Bundesjustizministerium, EU-PlÀne

Bundesjustizministerium lehnt EU-PlÀne zur Chatkontrolle ab

08.10.2025 - 11:12:24 | dpa.de

Im Streit um die sogenannte Chatkontrolle zur BekÀmpfung von Kinderpornografie hat sich das Bundesjustizministerium gegen einen auf EU-Ebene diskutierten Vorschlag ausgesprochen.

"Anlasslose Chatkontrolle muss in einem Rechtsstaat tabu sein", sagte Justizministerin Stefanie Hubig (SPD).

Private Kommunikation dĂŒrfe nie unter Generalverdacht stehen und der Staat dĂŒrfe Messenger auch nicht dazu zwingen, Nachrichten vor Versendung massenhaft auf verdĂ€chtige Inhalte zu scannen. "Solchen VorschlĂ€gen wird Deutschland auf EU-Ebene nicht zustimmen", fĂŒgte Hubig hinzu.

Beratungen zwischen Mitgliedstaaten am Abend

Die EU-Mitgliedstaaten beraten am Abend auf Botschafterebene ĂŒber einen Vorschlag zur sogenannten Chatkontrolle. Das seit Jahren umstrittene Gesetzesvorhaben sieht vor, dass Behörden Nachrichten und Fotos bei Messengern wie WhatsApp, Signal und Co. auf kinderpornografische Inhalte durchsuchen können sollen - bevor sie verschlĂŒsselt werden.

Zeichnet sich eine Einigung ab, könnten die zustĂ€ndigen Minister der LĂ€nder darĂŒber Anfang nĂ€chste Woche abstimmen. Allerdings fallen Stimmen bevölkerungsreicher LĂ€nder wie Deutschland schwer ins Gewicht und sind somit entscheidend. In den vergangenen Wochen war unklar, wie sich die Bundesregierung zu dem Thema positioniert.

Mitgliedsstaaten finden seit Jahren keinen Kompromiss

Die EuropĂ€ische Union berĂ€t seit drei Jahren ĂŒber die entsprechenden Regeln. Mehrere RatsprĂ€sidentschaften scheiterten bereits beim Versuch, einen Kompromiss zu finden, dem genĂŒgend Mitgliedsstaaten zustimmen.

Findet sich doch noch eine Mehrheit fĂŒr den Vorschlag, brĂ€uchte es dann eine Einigung mit dem EuropĂ€ischen Parlament. Das sieht eine mögliche Chatkontrolle aber quer durch alle politischen Lager Ă€ußert kritisch und wollte den ursprĂŒnglichen Vorschlag damals entschĂ€rfen. Die Betreiber der Messengerdienste sowie DatenschĂŒtzer hatten zuletzt ebenfalls deutliche Kritik an dem Vorschlag geĂŒbt.

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