GEG-Reform, Koalition

GEG-Reform: Koalition will 65-Prozent-Regel kippen

24.02.2026 - 15:31:33 | boerse-global.de

Die Koalition will die umstrittene Heizungsvorgabe durch eine GrĂŒngasquote ersetzen, um mehr FlexibilitĂ€t zu schaffen. Experten Ă€ußern jedoch Skepsis an der Wirksamkeit des neuen Ansatzes.

GEG-Reform: Koalition will 65-Prozent-Regel kippen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Ampel-Koalition steht vor einer Kehrtwende in der WĂ€rmewende. Statt der umstrittenen 65-Prozent-Vorgabe fĂŒr neue Heizungen plant sie eine GrĂŒngasquote. Die Eckpunkte sollen heute beschlossen werden.

Abschied vom "Heizungsgesetz"

Die als zu starr kritisierte Regel, dass neue Heizungen seit 2024 zu mindestens 65 Prozent mit Erneuerbaren betrieben werden mĂŒssen, soll fallen. An ihre Stelle tritt eine GrĂŒngasquote, die den Einsatz von Biomethan oder grĂŒnem Wasserstoff vorschreibt. Das ist der Kern der geplanten Reform des GebĂ€udeenergiegesetzes (GEG), die den Weg fĂŒr ein neues GebĂ€udemodernisierungsgesetz ebnen soll.

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Die Koalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP verspricht sich davon mehr FlexibilitĂ€t und Technologieoffenheit. Das Ziel bleibt die CO?-Einsparung, doch der Weg dorthin soll fĂŒr EigentĂŒmer einfacher werden. Bestehende Heizungen dĂŒrfen weiterlaufen und repariert werden. Nur beim Einbau einer neuen Anlage greifen die kĂŒnftigen Regeln.

Wettlauf gegen die Zeit

Die Regierung steht unter erheblichem Druck. Nach monatelangen internen Diskussionen zwischen den Ministerien wurde der Prozess an die Fraktionsspitzen ĂŒbergeben. Auf Basis der heute erwarteten Einigung muss das Wirtschaftsministerium nun schnell einen Gesetzentwurf vorlegen.

Die Uhr tickt: Ab dem 1. Juli 2026 soll die aktuelle 65-Prozent-Regel in allen GroßstĂ€dten gelten. Zudem muss die nationale Gesetzgebung bis spĂ€testens Mai an die neue EU-GebĂ€uderichtlinie (EPBD) angepasst werden. Ob der ambitionierte Zeitplan bis zur Kabinettsbefassung Ende Februar noch zu halten ist, erscheint fraglich.

Experten skeptisch, VerbÀnde fordern Vereinfachung

WĂ€hrend die Politik einen Kompromiss sucht, melden sich kritische Stimmen zu Wort. FachverbĂ€nde wie die Bundesarchitektenkammer fordern seit Langem eine radikale Vereinfachung des als zu komplex geltenden GEG. Statt technologischer Vorgaben plĂ€dieren sie fĂŒr klare CO?-Grenzwerte ĂŒber den gesamten Lebenszyklus eines GebĂ€udes.

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Die geplante GrĂŒngasquote stĂ¶ĂŸt bei vielen Experten auf Skepsis. Kann sie die gleiche Klimawirkung entfalten wie die abgeschaffte Regel? Eine gemeinsam Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft und des Wuppertal-Instituts hĂ€lt die Quote fĂŒr ungeeignet, um den GebĂ€udesektor effektiv zu dekarbonisieren.

Offene Fragen und unsichere Förderung

Die Reform markiert einen deutlichen Kurswechsel. Doch viele entscheidende Details sind noch unklar. Wie wird die GrĂŒngasquote konkret ausgestaltet? Welche Anreize soll das neue Gesetz fĂŒr die Sanierung des GebĂ€udebestands setzen?

Eine weitere Unsicherheit betrifft die Finanzierung. Im Haushalt 2026 sind KĂŒrzungen bei der Bundesförderung fĂŒr effiziente GebĂ€ude (BEG) vorgesehen. Das könnte die Investitionsbereitschaft vieler EigentĂŒmer bremsen. Der Erfolg der gesamten WĂ€rmewende hĂ€ngt nun davon ab, ob der neue Rechtsrahmen planbar, praktikabel und wirksam wird.

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