aktien von Siemens DE0007236101 und Siemens Healthineers DE000SHL1006 sind am Donnerstag von den Anlegern an das Ende im Leitindex Dax DE0008469008 verbannt worden.

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Siemens DE0007236101 und Siemens Healthineers DE000SHL1006 sind am Donnerstag von den Anlegern an das Ende im Leitindex Dax DE0008469008 verbannt worden. Neben den vom Technologiekonzern an diesem Morgen vorgelegten Quartalszahlen und Aussagen zu den weiteren GeschĂ€ftsaussichten haben die AktionĂ€re zugleich auch die mittelfristigen AbspaltungsplĂ€ne fĂŒr die Medizintechniktochter zu verdauen.

Wie Siemens am Vorabend des Kapitalmarkttags mitteilte, sollen - wie am Markt erwartet - in einem ersten Schritt 30 Prozent von aktuell circa 67 Prozent an Siemens Healthineers vorzugsweise in Form einer Abspaltung an die Siemens-AktionĂ€re weitergereicht werden. Angestrebt wird anschließend eine weitere Reduzierung der Beteiligung bis auf Höhe einer Finanzbeteiligung.

Um die Mittagszeit bĂŒĂŸten die Siemens-Papiere 5,3 Prozent auf 237,25 Euro ein und sackten damit unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert. Halt fanden sie schließlich an den mittelfristigen Trendlinien. Trotz der Verluste an diesem Tag gehören die Siemens-Aktien aber immer noch zu jenem Drittel der 40 Dax-Werte, die im bisherigen Jahresverlauf am stĂ€rksten gestiegen sind. Ihr Plus betrĂ€gt aktuell etwas mehr als 25 Prozent.

Siemens Healthineers gaben um 2,3 Prozent auf 43,80 Euro nach und weiteten so ihren bisherigen Jahresverlust auf 14,5 Prozent aus. Seit den Anfang November vorgelegten schwachen Jahreszahlen fĂŒr 2024/25 und einem ebenfalls enttĂ€uschenden Ausblick auf das angelaufene GeschĂ€ftsjahr hat sich das charttechnische Bild der Aktien krĂ€ftig eingetrĂŒbt. Die Papiere waren unter alle wichtigen Trendlinien - kurz-, mittel- und lĂ€ngerfristig - gesackt, wobei ihnen ein Sturz unter das Jahrestief von 41,21 Euro erspart blieb. Das hatten die Aktien Anfang April im Zuge der weltweiten Spannungen wegen der neuen US-Zollpolitik erreicht.

JPMorgan-Analyst Phil Buller ging in seiner Studie auf das Zahlenwerk des vierten GeschĂ€ftsquartals von Siemens ein, dessen Ausblick sowie auch auf die AbspaltungsplĂ€ne. Die Zahlen seien durchwachsen ausgefallen, wobei das IndustriegeschĂ€ft stark gewesen sei und Siemens zudem einen rekordhohen und besser als zuvor vom Unternehmen angegebenen freien Barmittelzufluss gemeldet habe. "Das sind klar positive Signale fĂŒr das neue Jahr." Zu den Zielen zum neuen GeschĂ€ftsjahr 2025/26 schrieb er, dass die Zielspanne fĂŒr das bereinigte Umsatzwachstum in der Mitte der Spanne ĂŒber der KonsensschĂ€tzung liege, die Spanne fĂŒr das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten jedoch darunter.

Die angehobene mittelfristige Prognose fĂŒr das organische Wachstum und die bestĂ€tigten Aussichten fĂŒr das bereinigte Ergebnis je Aktie hob er zwar ebenfalls positiv hervor. "Allerdings wird das Fehlen konkreter Margenziele fĂŒr die einzelnen GeschĂ€ftsbereiche im mittelfristigen Zeitraum wegen der hohen Bedeutung zukĂŒnftiger Margen bei Digital Industries heute ein wichtiger Kritikpunkt sein", schrieb Buller. Insgesamt aber hĂ€lt er der Ausblick gegenwĂ€rtig fĂŒr "nicht undurchsichtiger als die von Wettbewerbern".

Die PlĂ€ne zu Siemens Healthineers beurteilt der JPMorgan-Experte alles in allem positiv. Die von Siemens vorgeschlagene Lösung sei "wohl besser als das, was wir aus steuerlicher Sicht erwartet hatten", schrieb er. Ein besseres Ergebnis, etwa in Form eines Umtauschangebots, wĂ€re ihm zufolge jedoch möglich gewesen. "Auch wenn der Zeitplan frustrierend ist, schafft Siemens neue PrĂ€zedenzfĂ€lle fĂŒr das, was in Deutschland möglich ist in dieser Situation, wofĂŒr man dem Unternehmen Anerkennung zollen sollte", resĂŒmierte Buller dennoch.

Analyst Sven KĂŒrten von der DZ Bank verwies mit Blick auf die AbspaltungsplĂ€ne von Siemens darauf, dass die Zustimmung der AktionĂ€re beider Unternehmen nötig sei. Zudem sei die genaue Höhe der anschließenden Finanzbeteiligung bislang nicht mitgeteilt worden. Dazu gebe es nur Presseberichte, denen zufolge sie letztlich unter 20 Prozent liegen werde.

In Summe sieht KĂŒrten in den PlĂ€nen angesichts der vorangegangenen Spekulationen keine große Überraschung. Was das Tochterunternehmen betrifft, erwartet er fundamental nur geringfĂŒgige Auswirkungen, wĂ€hrend zugleich der so entstehende Anstieg der frei handelbaren Aktien positiv wĂ€re. "Allerdings kann es nach der Direktabspaltung - je nach deren konkreter Ausgestaltung - zu AnteilsverkĂ€ufen der neuen AktionĂ€re kommen", schrĂ€nkt der DZ-Bank-Experte ein. Zudem sei unklar, auf welche Weise Siemens den verbleibenden 37-prozentige Anteil an Healthineers weiter reduziert werde.

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